Auf dem Sprung zur Gilde

Dezember 2008, O2-Arena Prag. Das deutsche Team jubelt vor seinem Fanblock. Gegen Polen gelang die direkte Qualifikation für die diesjährige WM in Finnland. Die Vorbereitung läuft für das Herrenteam, immerhin das Aushängeschild des DUB, organisatorisch allenfalls suboptimal. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Der Verband hat viel vor – Mit der baldigen Mitgliedschaft im DOSB als oberstes Ziel vor Augen, sollen die nötigen Hürden in Kürze aus dem Weg geräumt sein. Während aber der Floorball Förderverein in Rekordzeit die nötigen Mitglieder heranbringen soll, meldeten mit Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt, die zwei größten Landesverbände rückläufige Zahlen. Auch Querelen wie jüngst bei der Absage des Vier-Nationen-Turniers trüben das Bild. Trotzdem blickt Oliver Stoll, Präsident des (noch) DUB, optimistisch in die Zukunft. Das kann er auch, denn insgesamt offenbaren sich erstaunlich gute Aussichten.

Unihockey heißt bekanntlich seit letztem Jahr offiziell Floorball, der Verband selbst laborierte aber lange an internen Streitigkeiten, so dass dessen offizielle Umbenennung bis jetzt noch nicht stattfinden konnte. Am 26. Juni, durch die entscheidende Satzungsänderung auf der Delegiertenversammlung, soll dieser Schritt endlich vollzogen werden. Solange ist es aber noch der DUB und der hat jüngst einen Bericht zur Mitgliederentwicklung veröffentlicht, welcher ein durchaus positives Bild zeichnet. So schloss man das Jahr 2009 mit 6.500 Mitgliedern, einer Steigerung zum Vorjahr von immerhin zehn Prozent. Besonders erfreulich werden die immensen Zuwächse in Hamburg, Berlin, NRW und Bayern hervorgehoben. Letztere sind mit knapp 39 Prozent Wachstumsrate Spitzenreiter. Nachdenklich stimmt dagegen die Entwicklung in Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein, den beiden größten Landesverbänden. Hier sind die Zahlen sogar leicht rückläufig.

Stetiges Wachstum - 2009 konnte der Verband seine Mitgliederzahl erneut steigern. / Diagramm: floorball.de

Der Mitgliederschwund im Norden beschränke sich nur auf sieben Vereine, bemerkt Oliver Stoll hierzu. Die Gründe lägen in einem Trainer- und Organisatorenmangel, viele junge Spieler verlassen nach dem Abitur ihre Stadt und damit auch den Verein, zuvor engagierte Eltern sind nach dem Weggang ihrer Kinder auch nicht mehr involviert. Für die Zahlen Sachsen-Anhalts findet Stoll dagegen keine konkrete Erklärung: „Eine leicht rückläufige Entwicklung lässt sich kaum bestreiten, aber trotz allem ist Sachsen-Anhalt weiterhin das Aushängeschild, was die Mitgliederzahl betrifft.“ Trotzdem passen die Zahlen nicht zur Zielsetzung des DUB , noch in diesem Jahr die Marke von 10.000 Mitgliedern zu knacken. Dafür müsste 2010 eine exorbitante Steigerung von über 50 Prozent her.

Heilsbringer DOSB

Denn aktuell fehlen dem Verband noch 3.500 Mitglieder zur Erfüllung dieser einer von vier organisatorischen Voraussetzungen, um die wichtigste Hürde der jüngeren Verbandsgeschichte zu überspringen und das nächste Level zu erreichen. Die Mitgliedschaft im DOSB scheint aktuell der Heilsbringer für viele offene Probleme innerhalb des Verbandes. Der Grund ist simpel und heißt Geld. Ein kräftiger Schluck aus den Fördertrögen der größten Sportorganisation der Welt würde es dem Verband nicht nur ermöglichen, endlich hauptamtliche Mitarbeiter zu beschäftigen. Schiedsrichter- und Trainerausbildung, Nachwuchsförderung und die Unterstützung der Nationalteams – Eckpfeiler einer nachhaltigen Entwicklung, die mit den Geldern des DOSB einen wichtigen Schub erhalten würden.

Noch sind diese Überlegungen aber reine Zukunftsmusik. Davor stehen verschiedene Hindernisse, die beseitigt werden wollen. Wichtige Schritte sind bereits unternommen worden. Neben der Umbenennung, die aufgrund von Diskrepanzen mit dem Deutschen Hockey Bund forciert wurde, steht aktuell die Steigerung der Mitgliederzahl im Fokus. Ein wichtiges Instrument soll hierbei der im vergangenen Jahr gegründete Floorball Förderverein sein. Das Konzept ist denkbar einfach. Für den Betrag von fünf Euro pro Jahr können bis zu fünf Personen dem Verein beitreten und werden automatisch auch Mitglieder des DUB. Die Rechnung scheint simpel: Treten 700 Floorballer mitsamt Anhang bei, ist die 10.000´er Grenze geknackt. Man könnte meinen, dass der DOSB derartigen Praktiken kritisch gegenüber steht, dem ist aber nicht so.

12-jährige Military-Reiter

Arbeitet mit Hochdruck in Richtung DOSB-Mitgliedschaft - DUB-Präsident Oliver Stoll. / Foto: Ingmar Goethel

Beim letzten Besuch Stolls gemeinsam mit Vizepräsident Liebing in der DOSB-Zentrale hätte man über das Konzept gesprochen und keinen Gegenwind zu spüren bekommen. Der Sportwissenschaftler fügt dazu an: „Andere Spitzensportverbände, wie beispielsweise der Moderne Fünfkampf, berichten über mehrere hundert Mitglieder im Altersbereich bis zwölf Jahre. Die müssen dort eigentlich auch Military-Reiten und Sportschießen. Das ist schon eine interessante Vorstellung und für alle ebenso schwierig nach zu vollziehen – auch für den DOSB. Dies ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass dieser Spitzensportverband weiterhin Mitglied im DOSB bleibt.“ Trotz dieses Kniffs mit der Anwerbung „passiver Mitglieder“ zur schnellen Steigerung der Zahlen, steht die Verbreiterung der aktiven registrierten Mitglieder für den Verband an erster Stelle. Hier vermutet Stoll noch verborgene Potenzen und wird auch konkret: „Ich gehe davon aus, dass aktuell viel mehr als 6.500 aktive Floorballer in Deutschland unterwegs sind. Aus Kostengründen werden aber möglicherweise weniger Mitglieder aus den Landesverbänden gemeldet, als real vorhanden sind. Ich kann dies einerseits aus Sicht der Landesverbände nachvollziehen. Andererseits behindert dies dann auch die weitere schnelle Entwicklung unseres Sports auf nationaler Ebene.“

Der große Impuls ist vom Förderverein selbst bisher noch nicht ausgegangen. Zwar gäbe es täglich neue Anmeldungen, Anfang Februar waren aber erst 150 Mitglieder gemeldet. Stoll ist trotzdem optimistisch. Ausgerechnet aus Sachsen-Anhalt soll bald eine ganze Flut von Neuanmeldungen kommen: „Rolf Blanke, Präsident des Sachsen-Anhaltinischen Landesverbandes, versicherte mir, dass er in Weißenfels fleißig sammelt und hat als persönliche Zielgröße 1.000 Mitglieder ausgegeben, bevor er alle Anmeldungen gesammelt hat und diese an den Förderverein sendet.“ Inwiefern dieses Vorhaben realistisch ist, bleibt indes schwer einzuschätzen. Fakt ist, der Verband braucht derartige Unterstützung, um seine ehrgeizigen Ziele so kurzfristig wie erwünscht zu erfüllen. Deshalb wird der Förderverein wohl in letzter Zeit auch so offensiv beworben, beim Öffnen der Verbandsseite ragt einem beispielsweise ein überdimensionaler Banner entgegen.

Vier Stufen bis zum Gipfel

Die Startseite der Verbandshomepage - Das Ziel ist klar, der Förderverein soll die Mitgliederzahl rasch wachsen lassen. Auch das neue Logo prangert bereits gut sichtbar. Die Menüleiste aber offenbart - bis 26.Juni heißt man noch DUB. / Screenshot von floorball.de

Für eine DOSB-Mitgliedschaft müssen aber neben der expliziten Mitgliedervorgabe noch drei weitere Voraussetzungen erfüllt werden. Das Landesverbände in der Hälfte aller sechzehn Landessportbünde Mitglied sein müssen, ist ein transparenter Punkt, der auch so gut wie abgehakt ist – der FVBB steht kurz davor, sowohl in den Berliner als auch den Brandenburger Landessportbund aufgenommen zu werden, womit die magische Zahl von acht Landesverbänden in den Sportbünden der Bundesländer erreicht wäre. Der DUB ist als Förderer des gemeinnützigen Zweckes Sport nach § 52 AO auch steuerbegünstigt, womit diese Voraussetzung ebenfalls erfüllt wäre. Mit dem letzten Punkt der organisatorischen Aufnahmekriterien verhält es sich dagegen nicht so eindeutig. Hier heißt es, dass innerhalb des Verbandes „Jugendarbeit in nicht nur geringfügigem Umfang“ betrieben werden sollte.

Für Stoll besteht hier nur noch formeller Handlungsbedarf – Die Position eines Verantwortlichen für Jugendarbeit müsste im Verband wohl noch geschaffen werden. Diesbezüglich wolle man aber noch einmal beim Justiziar des DOSB vorfühlen. Ansonsten sei der Punkt Nachwuchsförderung aber kein Problem. Man ist also nah dran, die verbliebenen Steine aus dem Weg zu räumen. Die Stichzeit zur Aufnahme ist immer das erste Dezemberwochenende. Doch selbst wenn man alle Voraussetzungen noch im Laufe diesen Jahres erfüllen sollte, erscheint ein Beitritt 2010 sehr unwahrscheinlich. So ist im Vorfeld dieser Delegiertenversammlung viel Arbeit zu erledigen. Neben einem Selbstbericht, in welchem der DUB die Erfüllung der Aufnahmekriterien darstellen muss, sei vor allem eine Menge Lobbyarbeit mit den anderen, schon im DOSB organisierten Spitzenverbänden nötig, erklärt der Präsident, der 2011 deshalb für realistischer hält. Um als Mitglied aufgenommen zu werden, braucht es schließlich eine Drei-Viertel-Mehrheit bei der Abstimmung der Delegierten.

Hoffnung Vollzeitstelle

Die Geldtöpfe des DOSB bergen eine Menge Hoffnungen. Ob die sich alle erfüllen, bleibt aber abzuwarten. / Montage: Tom Nebe

Ist man dann in der Gilde des DOSB, geht es an die Fördergelder. Hier ist bei einem entsprechenden Antrag mit sinnvoller und nachvollziehbarer Begründung ein fünfstelliger Betrag als Grundausstattung zu erwarten. „Das können 10.000, aber auch 90.000 Euro sein. Wobei ich eher an einen Betrag glaube, der irgendwo dazwischen liegt, jedoch 50.000 Euro sicherlich unterschreiten wird“, erklärt Stoll und fügt hinzu: „Damit ließen sich bereits eine ganze Reihe Probleme lösen, insbesondere könnten wir im Verband endlich das Tagesgeschäft auf mindestens eine Vollzeitstelle übertragen und somit wären Ressourcen für die weitere Entwicklung frei.“ Ausrutscher, wie die jüngsten Versäumnisse im Vorfeld des für Ende April geplanten, dann aber abgesagten Vier-Nationen-Turniers in Wernigerode, sollten damit endgültig der Vergangenheit angehören. Derweil nimmt die Besetzung des nun für September geplanten Events immer konkretere Konturen an. Italien hat seine Teilnahme bereits bestätigt, die Antwort Österreichs steht noch aus. Aktuell suche man noch nach einem dritten Gegner auf Augenhöhe für die Herren-Nationalmannschaft, berichtet Oliver Stoll. Bleibt zu hoffen, dass die mittlerweile dritte Auflage des Turniers wie angedacht stattfindet, insbesondere für das Team um Trainer Micael Svenson. Schließlich ruft schon im Dezember die WM und ein erfolgreiches Abschneiden wird auch im Interesse des DUB sein. Vor allem in Hinblick auf die Bewerbung um die DOSB-Mitgliedschaft, wäre das Erreichen des WM-Viertelfinales ein attraktives Argument.

(tn)


Kommentare

  1. Hmm… Mittel zum Zweck sag ich nur. Aber wahrscheinlich ist das wirklich der beste Weg. P.S. Tom Nebe, auf die Montage wäre sogar Roland Emmerich neidisch ;D

  2. Es geht nur um Geld? Sind da nicht ein paar Vorteile des DOSB vergessen worden?

    Zum Beispiel, dass Floorballlandesverbände (in NRW ist es so) jedem Verband der Mitglied in einem dem DOSB angehörigem Dachverband ist, die Aufnahme als Fachverband gewähren. Wenn der Floorballlandesverband diese Mitgliedschaft hat, so ist es wiederum den zugehörigen Vereinen möglich leichter Mitlgied in den Stadtsportbünden zu werden und so an Hallenzeiten zu kommen.
    Für kleine Vereine, die sich gerade gegründet haben ist das ja nicht ganz unerheblich.
    Außerdem kommt man so auch leichter an Sportversicherungen, etc. und muss nicht in Fußball oder Volleyballverbänden die Mitgliedschaft haben, wo letztenendes andere Sportarten von den Mitgliedsbeiträgen profitieren.

    Zum Punkt Floorball-Förderverein: Das steht hier im Artikel leider nicht ganz richtig. Es geht hier um Familienmitgliedschaften. Man kann nicht einfach 5 beliebige Leute für 5€ anmelden. Man kann Mitglied für 5€ werden und bis zu 4 Familienmitglieder auch anmelden.
    Die Vorteile die sich für jeden Floorballer ergeben, wenn man genügend Freunde dazu bewegt Mitglied zu werden, liegen ja auf der Hand.

  3. Leider scheinen entweder die 5,- € so sehr abzuschreckend, oder die Mehrheit der Floorballspieler und Freunde hat kein Interesse an einer baldigen Änderung der Situation. Die Anmeldezahlen sind noch sehr gering. Bleibt zu hoffen, dass sich das in den nächsten Monaten ändert. Jedoch muss auch klar festgehalten werden, dass diese Art der Mitgliedergewinnung nur ein kleiner Baustein sein kann. Die echten Probleme werden nicht dadurch gelöst, dass man dan Sprung über die 10.000 schafft. Geld für den Verband minimiert weder Fahrtwege im Jugendbereich, noch sorgt es dafür, dass mehr fähige Spieler für Nationalmannschaften zu Verfügung stehen. Was wir brauchen ist eine Flächendeckende Verbreitung, alles andere ist nur eine Verlagerung der Probleme. Daher ist es schon sehr erschreckend, wenn die Landesverbände die da in den letzten Jahren am weitesten gekommen sind, nun rückläufige Zahlen vermelden.

    Die Kritik des DUB, die Landesverbände würden nicht alle Mitglieder die sie hätten melden, finde ich jedoch an dieser Stelle etwas befremdlich. Ist es doch der Dachverband, der mit der Höhe der Gebühren dafür sorgt, dass die Landesverbände ihrerseits von den Mitgliedern Gelder kassieren müssen, die das drei- bis vierfache andere Sportfachverbände ausmachen. In NRW haben wir in 2010 die Mitgliedsbeiträge von 10,- € (Erw.) auf 2,- € und von 5,- € (Kind) auf 1,- € gesenkt. Damit liegen wir unter der Summe die wir an den DUB entrichten müssen. Bei diesen Summen bekommen wir die tatsächlichen Mitglieder der Vereine gemeldet. Das entstehende Minus gleichen wir hingegen dadurch aus, dass die Teamlizenzgebühren entsprechend angehoben wurden.

    Warum macht der DUB keine Pauschalen für Landesverbände? 500,- Mitglieder 1000,- € 1000 Mitglieder 1500,- € 2000 Mitglieder 2000,- €.

    Oder noch besser, der Dachverband entwickelt ein Spielerlizenzensystem (sollte über den Lizenzmanager einfach möglich sein). Die Vereine zahlen pro Spieler eine Lizenzsumme. Dafür pro Mitglied aber nur 10 Cent im Jahr. Man hätte wahrscheinlich sogar mehr Geld und wenn die Landesverbände es gut machen 25-30% mehr Mitglieder auf Bundesebene. Das zusammen mit einer Pauschale (dann natürlich nur 100 € pro 1000 Mitglieder) würde dazu führen, dass wir die Leute im Verband haben, die tatsächlich in den Vereine gemeldet sind und den Schläger schwingen, jedoch nicht am Spielbetrieb teilnehmen.

  4. Ich habe mal nachgerechnet, die durchschnittliche DUB-Steigerungsrate in 2009 beträgt nur 8%. Damit könnte man im Jahre 2016 die Marke von 10.000 Mitgliedern erreichen. DOSB wir kommen, wenn nicht heute dann halt übermorgen…

    Es ist so wie es ist: der DUB hat kein Konzept zur Entwicklung des eigenen Verbandes. Warum ist das so? Auf den DUB-Seiten findet sich zwar eine Entwicklungskommission mit vier ausgewiesenen Personen, aber ob und was die für die Verbands- oder Landesverbandsentwicklung tun oder im letzten Jahr getan haben, bleibt völlig im Dunkeln. Kann da jemand was zu sagen?

    Vorschlag: es wäre besser, wir hätten fünf Fördervereine zur Hand, in denen sich jeder parallel eintragen kann, um so schneller die Hürde für den Beitritt zu erreichen. Gut, damit hätte man weder im Verband noch in den Landesverbänden die Strukturen zukunftsfähiger gemacht, aber das ersehnte Geld würde schneller sprudeln und einen Verbandsfunktionär glücklich machen. Und darauf kommt es doch an – oder?

  5. Also so kritisch würde ich das mit dem DOSB-Beitritt nicht sehen. Es ist schon für die tatsächliche Entwicklung sehr hilfreich, wenn man dem DOSB angehört und wenn Geld da ist. Es geht nicht darum, dass ein Verbandsfunktionär davon profitiert sondern alle im deutschen Floorball.

    Zur Entwicklungskommission kann ich hier direkt und aus nächster Nähe berichten. Die Kommission war tot, bevor sie begonnen hat zu arbeiten.

    Das Konzept lautete, die Mentoren (auf der DUB-Seite) sind die Ansprechpartner für regionale Entwickler die ihrerseits neue Vereine eröffnen. Sie sollten mit Fachwissen und Material aus der Kommission unterstüzt werden. Dazu standen pro neuem Verein 300 € zur Verfügung, wenig Geld wen man schon mal einen eigenen Verein gegründet hat. Aber besser als nichts.

    Gescheitert ist das Konzept an den Entwicklern. Mir sind aus den aus drei von vier Regionen keine Projekte bekannt die über die Kommission erfolgreich stattgefunden haben. In einer Region sind durch die Arbeit 6 neue Vereine entstanden. Hier war der Mentor zugleich auch Entwickler. Das wäre auch ohne die Kommission wahrscheinlich so oder so ähnlich passiert.

    Trotzdem gibt es durchaus Regionen, in denen in der Entwicklung gute Arbiet gemacht wurde und wo einzelne Personen für eine Mitgliederzuwachs von Floorball Deutschland gearbeitet haben.

    Fakt ist aber, so lange die Vereine mit sich selber beschäftigt sind und mangels ehrenamtlicher Mitarbeiter zusehen müssen, dass sie ihren eigenen Laden am laufen halten, wird sich in der Entwicklung wenig tun.

    Wenn jeder Verein (oder sagen wir nur die größeren und gut strukturierten Clubs) hingehen würde und im Umkreis von 20km bis 30km einen Ort suchen würde wo es noch keinen Verein gibt und dort mit vereinten Kräften etwas mit aufbaut, hätten wir eine echte Entwicklung. Das dies sich auch positiv für die bestehenden Vereine auswirkt, sollte klar sein. Ein Club in der Nähe bedeutet kurze Fahrtwege und nicht Konkurrenz sondern den Aufbau von einem Netz aus Spielern, von denen die besten dann später oft zu dem Verein wechseln, der am Aufbau beteiligt war, da dieser z.B. in der BL spielt.

    Hier lästern über die Entwicklung darf eh nur, wer mindestens einen Verein selber aufgebaut hat!