Die richtige Alternative

Zunächst sei festzuhalten, dass Polysportivität keineswegs nur Bestandteil des Sommerprogramms sein darf. Nachwuchs- und Auwahltrainer, wie im Herren- so im Damenbereich, beschweren sich mehr und mehr über mangelhafte Fertigkeiten ihrer Schützlinge, wenn mal Basketball, Volleyball oder Bockspringen auf dem Trainingsplan stehen. Dennoch, was macht man, wenn in den heißen Sommermonaten oder in den freien Winterwochen die Hallen geschlossen bleiben, man den Körper und Geist aber auf Trapp halten will? Floorballmag machte sich auf die Suche nach der idealen Alternativsportart und verglich die beliebtesten Disziplinen.

Lust und Laune
Das Fazit bieten wir unorthodox gleich zu Beginn an: es gibt keine ideale Sommer- oder Alternativsportart. Jede einzelne bietet selbstverständlich ihre eigenen Vorzüge und Nachteile, ist für den einen einfacher, für den anderen schwerer zugänglich. Eigenschaften wie Spaß oder Entspannung hängen von der Zuneigung jedes Einzelnen ab, Fitness und Gesundheit wiederum u.a. vom Einsatzwillen. Will man aber dennoch einen Querschnitt für den Otto Normalverbraucher unter den Floorballspielern aufstellen, gelingt es auch.

Vorsichtig sein
Man kann sich durchaus die Reaktion des in die Saisonplanung eingesponnen Trainers vorstellen, wenn sein Captain nach einem eigentlich entspannenden Urlaub an der Bucht von Arcachon plötzlich mit einer Schiene übers ganze Bein herhinkt und auf ein „eigentlich lustiges“ Fußballspielchen mit den Einheimischen verweist. Folglich sollten die Sommersportarten zwar hauptsächlich das Bedürfnis nach Unterhaltung befriedigen, dabei aber auch die Gesundheit wahren. Sportarten mit körperbetonten Zweikämpfen sind somit nicht unbedingt die allerbeste Wahl. Wasserrugby, Lacross, Rollhockey oder auch Fußball und Basketball bedürfen somit entsprechender Vorsicht. Dazu kommt, dass die Auslandsversicherung im Ausland für anspruchsvollere sportliche Aktivität oft eine Zusatzversicherung fordert. Bei besonders gefährlichen Unterfangen, welchen man Fahrlässigkeit unterstellen könnte, gilt meistens aber nicht einmal diese. Somit bietet es sich an, zunächst alles gründlich zu überdenken, bevor man sich ein weißes Hemd anzieht, ein rotes Tuch umbindet und in Pamplona freiwillig vor Stieren davonläuft, an einem Exkrement ausrutscht und seinen Schädel an einer Treppe zertrümmert.

Wenn möglich verwandt
Tatsächlich gibt es viele Sportarten, die in ihrem Aufbau, in körperlichen Belastbarkeiten und Bewegungsabläufen Floorballern besonders zu Gute kommen, da sie viele Gemeinsamkeiten aufzeigen. Man darf sich hierbei nicht unbedingt auf eine Eigenschaft beschränken und den gesamten Sommer seinen Schwung im Golfclub üben. Bekannt für nahezu identische Bewegungsübergänge zum Floorball ist beispielsweise Tennis. Zahlreiche Floorballer kommen aus der Wiege des gelben Balles. Niklas Jihde war bis zu seinem 18. Lebensjahr einer der talentiertesten schwedischen Nachwuchsspieler – nicht im Floorball, sondern im Tennis. Erst dann ging er komplett auf Floorball über. Zahlreiche Sportarten erfassen weitere wichtige Teilbereiche, wie Wasserball, der den gesamten Corpus in Form bringt.

Der Mix machts
Wer glaubt, man müsse für eine gute Physis seinen Körper dermaßen malträtieren, dass man beispielsweise auf dem Fußballfeld wortwörtlich ins Gras beißt, der irrt. Auf die Mixtur kommt es an. Wer seine alternativen Sportarten mit gesunder Laune angeht, sie vor allem miteinander kombiniert und mit grundlegenden Fitnesseinheiten ergänzt, kann auch im längeren Pauschalurlaub eigentlich wenig falsch machen. (jk)