Totgesagte leben länger

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Das Mixed lebt noch. Sommerturniere wie der Chemnitz Cup bestätigen dies, die Mixed-Meisterschaft am vergangenen Wochenende ebenfalls. Die Anhängerschaft aber stagniert. Der aktuelle Titelträger vom MFBC zeigte sich mit den Rahmenbedingungen der Veranstaltung unzufrieden, der Dachverband versucht die Situation zu deuten.

Im Finale setzte sich der MFBC mit 5:3 gegen Stuttgart durch – der ersehnte goldene Hattrick konnte begossen werden. Die Begeisterung hielt sich aber in Grenzen. Der Verein äußerte sich trotz des sportlichen Erfolges nämlich unzufrieden mit der Organisation des Turniers. „Trotz der Bezeichnung ‚Deutsche Meisterschaft‘ verliert dieser Begriff im Mixed-Bereich von Jahr zu Jahr zunehmend an Bedeutung“ erklärt man in der eigenen Pressemitteilung. „Die gestiegene Teilnahmegebühr von 125 € Euro pro Team rechtfertigt in keinster Weise den Rahmen. Der Verband sorgte allein für die Bereitstellung der Pokale, welche alle teilnehmenden Teams erhielten, sowie für die Auszeichnungen der Top-Scorer und Final-Schiedsrichter.“

Auch die Situation mit den Referees erwies sich als nicht zufriedenstellend. „Selbst die Ansetzungen der ursprünglich acht angesetzten Schiedsrichterpaare schrumpften auf lediglich zwei Paare, wobei Christian Fritsche nicht nur selber spielte, sondern eigentlicher Mitorganisator war. Letztendlich erschien das Hallenser Schiedsrichtergespann unentschuldigt gar nicht, eine anderer der angesetzten Referees musste krankheitsbedingt passen und somit konnte ein reibungsloser Ablauf nur dank der vor Ort eingeteilten Helfer sowie Spieler der Gastteams mit einer Lizenz ermöglicht werden. Dass Mixed-Events auch für deutlich weniger Geld einen angemessenen und dennoch sportlich hochwertigen Saisonausgleich bieten können, zeigen bereits einige Veranstalter. Der Verband sollte für die Zukunft die Modalitäten, u. a. Lizenzen, Gebühren, Qualifikationen, der Mixed-DM überdenken oder auf diese Endrunde gänzlich verzichten“ heißt es weiter.

Verbands-Vize Michael Lachenmaier erklärt drei Tage nach der Endrunde, die Gebühren zur Teilnahme an den Endrunden an den Deutschen Kleinfeld und Mixed Meisterschaften seien kostendeckend kalkuliert und nicht erhöht worden. „Wir betrachten uns als Dienstleister für die Vereine und Verbände. Solange genügend Nachfrage für einen Wettbewerb wie die Mixed-DM vorhanden ist, wird er durchgeführt werden. Unter anderem die Zahl der Meldungen für diese Veranstaltung, also nur sieben Teams, davon vier aus der Region Ost plus je ein Team aus Nordost, Süd und West, hat dazu geführt, dass wir überprüfen werden, ob genügend Bedarf für diesen Wettbewerb vorhanden ist.“ Die SBK von Floorball Deutschland würde sich an die regionalen Spielbetriebskommssionen bzw. Landesverbände wenden und deren Meinung dazu erfragen, ob gewünscht wird auch zukünftig eine Mixed-DM anzubieten. Außerdem habe die SBK bisweilen Ergebnismeldungen des Ausrichters nicht erhalten und die vorgeschriebenen Einträge in den Saisonmanager seien noch nicht erfolgt.

Das Problem mit den Schiedsrichtern ist Lachenmaier bekannt und er gesteht Verbesserungsbedarf. „In den letzten Jahren, und auch in dieser Saison, gab es bei den Endrunden immer wieder Probleme mit den Schiedsrichtern. Viele Schiedsrichter die zusätzlich Spieler sind, denken die Saison wäre für sie als Schiedsrichter nach dem letzten Spiel als Spieler beendet. Dass kein Schiedsrichter nur Schiedsrichter für die Liga in die er spielt ist, sondern das er Schiedsrichter für den Spielbetrieb von Floorball Deutschland ist, dies ist leider immer noch nicht in allen Köpfen angekommen“ bedauert der Verbandsvertreter. „Die RSK hat sehr frühzeitig die Schiedsrichter für die Endrunden aufgeboten, hat zusätzlich noch Ersatzpaare benannt, die mit einem Einsatz rechnen müssen. Zusätzlich wurden die Schiedsrichter explizit mehrmals im Vorfeld darauf hingewiesen, dass sie auch für die Endrunden Sperrtermine abgeben müssen. Trotzdem gab es in den letzten Wochen viele Absagen. Diese Absagen führen unter anderem dazu, dass weit entfernt wohnende Schiedsrichter eingesetzt werden müssen, was zu höheren Kosten führt und sich direkt in den Meldegebühren niederschlägt. Bei allen Endrunden mit Ausnahme der Mixed DM konnte die Abdeckung mit Schiedsrichtern dennoch sicher gestellt werden.“ Die RSK würde die neuen Fälle regulär behandeln und ggf. die vorgesehenen Strafgelder verhängen.

Zur Mixed DM wurden von der RSK, auch wegen der im letzten Jahr gemachten erfahrungen, besonders viele Schiedsrichter aufgeboten bzw. auf Abruf aufgeboten. Es bleibt aber festzustellen, dass es sehr viele Absagen gab, Schiedsrichter nicht gesperrt haben (die RSK kann nicht Wissen ob ein Schiedsrichter bei der Mixed DM als Spieler oder Organisator tätig ist, wer nicht pfeifen kann muss sperren) oder ohne Abmeldung nicht erschienen sind. Die RSK wird diese Fälle entsprechend der Regularien behandeln und die vorgesehenen Strafgelder verhängen. (jk)

Ergänzende Quellen: Pressemitteilung des MFBC vom 01.07.2010