Penaltyschießen versus Sudden Death

Tomas Sladky versenkt einen Penalty bei der EuroFloorball Tour 2010. In seiner Heimat Tschechien fällt in einem Ligaspiel so aber keine Entscheidung bei Gleichstand. /Foto: unihockey-pics.de, Florian Büchting

Die Schweiz führte in der anstehenden Saison das Penaltyschießen nach Verlängerung in den Qualifikationsspielen ein. Michael Lachenmaier, Vize-Präsident Leistungssport von Floorball Deutschland sieht in diesem Vorstoß keine Option für die deutschen Ligen. Dem Floorballmagazin erklärte er, warum er das so sieht.

In der Schweiz (Floorballmagazin berichtete) wurde der Entschluss gefasst in der neuen Saison Qualifikationsspiele durch eine Verlängerung und anschließendes Penaltyschießen zu entscheiden. Nach einem Probelauf in der Swiss Mobiliar League (SML) weitete swissunihockey diese Regelung auf alle höheren Spielklassen aus. Vor allem wird die steigende Attraktivität in der Qualifikation gelobt und als Chance gesehen. Doch für den deutschen Floorball ist dieser Modus keine Option. Michael Lachenmaier, Vizepräsident Leistungssport, schätzt vielmehr die Neuerungen, die es ab kommender Spielperiode in Deutschland geben wird. „Wir haben es für die nächste Saison endlich geschafft, den Spielbetrieb einheitlich auf ein drei Punkte System umzustellen. Alle Landesverbände werden sich daran beteiligen. Noch vor einem Jahr sah das ganz anders aus. Da hatten viele Mitglieder völlig unterschiedliche Regelungen“, erklärt Lachenmaier die Pläne der deutschen Spielbetriebskommission (SBK). Lachenmaier ist sichtlich erleichtert über diese einheitliche nationale Linie in der Overtime-Regelung. Trotzdem wird die Kommission Ende 2010 noch einmal den Vereinen die Chance geben, sich auch zu diesem Thema zu äußern. In dieser Zeit wird die SBK die Durchführungsbestimmungen (DFB) erneut bearbeiten. „Auch zu dem Thema Penaltyschießen werden wir den Vereinen eine Möglichkeit der Kommentierung gewähren“, bestätigt Lachenmaier.

Steht mit seiner Penalty-Regelung auf weiter Flur allein: Swiss Unihockey. /Bild: swissunihockey.ch

In diesem Konzept legt bei einem Gleichstand nach 60 Minuten der Sudden Death-Modus den Sieger fest. Zudem stellt Lachenmaier fest, dass es in der deutschen Liga von 15 unentschieden geendenten Spielen, 13 von ihnen ihre Entscheidung im Sudden Victory Overtime finden konnten. Lediglich zwei Spiele endeten tatsächlich im Gleichstand. Lachenmaier stellt deshalb die Notwendigkeit für das Penaltyschießen in Frage. „Sollten wir wegen zwei Spielen eine Änderung nach Schweizer Vorbild vornehmen“, stellt sich der Vizepräsident rhetorisch die Frage. Auffällig ist zudem die Einzigartigkeit der Penalty-Variante im europäischen Floorball. Schweden, Finnland und auch Tschechien entscheiden Spiele im Gleichstand ebenso wie Deutschland durch Sudden Victory. Es wird sich also erst zeigen müssen, wie sinn- und reizvoll diese Lösung des Schweizer Verbandes sein wird. Jedoch sollten nationale Eigenheiten nie unterschätzt werden. Was in einem Land gut funktionieren kann, muss nicht gleichermaßen in einer anderen Nation Anklang finden. (ms)