Männer mit Hut: Der Pokalsieg der dezimierten Hamburger gegen Weißenfels war einer der Floorball-Geschichten 2010. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Eine Pokalsensation, zwei Weltmeisterschaften, Rekordzuwachs bei den Mitgliedszahlen, kuriose TV-Momente mit Floorball als einem der Hauptdarsteller und der Launch des Floorballmagazins – Das sind nur einige der Eckpunkte eines bewegten Floorball-Jahres. Ein kleiner Rückblick auf die einprägsamsten Ereignisse 2010.

1. Mai 2010 – Der achte Streich

Sascha Herlt und Marco Carigiet treffen jeweils doppelt als Weißenfels mit einem 4:2 gegen den MFBC Löwen Leipzig den achten Titel in Serie holt. Das erste Spiel der “best of three”-Serie hatte der Meister bereits mit 6:4 gewonnen. Nach empfindlichen Abgängen (Bernieck, Carigiet und Böttcher vor der Saison, Hürlimann und Koskinen zum Ende diesen Jahres) wird die Titelverteidigung diese Saison aber ein hartes Stück Arbeit – Wernigerode und Berlin lauern schon.

Marco Carigiet ließ Weißenfels gegen den MFBC jubeln. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

9. Oktober 2010 – Die Klatsche des Jahres

Stark ersatzgeschwächt trat Aufsteiger Bonn zum Gastspiel in Weißenfels an. Nach 60 Minuten hatte der bemitleidenswerte Goalie Markus Tölzer den Ball 21-mal aus dem Netz geholt. Endergebnis 2:21. Dieses Resultat blieb aber eine Ausnahme, die Liga wird in der aktuellen Saison von meist engen Resultaten geprägt. Vor allem, weil auch Aufsteiger Bonn sich erstaunlich gut hält. Speziell im Sportpark Nord strauchelten die Gegner bereits mehrfach.

6. Mai 2010 – Deutschland gegen Russland 3:4

Die Niederlage gegen chaotisch agierende, aber unermüdlich rennende Russinnen besiegelt das Ende der Finalträume für Deutschlands U19 Damen bei der WM in Olomouc (Tschechien). Unterm Strich fehlte dem Team das letzte Quäntchen, vor allem in der Physis. Die spielerischen Potenzen waren zweifelsohne vorhanden. Am Ende holte man sich mit einem 12:0 gegen überforderte Österreicherinnen zumindest den dritten Platz in der B-Gruppe.

Tränen bei Maria Voigt und dem deutschen Team – Die Niederlage gegen Russland besiegelte die Finalträume bei der U-19-WM. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

17. April 2010 – Am Ziel

Schon Anfang des Jahres kündigte Fredrik Holtz an: “Am 17. April wird es für Storvreta nach Gold riechen.” Und so kam es auch – 5:2 gewann die Equipe aus Uppsala vor über 12.000 Zuschauern gegen Caperiotäby. Für Holtz war es der erste schwedische Meistertitel, ebenso wie für Mika Kohonen. 2010 war definitiv das Jahr des Finnen: Meister, Europacupsieger, Weltmeister, Weltfloorballer, sein 500. Assist in der Superligan – Mehr geht wirklich nicht mehr.

Der Moment des Erfolges: Stenberg (Nr. 12) hat gerade das 5:2 ins Empty-Net markiert. Der Titel ist perfekt. /Foto: Jesper Mattsson

9. Dezember 2010 – Das Ende der Reise

Mattias Mikulski schlenzt den Ball aus 15 Metern in Kohlers nahe Ecke und entscheidet das Spiel um Platz neun. Wie sehr Trainer Micael Svensson den Sieg wollte, zeigte sich schon an der Aufstellung. Mit Fredrik Holtz, Andreas Gahlert, den Mucha-Brüdern und Kristian Holtz spielte die Powerplay-Reihe als erste Line durch. Fredrik Holtz kam insgesamt auf 45 Minuten Einsatzzeit. Derlei taktische Entscheidungen sorgten nicht überall für Verständnis, auch innerhalb von Nationalmannschaftskreisen. Auch hinsichtlich Organisation und Kommunikation drang immer wieder Kritik an die Oberfläche. Ob Micael Svensson auch 2011 Trainer der Nationalmannschaft sein wird, ist noch offen. Seine Aussagen bezüglich dieser Frage sind doch sehr zurückhaltend.

Ernüchterung bei Tim Böttcher und dem deutschen Team. Das Viertelfinale wurde verpasst, am Ende steht Rang zehn. Und ob Micael Svensson (vorne links) Nati-Coach bleibt, ist weiter offen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

1. Mai 2010 – Willkommen in der Bundesliga

Bremen und Döbeln müssen runter, Chemnitz und Bonn gehen hoch. Während die Rückkehr der Floor Fighters nicht allzu überraschend kam, waren die zwei 4:3-Erfolge Bonns gegen den TV Eiche Horn eine kleine Sensation. Aktuell befinden sich die Absteiger in ihren Ligen allerdings auf Kurs in Richtung Aufsteigsspiele, Chemnitz und Bonn driften in Richtung Abstiegsrunde. Wiedersehen 2011 also nicht ausgeschlossen…

In den Relegationspartien konnte Bonn (hier Wrossok, li.) Bremen (Kasche, re.) zweimal 4:3 besiegen und stieg damit auf. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

12. November 2010 – Im Rampenlicht

Nach zwei Auftritten bei ‘Schlag den Raab’ war Floorball an diesem Novemberabend auch erstmals als Spiel bei ´Schlag den Star` dabei. Hier duellierten sich TV-Sportler vom Dienst Joey Kelly gegen den aufgepumpten Michael. Der fiel allerdings mehr als dass er spielte, während er von Kelly zusätzlich noch mit harten Stockschlägen traktiert wurde. Nach einem Schlag aufs Schienbein brauchte der Hüne nach gut zwei Minuten Spielzeit eine erste ´Behandlungspause`. Wenig später checkte ihn Kelly in das Mini-Tor, wo Kanditat Michael schließlich mit dem Bauch auf der Latte bremste. Der sank zusammen, das Gesicht schmerzverzerrt, in Höllenqualen wie es schien. Die Folge: eine weitere, noch längere Behandlungspause. Eine Minute vor Schluss musste Constantin Sicking, der das Gemetzel wie üblich souverän leitete, schließlich ganz abpfeifen, weil Hüne Michael, von Schmerzen geplagt und mit drei Toren aussichtslos in Rückstand, aufgab.  Immerhin nennen die Produzenten den Sport mittlerweile Floorball… Das Video zum Schmunzeln gibt es hier.

Floorball am 12.11.2010 bei ´Schlag den Star` – Kanditat Michael in typischer Pose. /Screenshot: prosieben.de

30. Oktober 2010 – Die ´53 Prozent-Rechnung`

Als die IFF die neuen Mitgliedszahlen der Verbände veröffentlichte, schnitt Deutschland mit einer Steigerung von 11 Prozent (drittbester Wert) einmal mehr überragend ab. Mit 6.500 (Stand: 30.09.2010) ist man von den angestrebten 10.000 trotzdem noch weit entfernt. Dennoch sagte Verbandspräsident Oliver Stoll gegenüber dem Floorballmagazin, dass die 10.000´er Hürde, ein wichtiger Meilenstein Richtung DOSB-Mitgliedsschaft, bis Ende 2011 geknackt werden könne. Die dafür nötige Steigerung wäre allerdings bei satten 53 Prozent. Allerdings seien laut Stoll in der IFF-Statistik 1.700 Mitglieder noch nicht mit eingeflossen (u.a. Tausend aus dem Förderverein). 1.800 Mitglieder fehlen also noch, wenn man der Rechnung Glauben schenkt. Wir drücken die Daumen, dass wir in einem Jahr an dieser Stelle Vollzug melden können.

16. Mai 2010 – Das Wunder von Leipzig

Ohne ihre finnischen Kräfte Westerholm und Koivisto, ohne etablierte Größen wie Sefkow und Stüble, die auf einer Hochzeitsfeier weilten, trat der ETV Hamburg im Finale des ´final 4` in der Leipziger Ernst-Grube-Halle dem scheinbar übermächtigen UHC Weißenfels entgegen. Lange war die Partie eine müde Angelegenheit, die in den letzten zehn Minuten aber explodierte. Drei Treffer des bis dato völlig unbekannten Marco Neumann und zwei präzise Geschosse von Nilsson und Kappel besorgten den Hanseaten den Cup. Eine echte Sensation.

DIE Geschichte eines denkwürdigen Pokalfinals: Der unbekannte Marco Neumann schießt den ETV mit drei Toren zum Cup und erhält von Nati-Kapitänin Sandra Dirksen im Anschluss die ´Best Player`-Auszeichnung. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

14. Februar 2010 – Hallo, wir sinds!

Zurück zu den Wurzeln ging es für das Unihockeymag an diesem 14.Februar – Weg vom monatlichen Magazin im pdf-Format, zurück in eine stetig aktuelle Website mit neuem Namen. Zehn Monate und über 400 Beiträge später freuen wir uns nun auf ein ereignisreiches Floorball-Jahr 2011!

Im neuen Gewand: Mitte Februar ging das Floorballmagazin als Nachfolger des Unihockeymags online. /Screenshot: floorballmagazin.de

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3 Kommentare vorhandenKommentieren
  1. hi.. die “powerplay”-reihe der nationalmannschaft zur weltmeisterschaft der herren spielte ohne kristian holtz der verletzt auf der bank saß, aber dafür mit peter dietel.

  2. Danke für eure Arbeit im Jahr 2010!!! Die Umstellung weg vom monatlichen PDF-Mag war super und wird hoffentlich auch euch weiterhin Spass machen und Erfolg bringen.

    DANKEEE!!

    (Randnotiz, mehr hat sie nicht verdient: Es ist Gold wert, dass die unihockey-bild nicht mehr alleine in den Wald ruft, schreit, röhrt…)

  3. Ich kann mich da nur anschließen, vielen Dank für die schönen Eindrücke aus der Welt des Lochballs. Macht bitte weiter so!

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