Das Privileg Foto-Freiheit

/Foto: Michael Grabscheit, pixelio.de

Die Sportwelt lebt von ihnen – Fotografien. Ganz besonders die der Floorballer, denn noch haben sich Video und Fernsehübertragung nur partiell in den Top-4 Nationen durchgesetzt. Darum sind Berichterstattung und Fans ganz besonders auf die Arbeit der Sportfotografen angewiesen. In Deutschland gibt es drei feste Größen ohne die so manche Website bilderlos daher kommen würde: Rudolf Schuba, Tim Fuhrmann und Florian Büchting. Das Floorballmagazin blickte hinter die Kulissen und befragte zunächst den letzteren.

FloorballMag: Hallo Florian, du bist seit Jahren eine unentbehrliche Komponente im Floorballgeschehen. Wie und wann bist du zur Fotografie gekommen?

Florian Büchting: Das erste Mal, dass ich mich ernsthaft mit Fotografie auseinander gesetzt habe, war vor einem Norwegen-Urlaub im Jahr 2001. Ich hatte das Gefühl, ich würde es später bereuen, diese unglaubliche Landschaft nicht als Erinnerungen festgehalten zu haben. Kurz danach ging dann auch schon unihockey-pics.de los. Heute bin ich froh, wenn die große Ausrüstung im Urlaub zu Hause bleibt.

Mittlerweile hast du auf deiner Website ein umfangreiches Repertoire an Sportfotografien angehäuft. Die Spannweite reicht von Floorball über Damenfussball bis zu Tennis. Wo hast du dein erstes Unihockey-Foto eingefangen?

F. B.: Das kann noch heute auf der Webiste bewundert werden. Ich fing es im April 2002 beim Vierländerturnier in Ilsenburg ein.

Nun stellt sich die Frage, wie du dazu kamst dich auf Floorball zu konzentrieren. Hast früher selbst einmal den Schläger geschwungen?

F.B.: Ja, das habe ich. Und habe viel auf der Bank gesessen, in mancher Hinsicht auch zurecht. Ich bin bis heute stolz auf meinen einzigen Bundesliga-Einsatz, den ich 2000 für die SG Clausthal/Braunschweig brachte. Zudem habe ich lange für die Brockenhexen Clausthal gespielt, dann für den ASV Köln und den SSF Bonn, wo ich heute immer noch sowas wie der letzte Notnagel im Tor bin.

Wie kam es dazu, dass du deine Fotos auf eine eigene Sportfoto-Website – unihockey-pics.de, stellst und das auch noch kostenlos?

F.B.: Letztlich hat das alles mit der Herren WM 2002 in Helsinki zu tun. Ich war zu der Zeit noch als Radio-Moderator des Bürgerradios „Studio Eins“ sporadisch im Einsatz und sollte deswegen ein bisschen nach Deutschland senden, was die Jungs in Finnland so treiben. So kam der Gedanke mit der Website auf.

„Kostenlos“ ist eher mit der Zeit gekommen. Am Anfang war das Ganze ja noch nicht umfangreich, inzwischen verschlingt die Seite einen fünfstelligen Euro-Betrag im Jahr. Es sind eher steuerliche Gründe und die fehlende Zeit neben Beruf und Fotografie, die mich dazu bringen, momentan keine Einnahmen aus der Seite zu generieren. Das Ziel, kostendeckend zu arbeiten, hatte ich aber noch nie – das würde gleichzeitig bedeuten, die Events danach auszuwählen, bei denen am meisten Kohle rauszuschlagen ist. Für mich war es immer ein großes Privileg, mit dem Projekt das machen zu dürfen, was mir Spass macht.

Wäre es also für dich eine Herausforderung auch Audio-Beiträge auf deine Website zu stellen, sozusagen als Novum der Floorball-Berichterstattung?

F.B.: Audiobeiträge? Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Warum nicht? Sport-live.net entwickelt sich wie jedes andere Medium weiter. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich darüber ernsthaft nachdenke. Aber gut gemachte Radiobeiträge kosten eine Menge Arbeit. Momentan würde ich daran zweifeln, ob sich der Aufwand lohnt.

Wenn du auf deine bisherige Sportfotografen-Karriere im Floorball zurückschaust: Was war dein prägenstes Erlebnis?

F.B.: Das schönste und prägenste Erlebnis ist für mich weiterhin das Spiel Schweiz gegen Finnland bei der WM 2004 am Klotener Schluefweg – nicht nur weil die Partie an sich (4:3 für die Schweiz) fantastisch war. Sondern vor allem wegen der Stimmung. Noch heute erinnere ich mich mit Gänsehaut daran, wie 5.500 Zuschauer vor dem Spiel die Schweizer Nationalhymne sangen. Da wurde mir zum ersten Mal klar, was dieser Sport bewegen kann – und daran glaube ich noch heute.

Ansonsten prägen mich vor allem Begegnungen mit den Sportlern. So zum Beispiel ein Ereignis vor ein paar Wochen in Västeras bei der Damen WM, als plötzlich nach dem B-Finalsieg der Australierinnen gegen „mein Team“ Ungarn Petra Niemenmaa im australischen Trikot neben mir stand und wir uns einfach in die Arme fielen.

Wie sieht ein typisches Wochenende aus, an dem du gerade auf Fotojagd bist?

F.B.: Zu häufig beginnt so ein Wochenende mit einer viel zu langen Zugfahrt. Danach bin ich bei ein, zwei Spielen vor Ort. Dann gehts ab ins Hotel und am nächsten Tag schon wieder zurück. Leider werden in Zukunft Hotelübernachtungen nicht mehr so oft möglich sein. Meine finanziellen Mittel sind erschöpft. Mit der Bahncard 100 habe ich zumindest die Möglichkeit, mich auf Reisen schon um die Fotos zu kümmern, das heißt ich wähle aus, bearbeite und ordne sie – im Vergleich zu den früheren Autofahrten ein Quantensprung.

Oftmals reist du quer durch ganz Europa, vor allem nach Schweden oder in die Schweiz, um Spiele zu fotografieren. Wie schaffst du es, das mit deinem Privat- und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen?

F.B.: Meine Arbeitsstelle habe ich so gewählt, dass ich relativ viele Freiheiten habe, was Gleitstunden oder Gleittage und das freie Legen von Urlaub angeht. Gerade im Frühjahr, wo bei uns – ich bin Mathematiker bei einer Rückversicherung in Köln, die „Hauptkampfzeit“ ist, kollidieren die Interessen da schon zu Ungunsten der Fotografie. Privatleben? Meine Freunde sehen mich leider viel zu wenig. Denn unter der Woche geht einfach auch noch recht viel Zeit für die Terminplanung drauf. Und ich bin Single.

Bis auf Rudolf Schuba und dir gibt es kaum namhafte Fotografen in der Unihockeyszene. Glaubst du, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird?

F.B.: Das ist ganz schwer zu sagen. Ich bin ja auch im Frauenfussball aktiv, ein Sport, der noch einen deutlich größeren Markt als Floorball hat. Auch da gibt es nur zwei, drei Kollegen, die ich als wirklich namhaft bezeichnen kann. Und am Rande bemerkt: das sind nicht unbedingt die Kollegen, die aus dem Sport den meisten Profit rausholen.

Je mehr unser Sport wachsen wird, desto mehr wird er aber für die Medien interessanter. Und ob der Onkel hinter der Kamera dann namhaft ist oder nicht, ist letztlich egal – Hauptsache, sein Foto über unseren Sport ist am nächsten Tag in der Zeitung oder im Internet zu finden.

Welches ist das nächste Floorball Großereignis (Final4, WFC 2010, …) bei dem du anwesend sein wirst. Geht das bereits aus deinem Terminkalender hervor?

F.B.: Für mich kann ein Grossereignis auch ein einfaches Ligaspiel sein, auf das ich mich sehr freue. Zum Beispiel wäre es für mich ein großes Ereignis, wenn ich mir während der Saison-Rückrunde den Traum erfüllen könnte, ein paar Ligaspiele in Ungarn anzusehen.

Von den Events in diesem Jahr peile ich beide Weltmeisterschaften an, U19 WM der Damen in Olmütz und der Herren in Finnland. Der Urlaub liegt gerade zur Genehmigung beim Chef.

(ms)

FloorballMag: Hallo Florian, du bist seit Jahren eine unentbehrliche Komponente im Floorballgeschehen. Wie und wann bist du zur Fotografie gekommen?

Florian Büchting: Das erste Mal, dass ich mich ernsthaft mit Fotografie auseinander gesetzt habe, war vor einem Norwegen-Urlaub im Jahr 2001. Ich hatte das Gefühl, ich würde es später bereuen, diese unglaubliche Landschaft nicht als Erinnerungen festgehalten zu haben. Kurz danach ging dann auch schon unihockey-pics.de los. Heute bin ich froh, wenn die große Ausrüstung im Urlaub zu Hause bleibt.

Mittlerweile hast du auf deiner Website ein umfangreiches Repertoire an Sportfotografien angehäuft. Die Spannweite reicht von Floorball über Damenfussball bis zu Tennis. Wo hast du dein erstes Unihockey-Foto eingefangen?

F. B.: Das kann noch heute auf der Webiste bewundert werden. Ich fing es im April 2002 beim Vierländerturnier in Ilsenburg ein.

Nun stellt sich die Frage, wie du dazu kamst dich auf Floorball zu konzentrieren. Hast früher selbst einmal den Schläger geschwungen?

F.B.: Ja, das habe ich. Und habe viel auf der Bank gesessen, in mancher Hinsicht auch zurecht. Ich bin bis heute stolz auf meinen einzigen Bundesliga-Einsatz, den ich 2000 für die SG Clausthal/Braunschweig brachte. Zudem habe ich lange für die Brockenhexen Clausthal gespielt, dann für den ASV Köln und den SSF Bonn, wo ich heute immer noch sowas wie der letzte Notnagel im Tor bin.

Wie kam es dazu, dass du deine Fotos auf eine eigene Sportfoto-Website – unihockey-pics.de, stellst und das auch noch kostenlos?

F.B.: Letztlich hat das alles mit der Herren WM 2002 in Helsinki zu tun. Ich war zu der Zeit noch als Radio-Moderator des Bürgerradios „Studio Eins“ sporadisch im Einsatz und sollte deswegen ein bisschen nach Deutschland senden, was die Jungs in Finnland so treiben. So kam der Gedanke mit der Website auf.

„Kostenlos” ist eher mit der Zeit gekommen. Am Anfang war das Ganze ja noch nicht umfangreich, inzwischen verschlingt die Seite einen fünfstelligen Euro-Betrag im Jahr. Es sind eher steuerliche Gründe und die fehlende Zeit neben Beruf und Fotografie, die mich dazu bringen, momentan keine Einnahmen aus der Seite zu generieren. Das Ziel, kostendeckend zu arbeiten, hatte ich aber noch nie – das würde gleichzeitig bedeuten, die Events danach auszuwählen, bei denen am meisten Kohle rauszuschlagen ist. Für mich war es immer ein großes Privileg, mit dem Projekt das machen zu dürfen, was mir Spass macht.

Wäre es also für dich eine Herausforderung auch Audio-Beiträge auf deine Website zu stellen, sozusagen als Novum der Floorball-Berichterstattung?

F.B.: Audiobeiträge? Darüber habe ich noch nie nachgedacht. Warum nicht? Sport-live.net entwickelt sich wie jedes andere Medium weiter. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem ich darüber ernsthaft nachdenke. Aber gut gemachte Radiobeiträge kosten eine Menge Arbeit. Momentan würde ich daran zweifeln, ob sich der Aufwand lohnt.

Wenn du auf deine bisherige Sportfotografen-Karriere im Floorball zurückschaust: Was war dein prägenstes Erlebnis?

F.B.: Das schönste und prägenste Erlebnis ist für mich weiterhin das Spiel Schweiz gegen Finnland bei der WM 2004 am Klotener Schluefweg – nicht nur weil die Partie an sich (4:3 für die Schweiz) fantastisch war. Sondern vor allem wegen der Stimmung. Noch heute erinnere ich mich mit Gänsehaut daran, wie 5.500 Zuschauer vor dem Spiel die Schweizer Nationalhymne sangen. Da wurde mir zum ersten Mal klar, was dieser Sport bewegen kann – und daran glaube ich noch heute.

Ansonsten prägen mich vor allem Begegnungen mit den Sportlern. So zum Beispiel ein Ereignis vor ein paar Wochen in Västeras bei der Damen WM, als plötzlich nach dem B-Finalsieg der Australierinnen gegen “mein Team” Ungarn Petra Niemenmaa im australischen Trikot neben mir stand und wir uns einfach in die Arme fielen.
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Wie sieht ein typisches Wochenende aus, an dem du gerade auf Fotojagd bist?

F.B.: Zu häufig beginnt so ein Wochenende mit einer viel zu langen Zugfahrt. Danach bin ich bei ein, zwei Spielen vor Ort. Dann gehts ab ins Hotel und am nächsten Tag schon wieder zurück. Leider werden in Zukunft Hotelübernachtungen nicht mehr so oft möglich sein. Meine finanziellen Mittel sind erschöpft. Mit der Bahncard 100 habe ich zumindest die Möglichkeit, mich auf Reisen schon um die Fotos zu kümmern, das heißt ich wähle aus, bearbeite und ordne sie – im Vergleich zu den früheren Autofahrten ein Quantensprung.

Oftmals reist du quer durch ganz Europa, vor allem nach Schweden oder in die Schweiz, um Spiele zu fotografieren. Wie schaffst du es, das mit deinem Privat- und Berufsleben unter einen Hut zu bekommen?

F.B.: Meine Arbeitsstelle habe ich so gewählt, dass ich relativ viele Freiheiten habe, was Gleitstunden oder Gleittage und das freie Legen von Urlaub angeht. Gerade im Frühjahr, wo bei uns – ich bin Mathematiker bei einer Rückversicherung in Köln, die “Hauptkampfzeit” ist, kollidieren die Interessen da schon zu Ungunsten der Fotografie.

Privatleben? Meine Freunde sehen mich leider viel zu wenig. Denn unter der Woche geht einfach auch noch recht viel Zeit für die Terminplanung drauf. Und ich bin Single.

Bis auf Rudolf Schuba und dir gibt es kaum namhafte Fotografen in der Unihockeyszene. Glaubst du, dass sich das in den kommenden Jahren ändern wird?

F.B.: Das ist ganz schwer zu sagen. Ich bin ja auch im Frauenfussball aktiv, ein Sport, der noch einen deutlich größeren Markt als Floorball hat. Auch da gibt es nur zwei, drei Kollegen, die ich als wirklich namhaft bezeichnen kann. Und am Rande bemerkt: das sind nicht unbedingt die Kollegen, die aus dem Sport den meisten Profit rausholen.

Je mehr unser Sport wachsen wird, desto mehr wird er aber für die Medien interessanter. Und ob der Onkel hinter der Kamera dann namhaft ist oder nicht, ist letztlich egal – Hauptsache, sein Foto über unseren Sport ist am nächsten Tag in der Zeitung oder im Internet zu finden.

Welches ist das nächste Floorball Großereignis (Final4, WFC 2010, …) bei dem du anwesend sein wirst. Geht das bereits aus deinem Terminkalender hervor?

F.B.: Für mich kann ein Grossereignis auch ein einfaches Ligaspiel sein, auf das ich mich sehr freue. Zum Beispiel wäre es für mich ein großes Ereignis, wenn ich mir während der Saison-Rückrunde den Traum erfüllen könnte, ein paar Ligaspiele in Ungarn anzusehen.

Von den “Events” in diesem Jahr peile ich beide Weltmeisterschaften an, U19 WM der Damen in Olmütz und der Herren in Finnland. Der Urlaub liegt gerade zur Genehmigung beim Chef.

(ms)

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