Europafenster: Die toughe Deutsche

Storvretas Goalie Viktor Klintsten und seine Abwehr hatten gegen die flinken Tschechen von Vitkovice alle Hände voll zu tun. /Foto: efc2010.lv

Eine Woche im Zeichen des Euro Floorball Cups: Grund genug fürs Floorballmagazin, der „Champions League“ unseres Sports ein wenig Extraplatz in unserem Europafenster einzuräumen – inklusive eines besonderen Lobes für Nationalmannschaftskapitänin Sandra Dirksen. Gespielt wurde natürlich auch in den großen Ligen – Nur die Schweizer machten Pause.

Euro Floorball Cup

Dem Anlass entsprechend startet das Europafenster diesmal nicht mit der Svenska Superligan, sondern gönnt sich zu Beginn einen Rückblick auf den letzten Euro Floorball Cup dieser Art in Valmiera und Kocéni (Lettland). Welche Erkenntnisse bleiben? 1. Die Letten können organisieren: Reibungsloser Ablauf, hübsche Cheerleader, nette Presseleute sowie ein sehenswerter Live-Stream – Um eine optimale Bild-Qualität zu garantieren, schickte man die Kamera-Leute sogar zur Hospitanz nach Schweden: Dort durften sie sich bei ihren Kollegen von TV4 abschauen, wie das so geht, mit der Floorball-Übertragung. 2. Der Zuschauerzuspruch blieb leider einmal mehr mäßig. Zwar war das Turnier bei weitem nicht so blutleer, wie die letzte Auflage in Fredrikshavn, doch lieferte es auch keine Gegenargumente zu dessen Abschaffung. Man darf gespannt sein, wie der neue Champions-Cup anlaufen wird. Der steigt erstmals im kommenden Oktober – in Tschechien.

Die Rahmenbedingungen stimmten: Hier der "Einmarsch der Gladiatoren" vor dem Finale - Im Bild übrigens Fredrik Holtz. /Foto: efc2010.lv

„Sie geht dahin, wo es wehtut. Aber meist tut es den Gegenspielerinnen weh.“ – Mit diesen Worten beschreibt unihockey.ch-Webmaster Klaus Bösch unsere Nati-Kapitänin Sandra Dirksen. Aus dem Munde eines Schweizer Unihockey-Kenners darf das gerne als Kompliment verstanden werden. Mit ihren Red Ants konnte sich Dirksen immerhin Bronze sichern. Die zweite Schweizer Vertretung, Meister Piranha Chur, war gegen Schwedens IKSU im Finale kurz vor der Sensation. Am Ende stand nur der Pfosten im Weg: Eine Minute vor Spielende traf Arpagaus nur Metall, die favorisierten Skandinavierinnen holten sich mit dem knappen 5:4 den dritten Titel.

Von Schweizer Experten bestätigt: Sandra Dirksen (li.) ist eine unangenehme Gegenspielerin. Classics Alisa Pöllänen nimmt lieber Reißaus - Bei diesen Trikots wahrscheinlich auch besser so... /Foto: efc2010.lv

Fast schon erwartungsgemäß ging das Gold bei den Männern an Storvreta. Das sie sich dieses im Finale aber gegen Vitkovice erkämpfen mussten, war dann doch eine große Überraschung. Die wurden mit einem 7:6-Sieg über Storvreta sowie einem 2:2 gegen Wiler-Ersingen sogar Erster ihrer Gruppe, was ihnen mit Tunet IBK (Norwegen) einen leichten Halbfinalgegner bescherte (6:2). Storvreta traf dagegen im designierten Finale auf Helsinki und gewann 4:3. Wiler schaute als Gruppendritter gar ganz in die Röhre und musste sich mit dem Spiel um Platz fünf gegen den lettischen Vertreter RTU Inspecta begnügen (13:7) – Eine Riesenenttäuschnung für den Schweizer Meister.

Alle Ergebnisse und Statistiken unter efc2010.lv

Svenska Superligan

Aufsteiger Mora und Deutschlands Kapitän Kristian Holtz kommen einfach nicht an in der Superligan: Gegen Topclub Warberg setzte es nun eine 2:9-Klatsche. Und hätte Goalie Matsson nicht 39 Schüsse abgewehrt, wäre es wohl richtig bitter geworden. Nächsten Montag wartet im TV-Match auch noch Torfabrik Täby – In deren drei Startpartien waren ja unfassbare 52 Tore gefallen. Im Spitzenspiel gegen AIK besann man sich doch einmal auf Defensive und gewann prompt 4:3. In der Partie fand auch Goalie Ramsin nach schwachen Saisonbeginn zu alter Stärke und bekam vom Fachblatt Innebandymagazinet die Note 5 („Weltklasse“).

Hartumkämpftes Spiel - Helsingborg (weiß) rang Mullsjö im TV-Match 4:1 nieder. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Diesen Montag trafen sich zwei Sorgenkinder der Liga im TV-Match. Während Helsingborg mit dem 4:1-Sieg über Mullsjö langsam wieder in Richtung obere Tabellenregionen schielen darf, steht der hoch gehandelte Aufsteiger nach vier Spielen mit nur einem Punkt da – Die Highlights gibt´s wie immer unter tv4.se .

Alle Ergebnisse und Statistiken unter innebandy.se

Swiss Mobiliar League

Die Swiss Mobiliar League hatte am EFC-Wochenende spielfrei. Ganz vorne rangieren also weiterhin die Tigers Langnau vor Köniz und Zürich.

Alle Ergebnisse und Statistiken unter swissunihockey.ch

Salibandyliiga

Zwei Teams mischen die Salibandyliiga aktuell richtig auf: Classic Tampere und die Espoo Oilers – Zusammen kommen sie auf 16 Punkte (acht Spiele, acht Siege) und 84 Tore (40 bzw. 44). Das macht einen Schnitt von über zehn pro Spiel. Während man Classic Derartiges durchaus zu trauen konnte, ist die Performance der Oilers doch eine Riesenüberraschung. Anfang der 00´er Jahre stand man noch im EC-Finale (damals hieß es noch Europa Cup), zwischenzeitlich war man dann sogar abgestiegen. Nun strebt man offensichtlich wieder nach oben.

Alle Ergebnisse und Statistiken unter salibandyliiga.fi

Fortuna Extraliga

In Tschechien drehte sich in der vergangenen Tagen zwar fast alles um den bravorösen EFC-Auftritt von Vitkovice, gespielt wurde natürlich trotzdem. Tatran, durch deren Verzicht aufs Endturnier Vitkovices Lauf erst möglich wurde, nutzte die Zeit mit zwei Siegen über Kladno und Liberec am besten (7:4 bzw. 11:2) und thront von der Tabellenspitze. Die Prager Dominanz macht Future komplett, die drei Punkte hinter Tatran auf Rang zwei liegen. Vitkovice ist übrigens nur Achter – Allerdings hat der Vize-Meister erst zwei Spiele absolviert.

Alle Ergebnisse und Statistiken unter florbal.cz

(tn)

Kommentare

  1. stimmt nicht, in der schweiz wurde am efc-weekend gespielt:

    10.10.2010 UHC Grünenmatt GC Zürich 1 : 6
    10.10.2010 Kloten-Bülach Jets UHC WaSa 6 : 7 n.P.
    09.10.2010 Floorball Köniz Alligator Malans 7 : 4
    09.10.2010 Lok Reinach Chur Unihockey 4 : 6
    10.10.2010 Tigers Langnau UHC Uster 9 : 2

  2. da stimme ich dir zu, der spielplan ist sehr verwirrend… vor der 7. findet ja noch die 3. statt, nachdem bereits die 4. vor der 6. und der 5. gespielt wurde :-)

  3. So, gestern hat Wiler ne erneute Schlappe einstecken müssen.
    Diesmal in der Liga beim Live-Spiel.
    Und Verdacht auf Kreuzbandriss bei Quist…schöne Sch…!