Final4: Weißenfels trifft auf Hamburg

Der Regionalligist UC Heidelberg konnte gegen den ETV Hamburg mithalten und bewies spielerische Standfestigkeit. /Foto: www.floorball-europe.com, Rudolf Schuba

Der erste Tag des Final4 in Leipzig ist vorbei. Neben spannenden Halbfinals konnten die Zuschauer auch diversen Vorträgen beiwohnen oder den Jüngsten beim Talentepokal zuschauen. Morgen trifft der Pokal-Verteidiger UHC Sparkasse Weissenfels im Finale auf den ETV Hamburg.

In der Leipziger Ernst-Grube Halle fiel dem eintretenden Zuschauer sofort die beiden rießigen Plakate an der Stirnseite der Halle auf. Bei näherem Betrachten bestandenen die Banner für die kommende U19 Junioren WM aus tausenden kleinen Einzelfotos. Spiele des Talentepokals waren recht gut besucht und wurden oft mit frenetischem Jubel für die Kleinen zur großen Erfahrung. Die Stimmung schwächelte dann nur bei dem ersten Pokalspiel des Tages als die Mannschaften in die Halle einliefen. Doch das sollte sich im Verlaufe des Nachmittages durch spannende Spiele und volle Tribünen ändern. Die angekündigte Sportmoderatoren-Ikone Ulli Potofski ließ sich durch seinen Geschäftspartner van der Groeben vertreten. Dieser kündigte gleich zu Beginn an ein Sportart-Neuling zu sein. „Ich muss euch gestehen, ich habe nicht all zu viel Erfahrung in dieser jungen Sportart“, ließ er die Zuschauer wissen. Aber das kaschierte er mit vielen Spieler- und Zuschauerinterviews und durchaus unterhaltsamen Kommentaren.

Halbfinale I


UC Heidelberg vs. ETV Hamburg 3:7

Das erste Halbfinale an diesem Tag begann mit einem frühen Tor durch die Bundesligisten. Was nicht heißen soll, dass sich der Regionalligist aus Baden-Württemberg die Butter vom Brot nehmen lassen wollte. Heidelberg setzte Hamburg durch schnelle Konter und flüssiges Passspiel immer wieder ernsthaft unter Druck. Letzlich scheiterten die UC’ler an einem zu zaghaften Abschluss und einer Defense, die dem Feuer in der Offense zum Opfer fiel. Obwohl sie eine Chance gehabt hätten, da Hamburg mit nicht vollzähligem Kader anreiste und wenig Ehrgeiz an den Tag legte, mussten sie sich am Ende mit 3:7 geschlagen geben. Merkbar wurde das durch lässige Überzahlspiele und einer ebenso lässigen Verteidigung. Gegönnt hätte man es diesem sympathischen Team mit Potential, dass mit Schlägertaschen und Trinkflaschen einlief. Doch nichtsdestotrotz feierten die Heidelberger genauso wie die Finalisten, auch wenn Helmut Hobje mit der Schlusssirene das 6:2 markieren konnte. Mann des Tages war auf jeden Fall Stefan Ardeleanu, der auch einen Penaltyschuss gegen Mike Dietz verwandeln konnte. Durch unzählige Stürze und Ausrutscher machte sich der glatte Hallenboden wieder einmal bemerkbar. Bereits im letzten Jahr hatten sich Spieler über den Boden beschwert.

Halbfinale II

Simon Brechbühler, der die höchste Schweizer Schiedsrichter Lizenz besitzt, half kurzerhand beim zweiten Finalspiel aus. /Foto: privat


UHC Sparkasse Weissenfels vs. UHC Döbeln 8:6

Auch das zweite Halbfinale verlief spannend, denn Döbeln hatte sich im Bharata-Pokal vorgenommen das geschundene Ego zu heilen. Das ließ das energische und rastlose Spiel der Sachsen erkennen. Auch Goalie Stefan Richter ließ seine Leistung an alte Zeiten erinnern. Zudem fiel Schiedsrichter Sebastian Döring im ersten Drittel durch eine ausgekugelte Schulter aus. Als Ersatz sprang kurzerhand der neue Damen Nationaltrainer Simon Brechbühler aus der Schweiz ein. Die Verzögerung durch den Schiedsrichtertausch machte das Einstiegstdrittel zu einem der längsten dieser Saison. Ganze 50 Minuten zählte es.  Aber nicht nur dieses Drittel wurde lang, auch die Zeit auf der Strafbank für einige Spieler. So mussten beispielsweise Johannes Tauchlitz (UHC Weissenfels) und Enrico Franze (UHC Döbeln) jeweils Zehn-Minutenstrafen für unsportliches Verhalten absitzen nachdem sie sich in einer heiklen Situation in der Bandenrundung angingen. In brenzliche Situationen wurde Aki Koskinen des Öfteren verwickelt. Der vierfache Torschütze wurde von den Döbelnern hart rangenommen und manövrierte so mehrere von ihnen auf die Strafbank. Streckenweise klebte Döbeln dem Deutschen Meister förmlich an den Füßen, auch das Ergebnis konnte immer wieder angeglichen werden.

Hatte Weissenfels den Ausgleich geschossen, dauerte es meist nicht lang bis ein Döbelner Ball im Tor von Eric Vogel einschlug. Spektakulär konnte so auch Oliver Hoffmann zum 7:5 verkürzen nachdem er einen hohen Pass von Stefan Liers Volley von der äußeren Bande versenkte.  Döbeln kämpfte entschlossen bis zur letzten Minute und konnte noch einmal zu einem 8:6 verkürzen. Ricardo Franze sagte in einem der kurzen Pauseninterviews mit vn der Groeben, „dass zwei Tore  Rückstand im Floorball keine Problem sein“. Wenige Sekunden vor Ende riskierte Eric Vogel sogar ein 8:7 nachdem sein Auswurf an einer gegnerischen Stümerbrust in den Slot zurückprallt. Doch nach nicht enden wollenden 60 Minuten konnte der Meister und Pokal-Verteidiger Weissenfels wieder ins Finale einziehen.

Das Finale wird 14 Uhr in der Ernst-Grube Halle ausgetragen. Spannend ist die Frage, ob der ETV Hamburg noch einmal über den Rekord-Meister siegen kann.