Allstars 2010: 1. Bundesliga Herren

Schnell wie der Blitz, beliebt wie Fußpilz - Radek Kraus. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Die Ligaphase der 1. Bundesliga ist Geschichte und die Play-Offs sind in vollem Gange. Unsere Redaktion hat sich die Dreistigkeit erlaubt, ein Allstar-Team zusammenzustellen, welches vermutlich nie gemeinsam auf dem Platz stehen wird, 2009/2010 der Liga aber seinen Stempel aufgedrückt hat.

Um es kurz zu fassen, es ist uns wohl bewusst, dass man sich bis in alle Ewigkeit über Namen streiten kann und so viele andere die Ehrung vielleicht ebenso verdienen, doch bemühten wir uns jene Spieler auszuzeichnen, die in den Ligaspielen mit Konstanz, Einsatz und spielerischem Können ihren Mannschaften den stärksten Rückhalt boten und dabei zur Spitze der Bundesliga gehören. Wir wissen, dass sie ohne ihre Mannschaft wenig zu melden hätten und haben es uns nicht leicht gemacht.

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Linker Flügel: Torben Kleinhans (20 Jahre, TV EH Bremen)

Ähnlich wie sein Sturmpartner im Allstar-Team ist auch Torben Kleinhans der bedeutendste Hoffnungsträger seiner Mannschaft im Kampf gegen den Abstieg. Galt er einst noch als Wackelkandidat für die U19-Nationalmannschaft, wird man bei der A-Auswahl nicht mehr an ihm vorbeikommen. Kleinhans hat seine größte Schwäche der mangelnden Athletik erfolgreich bekämpft. Für Bremen knipste er am laufenden Band, war fast an jedem zweiten Tor beteiligt, bestach in 1gegen1-Situationen und bot eine beachtliche Konstanz und Kaltschnäuzigkeit. Torben Kleinhans könnte anhand seiner Formkurve im ersten Angriff eines Titelkandidaten toben, doch dieses Jahr muss er Bremen vor dem Supergau retten.

18 Spiele – 19 Tore – 13 Vorlagen – 32 Punkte – 4 Strafminuten

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Center: Raiko Krüger (25 Jahre, Red Devils Wernigerode)

Raiko Krüger verkörpert Wernigerodes pompöses Comeback in der Königsklasse. Der Kapitän der Harzer avancierte vom Gestalter zum Vollstrecker und sammelte mit 36 Toren und 14 Vorlagen mehr Treffer und auch mehr Punkte als jeder andere Spieler der 1. Bundesliga. Die Fertigkeiten der skandinavischen Zugänge stellte der 25-Jährige in den Schatten. Zusammen mit den Gebrüdern Müller will er sich nun in den Play-Offs bis zur Medaille durchschießen. Denn der Erfolg der Teufel steht und fällt mit den Künsten Krügers und seiner Sturmpartner.

18 Spiele – 36 Tore – 14 Vorlagen – 50 Punkte – 6 Strafminuten

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Rechter Flügel: Rico Haase (22 Jahre, UHC Döbeln)

Haase ist kein Floorballspieler, er ist eine Naturgewalt. Seine Schüsse sind präzise und tödlich wie die eines Heckenschützen, seine Körperbeherrschung trotz der Wucht an Masse perfekt. Haase war auch 2009/2010 mit 27 Toren ein unaufhaltsamer Panzer. Zu oft blieb er aber Döbelns Alleinunterhalter im Sturm. Für den UHC ist er zusammen mit Regisseur Oliver Hofmann nun vermutlich die letzte Hoffnung im Kampf gegen einen möglicherweise folgenschweren Rückschlag. Stimmt die Attitüde, ist Haase der stärkste Flügel der Bundesliga.

18 Spiele – 27 Tore – 9 Vorlagen – 36 Punkte – 17 Strafminuten

Mit Glanzleistungen die Liga gerettet und den Sprung in die Nationalmannschaft geschafft - Johannes Pauser. / Foto: Stephan Rösner, renapic.com

Linker Verteidiger: Tim Böttcher (18 Jahre, UHC Weißenfels)

Der vielleicht filigranste Verteidiger, den die Bundesliga je erlebt hat. Der erst 18-jährige Tim Böttcher war in einer erfrischend mäßigen Saison des Serienmeisters der Dauerbrenner. Böttcher ist als Allrounder nahezu auf jeder Position einsetzbar und war 2009/2010 zudem mit 20 Treffern torgefährlichster Abwehrspieler der Liga. Wenn Böttcher anzieht und flink durch die Mitte prescht, ist er kaum zu stoppen. Seine Übersicht tadellos, seine Spielintelligenz beeindruckend und sein Aufbau fehlerfrei. Der junge Nachwuchsler kann dieses Jahr in einer wankenden Weißenfelser Defensive trotz der Offensivkraft im Sturm zum geheimen Retter der Saison aufsteigen.

18 Spiele – 20 Tore – 6 Vorlagen – 26 Punkte – 0 Strafminuten

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Rechter Verteidiger: Radek Kraus (25 Jahre, ETV Hamburg)

Einen Beliebtheitswettbewerb wird der Tscheche Kraus zumindest bei den gegnerischen Vereinen nicht gewinnen. Doch der beinharte und nicht allzu selten provokant stichelnde Verteidiger der Hanseaten hat sich einen Namen gemacht. Kraus läuft nicht, er beamt sich von Bande zu Bande. Blitzschnell schaltet er von Abwehr auf Sturm und verteilt präzise Pässe oder feuert scharfe Projektile auf die gegnerischen Goalies. Kraus’ Bissigkeit und Eifer stehen für Hamburgs sportlichen Aufstieg 2009/2010 und stellen die Nachhaltigkeit des Erfolges nach dem Abschied der Legionäre gleichzeitig wieder ein wenig in Frage.

15 Spiele – 8 Tore – 8 Vorlagen – 16 Punkte – 6 Strafminuten

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Torhüter: Johannes Pauser (25 Jahre, SG BAT Berlin)

Berlins herausragende Rückrunde und der damit verbundene Ligaerhalt wären ohne Schlussmann Johannes Pauser nicht denkbar gewesen. Als Abstiegskandidat mussten die Hauptstädter die zweitwenigsten Gegentore hinter Spitzenreiter Weißenfels hinnehmen – ein Glück, wenn man sich mit der schwächsten Offensive der Liga abfinden muss. Pauser zappelte unorthodox, bog und brach sich bei jedem Schuss und zauberte wie von einem anderen Stern. Nun ist er der einzige Bundesliga-Torhüter im Aufgebot der Nationalmannschaft der sich berechtigte Chancen auf eine WM-Nominierung machen kann.

16 Spiele – 91 Gegentore – 5,69 Durchschnitt GT – 7 Strafminuten

Nicht nur mit Last-Minute-Treffern zum Rookie des Jahres geschossen - Ramon Ibold. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Rookie des Jahres: Ramon Ibold (18 Jahre, Red Devils Wernigerode)

Der junge Allrounder der Red Devils beweist bereits in frühen Jahren Qualitäten, die einen Scharfschützen mit Überblick ausmachen. Eine Stammkraft ist der 18-Jährige bereits allemal und mit 17 Treffern einer der torgefährlichsten Wernigeroder. Zumal auch das Timing stimmt – in der Meisterrunde sicherte Ibold den Teufeln jeweils gegen den SC DhfK und Hamburg mit Toren wenige Sekunden vor Spielende wichtige Punkte. Der schlaksige Blonde, der bei Concordia Harzgerode sein Floorball-Handwerk erlernte, wird auch in den Medaillenspielen zu Wernigerodes Trümpfen zählen dürfen.

18 Spiele – 17 Tore – 2 Vorlagen – 19 Punkte – 10 Strafminuten

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Kommentare

  1. Das kann wohl so stehen lassen. Koivisto von Hamburg, Bernieck von Weißenfels oder Fritzsche von Leipzig hätte man sicher ebenso aufstellen können, aber leider besteht ein Block ja nur aus fünf Spielern. Der Rookie des Jahres ist meines Wissens Defender, oder? Auch wenn 17 Tore eine deutliche Sprache sprechen…:)

  2. Hmm, stimmt… es ist einfach Namen wie Reuna oder Fritsche rauszuspucken, aber die hier haben es wohl wirklich gebracht. Ich hätte wiederum vielleicht gerne noch die Cobra drin 😀 aber eigentlich passt`s!