Wikinger München erobern Regionalliga Süd

Nico Wintergeist und sein UC Heidelberg konnten sich zwar für das Final4-Turnier des Pokals qualifizieren, in der Regionalliga reichte es aber nur für Rang fünf. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Die Regionalliga Süd hat mit den Wikingern München einen neuen Champion. Nachdem der UC Heidelberg in den Vorjahren das Maß der Dinge war, hat das Team aus der bayerischen Landeshauptstadt aus dem Stand den Titel geholt. Zwei Siege beim letzten Spieltag in Kaufering zementierten in der Schlusstabelle die Überlegenheit, die die Wikinger über den gesamten Saisonverlauf hatten. Mit den Lumberjacks Rohrdorf und den Red Hocks Kaufering platzierten sich dahinter die beiden anderen bayerischen Teams.

Das erste Match des Abschlussspieltags zwischen München und Rohrdorf hatte brisante Vorzeichen. Die Lumberjacks hatten den Wikingern die bislang einzige Saisonniederlage (5:4) beigebracht und dafür wollten diese Revanche. Es stellte sich rasch heraus, dass sich die mit Finnen, Schweden und Schweizern gespickte Mannschaft nicht noch mal würde überrumpeln lassen. München spielte druckvoll und konzentriert, Rohrdorf war oft nicht nah genug am Mann. Nach einer 2:0-Pausenführung erhöhte der Tabellenführer im Mittelabschnitt auf 4:0. Erst dann gelang Rohrdorf der erste Treffer des Spiels. Wer nun geglaubt hatte, dass die Lumberjacks wie im ersten Spiel eine Aufholjagd starten könnten, sah sich rasch getäuscht. Die Wikinger legten gegen einen zunehmend frustrierten Gegner ordentlich nach und den Lumberjacks gelang nur noch ein weiteres Tor. Endstand 12:2 für München.

Im Anschluss traten die Hausherren aus Kaufering gegen den UC Heidelberg an. Für beide Teams ging es darum, die Bosch Anchors Stuttgart noch vom dritten Tabellenplatz zu verdrängen. Dementsprechend engagiert gingen beide Mannschaften zu Werke und zunächst sah es so aus, als sollte Kaufering sein Ziel erreichen können. Nach der 1:0-Führung der Red Hocks nahm Heidelberg jedoch immer mehr das Heft in die Hand und verwandelte den Rückstand in eine Führung. Gegen Ende des Spiels versuchten die Gastgeber noch einmal alles und nahmen den Torhüter heraus – ohne Erfolg. Heidelberg gelangen noch zwei Empty-Net-Goals zum Endstand von 6:2.

Für Heidelberg ging es nun darum, im Spiel gegen München nachzulegen und dadurch den Sprung auf Platz drei zu realisieren. Dieser Versuch sollte jedoch scheitern. München hielt wie im Spiel zuvor stets die Kontrolle und gönnte sich sogar den Luxus, auf das Ziel eines Torverhältnisses von +100 in der Endabrechnung hinzuarbeiten. Das bedeutete bei +98 vor dem Spiel, dass die Partie gegen Heidelberg mit zwei Toren Unterschied gewonnen werden musste. Trotz deutlicher Überlegenheit mit lang anhaltenden Ballstafetten hielten sich die Wikinger mit dem Toreschießen daher zurück und netzten noch dreimal ein. Nachdem München sozusagen ein Tor zu viel erzielt hatte, taten die Heidelberger ihnen mit dem Gegentreffer zum 3:1-Endstand neun Sekunden vor Schluss sogar noch einen echten Gefallen.

Im letzten Spiel der Saison standen sich dann Kaufering und Rohrdorf gegenüber. Für die Lumberjacks ging es praktisch um nichts mehr, Platz zwei war bereits vor dem Spieltag abgesichert und Platz eins nach der Niederlage gegen München außer Reichweite. Die Red Hocks jedoch konnten mit einem Sieg doch noch Platz drei erreichen, für sie war es also das entscheidende Match. Nach kurzem Abtasten entwickelte sich ein munteres Spiel mit leichtem Chancenplus für Rohrdorf, doch bis zum Ende des ersten Drittels wollten keine Tore fallen. Im zweiten Abschnitt gingen die Lumberjacks mit 1:0 in Führung und brachten diese auch ins Schlussdrittel, doch dann schlug Kaufering zu: Ein abgefälschter Schuss brachte zunächst den verdienten Ausgleich, gut zwei Minuten vor Spielende schlossen die Hausherren einen Konter zum 2:1 ab. Rohrdorf hatte danach zwar noch Chancen auf den Ausgleich, vergab sie aber allesamt.

Endtabelle Regionalliga Süd:
1. Wikinger München I 30 Punkte
2. Lumberjacks Rohrdorf 24 Punkte
3. Red Hocks Kaufering 20 Punkte
4. BA Stuttgart 19 Punkte
5. UC Heidelberg 18 Punkte
6. VBC Ludwigshafen 16 Punkte
7. United Lakers Konstanz 9 Punkte
8. Wikinger München II 8 Punkte
9. TSV Calw Lions 0 Punkte

Hinter den drei bayerischen Vereinen gelang Stuttgart nach einem Jahr Pause ein erfolgreiches Comeback in der Großfeld-Regionalliga Süd. Für den Serienmeister der Vorjahre Heidelberg reichte es diesmal nur zu Platz fünf. Ludwigshafen schlug sich angesichts des dünnen Kaders mit Rang sechs beachtlich. Durchwachsen verlief hingegen der Wiedereinstieg von Konstanz, man hatte sich sicher mehr ausgerechnet als Platz sieben und neun Punkten aus 16 Spielen. Etwas überraschend auf dem vorletzten Platz ist die zweite Mannschaft der Wikinger. Nach einer passablen ersten Saisonhälfte baute das Team gegen Saisonende ziemlich ab und wurde im Schlussspurt noch von Konstanz überholt. Für die Calw Lions ist der letzte Platz keine Überraschung, doch null Punkte sind keinesfalls eine verdiente Ausbeute der Saison. In der kommenden Spielzeit sollte für die junge Mannschaft auf alle Fälle mehr drin sein. (t.m.)

Quellen: Pressemitteilung von Toni Maier

Kommentare

  1. PSV München gewinnt die Liga!
    Das Torverhältnis von +100 ist sicher hervorhebenswert.

  2. Ich drücke Heidelberg an dieser Stelle die Daumen fürs Final4.
    Da sind die Münchner schon neidisch drauf :)
    Peter