In der Nationalmannschaft gemeinsam auf Torejagd, in der Liga diese Saison Gegner: Kristian Holtz (12, Mitte) und sein jüngerer Bruder Fredrik (23, links). /Foto: Tim Fuhrmann
Drei deutsche Internationale spielen kommende Saison in Europas Topligen. Neben Fredrik Holtz (Storvreta IBK, SWE) und Philipp Hühler (Lok Reinach, CH) wird auch Fredriks Bruder und Nationalmannschaftskapitän Kristian höchstklassig spielen. Sein Club KAIS Mora (SWE) profitierte dabei von einem Drama in Västeras.
Eigentlich war für KAIS Mora der Superligan-Zug abgefahren. Nachdem man überraschend die Nordstaffel der 1.Division gewonnen hatte, zeigte man als Außenseiter auch in den Aufstiegs-Playoffs eine mehr als ansprechende Leistung. Letztlich waren die Favoriten aus Linköping (mit den Koryphäen Jihde und Hellgard) und Mullsjö nur einen winzigen Deut besser – Im entscheidenden sechsten Match hielt man in Mullsjö vor 2.000 Zuschauern dem Druck nicht stand, verlor 3:5. Ein Sieg wäre der Aufstieg gewesen, so schienen die Träume zerplatzt.
Einmal mehr hatte Västeras mit Biegen und Brechen die Klasse gehalten. 23 Punkte aus 26 Spielen, Platz zwölf, gerade so der Relegation entgangen. Neun Siege holte das Team, sechs davon in Overtime – Diese Nerven aus Stahl bedeuteten absolute Spitze in der Superligan (Falun, Zweiter dieser Wertung, kam auf gerade mal vier Overtime-Siege). Doch die Euphorie um den Klassenerhalt verbunden mit der Vorfreude auf die dritte Superligan-Saison in Folge währte nicht lange. Schon Mitte Juni kamen Gerüchte auf. Västeras mangele es an Spielern, der Kader sei niemals gut genug für die Elite-Liga. Über den Sommer wurden die Nachrichten nicht besser. Zwei Monate nach den ersten negativen Meldungen folgte schließlich der Hammer: Am 12. August vermeldete das schwedische Fachblatt Innebandymagazinet, dass Västeras fast 1,3 Millionen Kronen Schulden hat – umgerechnet circa 140.000 Euro. Die Optionen waren einfach: Entweder musste es gelingen, sich soweit zu sanieren, dass man die Superligan stemmen könnte oder Konkurs melden, gleichbedeutend mit Zwangsabstieg und damit dem Ende des Vereins. Die Zeichen standen von vorn herein schlecht und keine zwei Wochen später war es traurige Gewissheit. Am 25.08. meldete Västeras Innebandy Konkurs.
Völlig unverhofft bekam Mora damit, vier Monate nach dem Scheitern in der Relegation, die Chance, in die Superligan aufzusteigen. Nach 16 Jahren Abstinenz nimmt man nun Västeras´ Platz ein, wohlwissend, dass die kommende Saison eine Abenteuerfahrt werden wird. Am 22.September empfängt man Umea City IBK zum ersten Heimspiel. Dann wird auch Kristian Holtz mit auf dem Feld stehen. Der routinierte Center ist eine feste Größe im Team Moras, scorte 22 Punkte (11+11) in der abgelaufenen Saison. Nur vier Tage später geht es dann in die Höhle des Löwen. Im Fyrishov, der Heimstätte des amtierenden Meisters Storvreta, kommt es schon zum ersten Bruderduell zwischen Fredrik und Kristian.
(tn)
Ergänzende Quellen: innebandymagazinet.se, innebandy.se














nici_mora
1. September 2010
Yeah.. Go KAIS !! (: