Europafenster: Wechselspiele

Wiler-Urgestein Roger Gerber (links) wechselt in die Svenska Superligan. Auch hinter der Joel Krähenbühls (2. von rechts) Verbleib beim Schweizer Meister stehen noch Fragezeichen. /Foto: Damian Keller /unihockey.ch

Kaum ist die Saison vorbei, schlägt die Stunde der Teammanager. Denn mit dem Bilanz ziehen, kommen die Fragen. Wo lagen die Schwachpunkte, auf welcher Position ist akuter Handlungsbedarf, wessen Weggang muss kompensiert werden und was plant eigentlich das Trainerteam? Gerber, Quist und Manner heißen die größten Coups der bisherigen „Silly Season“.

In der Gerüchteküche des Transfermarkts wurde auch ein, in Deutschland wohl bekannter Name heiß gehandelt. Fredrik Holtz sollte beim diesjährigen SML-Halbfinalisten Tigers Langnau den als sicher geltenden Abschied von Ales Zalesny kompensieren. Dazu prädistinierte ihn neben seinen starken Leistungen beim Meisterschaftsgewinn Storvretas vor allem die Tatsache, dass er wie der scheidende tschechische Internationale Rechtsausleger ist. Holtz lehnte jedoch ab und so muss das Trainerteam um Björn Karlen, der den zurück getretenen Philippe Soutter beerbt, weiter den Markt sondieren.

Nägel mit Köpfen macht dagegen der Schweizer Meister. Neben Weltstar Henrik Quist, der nach zehn Jahren Pixbo nach neuen Herausforderungen sucht, kehren, wie erwartet, Verteidiger Simon Bichsel und Flügel Adrian Zimmermann nach ihrem einjährigen Intermezzo bei Classic Tampere ins Roster ihres Stammvereins zurück. Kompensieren muss man dagegen den Abgang von Kult- und Identifikationsfigur Roger Gerber. Das Wiler-Urgestein und einziger Akteur, der bei allen sechs Titeln der Grün-Weißen auf dem Feld stand, brauchte, wie er unihockey.ch gegenüber gestand, „etwas Neues“ und wechselt nach Schweden, zum Superligan-Aufsteiger Mullsjö.

551 Skorerpunkte, sieben Meistertitel - Manners Reputationen aus der Salibandyliiga sind beeindruckend. Nach zwölf Jahren beim SSV Helsinki wechselt er nun nach Helsingborg. /Foto: Mikko Hyvärinen

Dort sorgte bisher in erster Linie Helsingborg für Transferkracher. Der Klub von der schwedischen Westküste hat offensichtlich Gefallen an Spielern des SSV Helsinki gefunden. Nachdem bereits zur vergangenen Saison Verteidiger-Ass Juha Kiviletho den Vikings zugunsten von Helsingborg den Rücken gekehrt hatte, taten es ihm jetzt zwei seiner damaligen und nun auch zukünftigen Teamkollegen gleich. Der Transfer von Kari-Matti Ratsula stand dabei schon länger fest, der richtige Transferhammer folgte aber diesen Montag, mit der Verpflichtung von Santtu Manner. Der ist mit seinen 31 Jahren bereits eine lebende Legende in Helsinki. So erzielte er unter anderem alle sechs Tore im letzten Europacup-Finale gegen Erzrivale Tapanilan Erä, dass SSV letztlich mit 6:5 in Overtime gewinnen konnte, holte mit Helsinki sieben Meisterschaften und sammelte in 288 Salibandyliiga-Spielen unfassbare 551 Punkte (317+234) – Damit führt er auch die ewige Skorer-Liste der finnischen Topliga an. Offensichtlich will man in Helsingborg unbedingt den Titel, nachdem ins diesem Jahr bereits im Viertelfinale gegen Warberg Endstation war. Gerüchteweise ist man nämlich noch an Martin Emanuelsson, Star-Center von besagten Warberg, Lassi Väntinnen sowie Tero Tittu, der ebenfalls beim SSV Helsinki spielt, interessiert. Ausgerechnet in Schweden haben Finnen-Importe aktuell Hochkonjunktur.

(tn)

Ergänzende Quellen: unihockey.ch, innebandymagazinet.se, salibandyliiga.fi