Floorball Entwickler des Jahres

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Sönke Grimpen/ Bild: privat

Was lange währt, wird gut. Das hat sich diesmal auch die Redaktion von Floorballmagazin gesagt und kommt nun mit dem Ergebnis zur Umfrage “Wer wird Floorball Entwickler des Jahres” online. Wer es geschafft hat und wer in der engeren Wahl stand, lest ihr nun auf Floorballmagazin.

Um Floorball Entwickler des Jahres zu werden, muss man schon aus besonderem Holz geschnitzt sein. Zudem muss man etwas Besonderes geleistet haben, das den Sport deutschlandweit voranbringt. Im August stellten wir unseren Lesern die Frage, wer ihrer Meinung nach dafür in Betracht kommt. Zahlreiche Vorschläge mit Begründungen und schlüssigen Argumenten erreichten die Redaktion. Diese machte es sich im Anschluss nicht leicht, unter der harten Konkurrenz schlussendlich einen Entwickler auszusuchen.

An dieser Stelle soll noch einmal erwähnt werden, dass alle Einsendungen lange von uns diskutiert und natürlich berücksichtigt wurden.

Sönke Grimpen

Sönke Grimpen ist Abteilungsleiter des bayerischen Floorballclubs FC Stern München. Schon allein der Name ist eine Besonderheit. Sönke stammt aus dem Friesischen und bedeuted soviel wie “kleiner Sohn” und gab in früheren Zeiten die  Familienabstammung an. Im Gegensatz zur Bedeutung seines Rufnamens steht hingegen seine Funtkion als Abteilungsleiter Floorball des FC Stern München. Für seinen Teil könnte er der “kleine Ziehvater” vom Bayerischen Floorball genannt werden. Der Diplom-Ingenieur vereint viele Projekte, Ämter und Schnittstellen in Personalunion. Neben dem Amt als Abteilungsleiter kümmert er sich um die Betreuung von Sportlehrern der Region und fordert deren Zusammenarbeit, vor allem in Grundschulen aus München, um den Sport verstärkt durch die Schuleinrichtungen zu forcieren. In diesem Rahmen bildet er auch Lehrer aus. Durch Fortbildungen für die Bayerische Landesstelle für den Schulsport (LASPO) ist er derzeit einziger aktiver Referent, der aus der Floorballszene kommt und somit einen praktischen Hintergrund hat. An dieser Front genießt Grimpen einen besonderen Vorteil: Der Oberstudiendirektor der LASPO, Matthias Lorenz, bezeichnet sich als Floorball-Fan. Ein günstiger Umstand, den nicht alle Floorballentwickler in ihrer Region und den entscheidenden Positionen vorfinden, haben Vorsitzende doch eher einen heißen Draht zum populäen Fussball oder dem regional tiefverwurzeltem Handball.

FC Stern

Insgesamt 100 Lehrer bildete er im vergangenen Jahr aus. Tendenz steigend, da Grimpen einen anwachsenden Bedarf an Weiterbildungen bemerkt. Er würde gern mehr ausbilden. “Von meinem Arbeitgeber bekomme ich aber leider nicht immer frei”, bedauert der dynamische Wahl-Bayer seine Situation. Doch Grimpen arbeitet nicht nur an der Popularität bei der Lehrerschaft in Bayern und München im Besonderen, sondern auch auf sportpolitischer Ebene. Hier  versucht er “den berühmten Fuß in die Tür zu bekommen”. Hierfür legte er sich vor einem Jahr beim Bayerischen Sportkongress ins Zeug und zeigte Flagge beim Landessportbund. Sein volles Herzblut schenkt er aber der Entwicklung des Floorballs durch aktive Promotion. Der letzte und zugleich aufsehenerregenste Auftritt der bayerischen Floorballer organisierte er im Januar 2010 gemeinsam mit Floorball Deutschland. Damals präsentierte er Floorball mithilfe seiner Jugendtrainingsgruppen vom FC Stern bei der Winter ISPO in München. “Mit seiner hervorragenden Arbeit hat Sönke Grimpen eine noch nie dagewesene Dynamik in München entwickelt”, schwärmt Marketingchef Mathias Liebing von Floorball Deutschland über Grimpen. Zudem schätzt er Grimpens Einsatz, in seiner Funktion als Landesverbandschef alle bayerischen Projekte und Bemühungen, zum Beispiel in Ingolstadt, zu bündeln und zielgerichtet voranzubringen.

Als wäre der Einsatz für Bayern nicht schon groß genug, mobilisiert er auch noch Kräfte für die internationale Präsentation. Dafür strebt Grimpen für das Frühjahr 2011 die Austragung mehrerer Länderspiele der U19 Damen an und nutzt dabei die günstige Lage seiner Region zum Länder-Dreieck Ungarn, Österreich und Deutschland.

Neu und eigenständig: Landesverband Bayern

Bemerkenswert ist auch die allgemeine Floorball Entwicklung seit 2008, dem Jahr, in dem Grimpen sein Amt als Landesverbandchef antrat. Seither hat sich die Zahl der Bayerischen Aktiven von 0 im Jahr 2008 auf beinahe 500 zwei Jahre später erhöht. Ebenso schnellte die Zahl der eigenständigen bayerischen Vereine von “keine vorhanden” auf derzeit 10 hoch. Zuvor waren einige im Baden-Württembergischen Unihockey Verband (BWUV) mitorganisiert.

Neben den grundlegenden Teilen seines Wirkens, bemüht sich Grimpen auch um die regionale öffentliche Präsenz von Floorball. Auf zahlreichen Veranstaltungen war er mit dem FC Stern anwesend, darunter das Sportfestival in München, der 850-Jahr Feier Münchens und nicht die Demospiele auf der ISPO zu vergessen. Nicht mitgezählt die zahllosen Hoffeste, Sportfeten und Stadtfeste.

Erwähnung sollen in diesem Text auch zwei weitere Kandidaten finden. Auch sie haben bisher einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung unserer Sportart geleistet. Jan Patocka und Elke Scholz waren im engeren Kreis der Auswahl. Patocka ist mit seinem vielschichtigem Engagement als Nachwuchstrainer, U17-Auswahl Trainer, Eventplaner, Organisator, Floorball-Missionar und Vereinsgestalter eine wichtige treibende Kraft. Sein Wirken in Bonn hat Auswirkungen auf den gesamten Sport.

Ebenso ehrenwert ist das Mitwirken von Elke Scholz. Sie betreute die Damen und U19 Damen Nationalmannschaften zu zahlreichen Turnieren und zu jeder WM, bereichert die Berichterstattung mit ihrem Bildmaterial, organisiert und plant für den Floorballbereich, chauffiert Spielerinnen aus Schleswig-Holstein und Hamburg zu Bundesliga Spieltagen, da es sonst einigen Spielerinnen nicht in der Form möglich wäre, am Spielbetrieb teilzunehmen. Zudem sitzt sie seit Januar dem Vorstand von Floorball-Verband Schleswig-Holstein vor und ist damit weibliches Vorbild und Vorreiterin.

Wir bedanken uns bei den vielen Lesern, die uns ihre Vorschläge zukommen lassen haben.

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