Empirische Sozialforschung im Sport

Im ersten Teil der neuen Themen-Serie möchte ich eine theoretische Einführung in das Arbeitsfeld der empirischen Sozialforschung im Sport bieten. Diese kann insbesondere für Verbände aber ebenso auch für Vereine oder Veranstalter ein spannendes Instrument zur Deutung von Häufigkeiten sowie Trends ihrer Mitglieder-, Anhänger- und Teilnehmerentwicklung bieten. Keine Angst, tut nicht weh.

1.1 Sinn und Zweck
Möchte eine Vereinsleitung beispielsweise eine begründete Aussage über Unterschiede in der Zufriedenheit mit ihrer Arbeit zwischen weiblichen und männlichen Anhängern treffen, muss sie zwangsweise auf empirische Forschungsmethoden zurückgreifen. Will die Presseabteilung eines Verbandsvorstandes über eine Inhaltsanalyse diverser Medienbeiträge evaluieren, mit welchem Erfolg Pressemitteilungen tatsächlich veröffentlicht werden, kommt auch diese ohne ein grundlegendes Maß an standardisierter Methodik nicht aus.

Hinzu kommt auch die Kompetenz Forschungsergebnisse Dritter (z.B. Sportartikelhersteller, Forschungsinstitute, Medien etc.) richtig interpretieren und somit auch Verzerrungen oder Täuschungen erkennen zu können. Tatsächlich bedienen sich Sportvereine, Verbände oder Veranstalter in der Praxis unbewusst regelmäßig entsprechender Instrumente, scheitern aber oft an einer mangelhaften Durchführung und noch häufiger an einer fehlerhaften Evaluation. Auf diese Weise fehlen wesentliche Instrumente einer abgestimmten Corporate Identity.

1.2 Arbeitsschritte
Der Ablauf einer derartigen Forschung besteht in der Regel aus folgenden Arbeitsschritten, deren Abfolge insbesondere für quantitative Methoden von zentraler Bedeutung ist:

1. Theorie und Forschungsziel
2. Begriffsdefinition
3. Hypothesenformulierung
4. Methodenauswahl
5. Operationalisierung
6. Datenerhebung
7. Datenanalyse
8. Ergebnispräsentation

In den weiteren Kapiteln, die ich in den kommenden Wochen veröffentlichen werde, möchte ich diese Aufgaben einzeln vorstellen und auch Entwicklern für die gängige Praxis im Breiten- oder erweiterten Leistungssport zugänglich machen.

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