Kristof Klein: „Wir haben Potential“

Trainiert gemeinsam mit Uwe Wolf die Herren U-19 - Kristof Klein. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Nach einem kurzfristigen Aufschwung erleben die deutschen Nachwuchsauswahlen der U19 und U17 der Herren einen richtungsweisenden Umschwung. Bundestrainer Kristof Klein erwartet zusammen mit seinem Kollegen Uwe Wolf ein anspruchsvolles Jahr und ein schwerer Weg nach Norwegen 2011.

Floorballmagazin: Hi Kristof. Mit dem Trainingslager in Salzwedel haben die U19-Herren einen weiteren Termin auf dem Weg zur WM2011 hinter sich gebracht. Was ist erstmal kurz und knapp das Fazit nach dieser Veranstaltung?

Kristof Klein: Wir sind mit dem organisatorischen Ablauf sehr zufrieden, vielen Dank an dieser Stelle noch mal an alle lokalen Helfer! Wir sind außerdem zuversichtlich, dass wir die zukünftigen Trainingslager auf einem ähnlichen Level angehen können. So hatten wir auch ausreichend Zeit für Einzelgespräche mit den Spielern eingeräumt, einerseits um Feedback zu geben, andererseits um selbst auch Feedback zu bekommen. Inhaltlich haben wir uns vor allem mit grundlegenden Situationen im Aufbauspiel beschäftigt. Die Fortschritte konnte dann auch jeder Spieler im internen Testspiel unter Beweis stellen. Diese Schwerpunkte werden wir konsequent weiterverfolgen und verbessern.

Nun bist du zusammen mit Uwe Wolf im vergangenen Jahr etwas unerwartet in die Rolle des Nationaltrainers gerutscht. Wie war es dazu gekommen?

Es ist sicherlich richtig, dass diese Entscheidung für Außenstehende überraschend kam. Da aber ein Großteil des aktuellen Kaders bereits aus der U17-Nationalmannschaft stammt, bot sich diese Lösung an. Die Spieler kennen uns nun recht gut, sie wissen auch, was wir von Ihnen erwarten. Daher haben wir uns angeboten, die U19 auf Ihrem Weg nach Norwegen, wo die U19-WM 2011 stattfinden wird, zu begleiten.

Als Trainer der U17-Auswahlen hattet ihr bereits zuvor eine gute Übersicht über die einzelnen Regionen Nord, Ost, Süd und West. Welche Entwicklungen nehmt ihr in Bezug auf Auswahlspieler wahr?

Ich denke, dass in allen Regionen sehr gute Trainer-Arbeit geleistet wird – und das ehrenamtlich! Strukturell stehen wir momentan noch vor dem Problem, dass der Großfeld-Spielbetrieb leider noch nicht in allen Regionen gleich stark vertreten ist. Hier wartet also noch eine Menge Arbeit auf uns alle. Gleichzeitig muss aber dieser Umstand mitunter kein Nachteil sein. Gerade im Hinblick auf die individualtaktische Ausbildung der Spieler kann das bis zu einem gewissen Alter förderlich sein. Außerdem ist es erfreulich, dass die Auswahlspieler mittlerweile aus vielen Teilen der Republik kommen.

Gibt es Übungsbereiche bei denen ihr mehr Unterstützung durch die Vereine benötigt?

Es ist natürlich immer hilfreich, wenn die Spieler nach einem Trainingslager versuchen, die Trainingsziele und -inhalte mit Ihrem oder Ihrer Vereinstrainer oder Vereinstrainerin zu besprechen, um teilweise auch auf die Trainingsgestaltung Einfluss nehmen. Wir sind dabei, einen Newsletter zu erarbeiten, wodurch unsere Arbeit dann auch transparenter und der Dialog miteinander erleichtert wird. Aktuell ging der erste Newsletter zunächst an die Trainer der U17-Regionalauswahlen.

Hinsichtlich der koordinativen Ausbildung der Spieler gibt es jedoch mitunter größere Unterschiede. Da haben wir also noch Potenzial, können jedoch immer nur vereinzelt Trainingsreize setzen – was nützt es nachhaltig, wenn die Spieler bei uns einen Teil „mitbekommen“, der dann im Verein mitunter nicht praktiziert wird oder werden kann?

Nach dem verlorenen Finale 2007 hatten die Auswahlen etwas Mühe an jene Erwartungen anzuknüpfen. Gibt es schon ein Ziel für das Turnier nächstes Jahr?

Die Mannschaft hat Ihr Ziel im vergangenen Trainingslager formuliert. Nun ist es unsere Aufgabe, sie bei der Umsetzung der Teilziele zu begleiten. Das Team ist auf einem guten Weg, die ersten Länderspiele werden uns dann eine Ist-Analyse deutlich erleichtern.

Wie geht die Vorbereitung jetzt weiter? Welche Termine stehen auf dem Programm?

Wir haben in diesem Jahr insgesamt sechs Zusammenzüge in Form von Trainingslagern geplant. Hiervon haben wir bereits zwei absolviert, das nächste Trainingslager wird Anfang April in Döbeln stattfinden. Hinzu kommen noch der Hasseröder-Nationen-Cup in Wernigerode, 23. bis 25. April 2010, der Sparkassen-Cup in Weißenfels, 28. bis 30.Mai 2010, sowie ein Länderspiel-Wochenende im November. Für das Jahr 2011 laufen die Planungen ebenso, so dass Floorball-Deutschland bei der U19-WM 2011 in Norwegen sicherlich eine gute Rolle spielen kann. (jk)