Mit Blick nach oben

Gibt den Ton an - Red Devils-Trainer Peter Gahlert im Mannschaftskreis. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Gibt den Ton an - Red Devils-Trainer Peter Gahlert im Mannschaftskreis. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Mit aller Macht drängte Wernigerode in der vergangenen Saison in Richtung Bundesliga-Spitze. Am Ende konnte nur der spätere Meister aus Weißenfels den Aufsteiger denkbar knapp am Finaleinzug hindern. Die Red Devils trösteten sich schließlich mit Bronze. Das ist auch das Mindestziel für 2010/11. Das Grundgerüst steht, die Vorbereitung ist bereits durchgeplant – Nichtsdestotrotz gibt es noch einige Baustellen. Welche das sind, erklärte Headcoach Peter Gahlert im Gespräch mit Floorballmagazin.

Floorballmagazin: Wie ist der Stand der Saisonvorbereitung in Wernigerode?

Peter Gahlert: Wir haben noch nicht angefangen. Unsere Vorbereitung wird Mitte Juli starten, weil es momentan einfach zu heiß ist, viele noch im Urlaub weilen und dazu ja gerade noch Schulferien sind. Meine Erfahrungen haben mir zudem einfach gezeigt, dass es nichts bringt, zu früh anzufangen.

Wie wird dann das Pensum aussehen?

Also, wir trainieren dann dreimal die Woche – Montag, Mittwoch und Freitag – und diese Zeiten sind für die Spieler Pflichttermine. Die Einheiten sind trainingswissenschaftlich individuell absolut durchgeplant und es ist enorm wichtig, dass die Spieler ihr Pensum dann auch durchziehen.

Sind Trainingslager sowie Turnierteilnahmen geplant?

Wir starten um dem 20. August herum mit dem „Devils-Cup“ in Wernigerode. Das ist ein kleines Einladungsturnier, wo wir Mannschaften aus den unteren Ligen einladen. Das ist quasi unser Startschuss fürs Hallentraining. Es steht also noch der Spaß im Vordergrund und die Kontaktpflege zu kleineren Teams. Eine Woche später geht es dann aller Wahrscheinlichkeit nach Dänemark, wo wir zwei Testspiele bestreiten werden. Solch ein Wochenende ist dann natürlich auch für Teambulidingmaßnahmen und geselliges Zusammensein gedacht.

Wie sieht es denn großen Turnieren in Deutschland, beispielsweise den GFO, aus?

Die sind ja bereits an dem Wochenende nach Dänemark und da werden wir auch teilnehmen. Wir haben also drei Wochenenden in Serie vollen Alarm.

Was ist der aktuelle Stand in Sachen Kaderplanung? Bleiben die Auswärtigen?

Jesse (Johnsson) ist nach dem Jahr zurück nach Finnland gegangen, obwohl er eigentlich gerne noch ein weiteres dranhängen wollte. Aufgrund der Verhandlungen mit Patrick Schmidt, habe ich ihm aber gesagt, das er nicht bleiben müsse. Und da meinte er, wenn wir noch einen guten Torhüter verpflichten würden, könne er ja ruhigen Gewissens gehen. Nun hat die Sache mit Patrick ja leider doch nicht geklappt. (wir berichteten, Anm. d. Red.)

Im Klartext fehlt also noch ein zweiter starker Torhüter im Moment?

Ja genau, es fehlt noch ein guter Torhüter.

Nach aktuellem Stand wird Gary Blume in der kommenden Saison ohne gleichwertigen Back-up auskommen müssen. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Wie will man da weiter verfahren?

Wir müssen noch sehen, ob wir uns noch einmal in Richtung Torhüter umschauen. Andererseits muss man es auch so sehen: Eigentlich vergleiche ich meine Mannschaft zwar nicht so gerne mit anderen Teams, aber beispielsweise Berlin und Hamburg hatten im vergangenen Jahr aus meiner Sicht auch nur einen richtig guten Torhüter. Es gibt demnach einige Teams mit dem gleichen Problem. Wenn sich nichts ergibt, muss und wird es halt auch so gehen in der kommenden Saison.

Bekanntes Bild in Wernigerode - Jubel der ersten Reihe nach einem Torerfolg. Nun soll die zweite nachziehen. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Was ist mit den Offensivkräften?

Sowohl Kuittinen als auch Karlsson bleiben noch eine weitere Saison. Ansonsten basteln wir natürlich noch weiter daran, den Kader qualitativ und quantitativ zu verbessern, aber da ist noch nichts spruchreif. Wir wollen da hin kommen, dass wir nicht mehr so abhängig von der ersten Linie sind. Wir wollen zwei Linien, die torgefährlich sind, damit wir nicht mehr so leicht auszurechnen sind. Außerdem möchte ich in der Zukunft mit drei Linien agieren.

Schlüsselspieler wie die Müller-Brüder und Krüger bleiben demnach an Bord?

Die bleiben dem Verein erhalten, ja.

Sind schon Ziele für kommende Saison formuliert?
(Überlegt) Wie fange ich da an? Mein Hauptziel ist hier in Wernigerode erstmal, die einzelnen Teams zu strukturieren und mit Trainern auszustatten, um einen ordentlichen Unterbau zu schaffen. Dort sind wir bereits auf einen sehr guten Weg. Die tabellarische Zielstellung für das Herrenteam muss noch mit der Mannschaft erörtert werden. Auch muss man sehen, wie die Kaderplanung bei den anderen Teams aussieht. Welche Studenten kommen nach Berlin oder nach Hamburg. Was transferieren strukturstarke Vereine wie beispielsweise Chemnitz. Es gibt durchaus Vereine, die die Möglichkeiten haben, sich adäquat zu verstärken. Und davon ist es auch abhängig, was nächste Saison möglich ist. Aber wenn es alles so läuft, wie wir uns dass vorstellen, auch mit der Transferpolitik, dann ist das Ziel, die Platzierung von diesem Jahr zu bestätigen. Natürlich mit Blick nach oben. Wir waren ja schon nah dran in der vergangenen Saison…

(tn)