Das Stelldichein der Erzrivalen

Für die schwedischen Herren (im Bild Calebsson, am Ball, und Gillek) reichte es gegen Weltmeister Finnland "nur" zu einem 2:2. /Foto: Florian Büchting /unihockey-pics.de

Alle Jahre wieder, Anfang Februar, findet das traditionelle Finnkampen statt. Hier werden einmal so richtig die Kräfte gemessen: An einem einzigen Tag treffen sowohl Herren und Damen als auch die jeweiligen U-19 Equipen aufeinander und frönen dem ewigen Duell Finnland gegen Schweden.In der letzten Auflage gab es für die Finnen gehörig Prügel: 2009 in Västeras kassierte die Herren U-19 eine historische 4:17-Schlappe während die Damen mit 1:10 unter die Räder kamen. Da auch der weibliche Nachwuchs Suomis mit 0:5 unterlag, holten die Herren mit einem 6:5 n.P. die einzigen beiden Punkte des Miniturniers, dass Schweden haushoch für sich entschied. Torverhältnis: 37:10, Punkte: 10:2.

Zur 2010-Ausgabe am 06.02. in Vantaa, dem Austragungsort der Herren-WM im Dezember, war für die finnischen Equipen also einiges an Wiedergutmachung angesagt. Zumal man sich vor Heimpublikum ungern vom Erzrivalen abschlachten lässt.

Den Anfang machten wie immer die U-19 Damen. Zwei Drittel lang blieb das Spiel auf Messers Schneide, ehe den Finninnen im Schlussabschnitt die Puste ausging und Schweden die entscheidenden Treffer zum 5:3-Auftaktsieg markieren konnte. Im Anschluss ging es mit dem Herren-Nachwuchs weiter und die Gastgeber liessen keinen Zweifel daran, dass die Schmach des vergangenen Jahres nur ein einmaliger Ausrutscher gewesen sein sollte. Besonders beeindruckend war dabei das Comeback im letzten Drittel als man einen 4:9-Rückstand auf 8:9 verkürzte und erst in der Schlussminute den endgültigen KO in Form des zehnten Gegentreffers hinnehmen musste.

Szene aus dem Finnkampen 2009 - Damals demontierte Schwedens Herren U-19 den finnischen Nachwuchs mit 17:4. Ein Jahr später reicht es nur noch für einen knappen 10:8-Erfolg. /Foto: Florian Büchting /unihockey-pics.de

 

Obwohl sich die Junioren annähernd auf Augenhöhe befanden, steuerte Schweden nach den beiden Vollerfolgen bereits wieder einem ungefährdeten Gesamtsieg entgegen. Und erst jetzt kam ja das Duell, welches die am festesten eingeplanten Punkte bringen sollte. Schließlich ließ die Dominanz, mit der die Schwedinnen im Dezember ihr WM-Heimspiel in Västeras gewannen und dabei im Halbfinale Finnland mit 10:2 putzten, eigentlich keine Zweifel über den Ausgang der Partie. Umso überraschender, dass die Gastgeberinnen nach 35 Minuten mit 5:3 führten und die große Sensation zum Greifen nah war. In der Folge zeigten die Favoriten aber, sehr zum Leidwesen der Suomi-Fans, warum sie den Spitznamen „Roboter“ tragen. Humorlos und abgeklärt wurde im Schlussabschnitt ein paar Gänge hochgeschalten: Endstand: 9:5.

Und so war es dann doch wie in den Jahren zuvor: als die Herren ins Geschehen eingriffen, waren die Messen schon lange gelesen und Schweden uneinholbar in Front. Trotz der fehlenden Spannung in der Gesamtwertung elektrisierte das Prestigeduell die knapp dreitausend Zuschauer. Die Finnen, die auf ihre WM-Helden Hyvärinnen und Väntinnen (beide verletzt) verzichten mussten, konnten die schwedische Führung durch David Gillek dank Treffern von Juho Järvinen und Mika Kohonen Anfang des zweiten Abschnitts drehen. Rasmus Enström glich für Schweden aber postwendend aus. Nach Enströms Treffer passierte für über 20 Minuten nichts mehr, die Abwehrreihen arbeiteten solide und so blieb es beim 2:2-Unentschieden. Das anschließende Penatlyschießen entschied schließlich ein Treffer Stenbergs zugunsten der Tré Kronors.

Vier Spiele, vier Siege, Torverhältnis: 27:18, Punkte: 11:1. Einmal mehr hat Schweden seinem Erzrivalen Finnland eine Lektion erteilt. Und doch war diese bei weitem nicht so eindeutig wie im letzten Jahr. Wirklich interessant wird es im Laufe dieses Jahres noch einmal für die U-19 Damen im Mai und die Herren im Dezember. Die nächste all umfassende Überprüfung des Status quo gibt erst wieder im Februar 2011. Dann wieder in Schweden.

(tn)