Neue Regionalliga im Süden

Dominierten im vergangenen Jahr die Doppelliga. In dieser Saison mischen sie ihr Bundesland in einer eigenständigen Regio GF auf: PSV München. /Bild: Peter Hamm

Im Süden der Floorball-Republik teilten sich Baden-Württemberg und Bayern bisher eine Regionalliga Großfeld Süd. Doch in dieser Saison trennen sich die Wege der beiden Bundesländer. Gründe dafür sind die Art und Widrigkeiten dieser Art des Spielbetriebes und die Bestrebungen eine selbstständige Liga aufzubauen.

Die Regionalliga Süd, ein Zusammenschluss aus den Regionalligen Baden-Württembergs und Bayerns, wird es in der kommenden Saison nicht mehr geben. Stattdessen werden beide Länder eine eigene Großfeld-Liga ausrichten. Dadurch verringern sich die Anfahrtsstrecken deutlich. Am bisherigen Spielmodus wird sich jedoch erst einmal nichts ändern. Eigentlich wollten die bayrischen Initiatoren um Peter Hamm bereits in dieser Spielperiode größere Veränderungen einführen. Aber noch blieb vieles beim Alten. Warum er überhaupt etwas an der Durchführung des Spielbetriebes ändern wollte, erklärt Hamm so: „Im Süden ist es Tradition, dass das Großfeld nicht in der gewohnten offiziellen 3 x 20 Minuten Spielzeit ausgetragen wird, sondern lediglich mit 15 Minuten uneffektiv pro Drittel auskommen muss. Hinzu kommt, dass wir sehr beschnittene Spielrunden in der Liga hinnehmen müssen. Es exisitiert praktisch keine Rückrunde“, erklärt der ehemalige Student der TU Ilmenau.

Weiterhin stört ihn die Turnierform der Spieltage. In der Regionalliga Ost beispielsweise werden Spiele an einem separaten Matchtag ausgetragen. Mehrere Spiele stellen im Spielbetrieb eher eine Ausnahme dar. Hinzu kommt die Sache mit den Auswärtsfahrten. „Da gibt es Spiele, wie die zwischen dem VBC Ludwigshafen und den Lumberjacks Rohrdorf, für die man 430 Kilometer fahren muss. Das ist einfach zu weit für eine drittklassige Liga“, stellt Hamm fest.

Quelle: Floorball Verband Baden-Württemberg

Die Ausmaße der Anfahrtswege stören auch den Vorstand und die SBK des Floorball Verband Baden-Württemberg (Floorball BW). Jürgen Wetteroth, Vize-Präsident von Floorball BW, sagte Floorballmagazin, dass sein Verband ebenfalls eine Minimierung der Entfernungen im Spielbetrieb Süd anstrebt. „Doch gerade die Turnierspieltage halten die Spieltagsfahrten und damit die Anfahrtswege gering“, erklärt Wetteroth einen Kritikpunkt der Bayern. Die Turnierform begründet seiner Ansicht nach die verkürzte Spielzeit. Durch kürzere Spieldauer können mehr Spiele an einem Spieltag untergebracht werden.

Die Frage nach der Trennung der Regionalliga Großfeld Süd zur kommenden Saison beschreibt der Vize-Präsident Wetteroth anhand eines Trends, der sich bereits einige Jahre zuvor abzuzeichnen begann. „Der Floorball BW ist ein Sonderphänomen unter den deutschen Floorballverbänden.“ 2004 gegründet, übernahm er die Spielbetriebe für mehrere Bundesländer, darunter Bayern und Hessen. Sie verfügten damals noch über keine eigenständigen Landesverbände. Deshalb vermischten sich, nun selbständigere Spielbetriebe, mit dem Kompetenzbereich von Floorball BW. Sie entwickelten sich aber parallel und verzeichneten eine wachsende Zahl neuer, eigener Vereine. So auch Floorball Bayern.

Die Einteilung der Floorball Regionen nach der Entwicklungskommission von Floorball Deutschland. /Quelle: EWK, FVD

Starteten sie in der Regionalliga Großfeld Süd noch mit zwei eigenen Mannschaften, waren es 2009/2010 bereits vier bayrische Teams. Unter ihnen der amtierende Meister der Regio Süd, PSV München. Ein Schritt in die Selbstständigkeit der südlichen Ligen stellte die Separation der Regionalliga Kleinfeld Süd in der Saison 2008/2009 dar. „Dass sich auch die Großfeld Regionalliga trennen würde, war nur eine Frage der Zeit. Dass dieser Schritt bereits in der kommenden Saison begangen wird, kam für uns zwar etwas überraschend früh, war letzlich jedoch nur konsequent“, erläutert Wetteroth die Situation.


Einen weiteren entscheidenden Vorteil neben den kürzeren Anfahrtswegen, sieht Wetteroth in den getrennten Finanzen der Spielbetriebe. „So können die Bayern endlich eigenes Kapital generieren. In den vergangenen Jahren haben sie nur eingezahlt, aber nix herausbekommen“, stellt er heraus.

Am Ende kamen die beiden ehemaligen Liga-Partner dann doch noch auf einen Kompromiss. Anstelle einer eigenen Hinrunde und einer gemeinsamen Rückrunde mit Ausspielung um den Süddeutschen Meister, wird es nun eine Art „Süd-final4“ geben. Nach abgeschlossener Meisterschaft in der jeweiligen Liga, treffen die ersten beiden Bestplatzierten aus Bayern und Baden-Württemberg aufeinander. Mit dem Pokal hat das natürlich nichts zu tun.

Im Endeffekt ist es eine Entscheidung, die es beiden Verbänden einfacher macht, eine Großfeld Regionalliga zu etablieren, die ohne große Kraftanstregungen wachsen und sich entwickeln kann. Denn die Entwicklung führt zu eigenen Ligen der Landesverbände. (ms)

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