Zeit der Entscheidungen

Legten eine beachtliche Leistung bei der Qualifikation in Oslo hin: Die Herren des norwegischen Meisters Tunet IBK. /Bild: innebandy.no, EFCQ Oslo

In den vergangenen Tagen kämpften in vier verschiedenen Ländern die Meister der nationalen Ligen um den Einzug in die Finalrunde des EuroFloorball Cups im Oktober in Lettland. Überraschungen und große Enttäuschungen sowie enorme Leistungsgefälle legten die Qualifikationsturniere offen. Floorballmagazin wirft einen Blick auf das geschäftige Treiben in Ungarn, Norwegen und Finnland.

Nicht nur in Grimma kämpften die Damen der nationalen Meister um den Einzug in die Endrunde des EuroFloorball Cups. In Ungarn wurde die Qualifikationen der Damen und Herren aus der Ost-Grruppe ausgespielt und in Oslo mussten sich die Gastgeber aus Norwegen, den Niederlanden, Italien und Frankreich und Spanien für den Cup messen. Im finnischen Helsinki traf sich hingegen die creme de la creme der Top-4 Nationen. An Spannung, vor allem im Herren Finale zwischen dem finnischen Vize-Meister von Tapanilan Erä und seinem direkten Konkurrenten aus dem schwedischen Storvreta, mangelte es  nicht, wohl aber stellenweise bei den Turnieren in Oslo und Erd.

EFCQ West, Oslo
In Oslo wurde der Lokalmatador Tunet IBK seiner Favouritenrolle gerecht und schaffte mit einem ordentlichen Abstand zur Konkurrenz die Qualifikation für Lettland.  In diesem Turnier wurde das extreme Gefälle von Nord zu Süd deutlich. Tunet verlor kein Spiel ohne mindestens Tore im zweistelligen Bereich zu schießen. Einziger ernst zunehmender Gegner stellte für die Norweger die bunte Legionärstruppe der FB Agents aus Amsterdam dar. Mit Spielern aus Schweden, Finnland, Dänemark und der Schweiz erkämpften sie sich den zweiten Turnierplatz. Es spricht jedoch nicht unbedingt für die Qualität des niederländischen Floorballs, wenn lediglich drei der 15 Spieler tatsächlich Niederländer sind. Es spricht sicher auch nicht für die FB Agents in ihrer Rolle des ernst zunehmenden Konkurrenten, wenn sie sich gegen den Turnierletzten vom spanischen CUF Leganes zu einem 4-2 hinreißen ließen. Dass die Norweger vom IBK Tunet Klasse auf dem Feld bewiesen, zeigt auch die tadellose Scorerstatistik. Alle Topscorer gehören zum Turniersieger – wohlgemerkt bis Platz 10! Das spricht entweder für die treffsicheren und offensiven Skandinavier oder aber für eine wehrlose Defense der Mitstreiter.

EFCQ East im ungarischen Erd. /Quelle: hunfloorball.hu

EFCQ Ost, Erd
Bei den Damen in der Ost-Qualifikation sorgten die Polinnen von Olimpia Gdansk für ein wahres Torfeuerwerk. Der polnische Meister reiste jedoch ohne das männliche Pendant, KS Szarotka Nowy Targ, an. Die Gründe dafür sind der Redaktion noch unbekannt. Dennoch reichte eine Mannschaft aus, um dem Land alle  Ehre zu machen. Allen voran Torgarant und polnische Nationalspielerin Irena Mroch trug mit ihren 14 Scorerpunkten zum Danziger Erfolg bei.

Die Herren der östlichen Schöpfung kämpften in zwei Gruppen um die Endrunde in Lettland. Als Überraschung des Turniers kann man die Mannen aus dem fernen, russischen Club Olimp Fryazino bezeichnen. Mit einer erstaunlichen Sammlung an Toren und einem starken Kader beherrschten sie über weite Strecken das Geschehen. Erst die Esten vom Meister SK Augur konnten die Russen stoppen. Im Finalspiel gewann der SK Augur deutlich mit 6-1. Bedeutenden Anteil am Triumph der Esten hatte jedoch ein Finne: der Stürmer Jani Karhulahti.

Irena Mroch vom polnischen Damen Meister Olimpia Gdansk war schusskräftigste Spielerin ihres Teams und verhalf mit ihren 14 Scorerpunkten zum Turniererfolg der Polen. /Bild: sport-live.net, Florian Büchting

Keine Überraschung war hingegen die plötzliche Absage des georgischen Damen Meisters Amro Kutaisi und des Herren Champions Lokomotive Kutaisi. Wie so oft mussten die Georgier wegen fehlendem Visum ihre Beteiligung am internationalen Turnier ablasen. Zuletzt zog die georgische U19 Damen Nationalmannschaft ihre Meldung bei der Weltmeisterschaft in Tschechien kurz vor knapp zurück. Die spontanen Absagen sorgten nicht selten für hektische Spielplanänderungen und eine brodelnde Gerüchteküche bezüglich der wahren Gründe der Absagen. (ms)