Bewies beim 21:2-Erfolg ihre Stärken im Spielaufbau – Maria Voigt. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Die U19-Damen-WM im vergangenen Frühling war ein ansprechendes Lebenszeichen des weiblichen Nachwuchses. Die zweite Generation möchte an der WM 2012 in der Slowakei jene Leistung nicht nur toppen, sondern, wenn möglich, vielleicht sogar mit dem Aufstieg in die A-Division küren. In den ersten Vorbereitungsspielen gegen ein chancenloses Österreich gab es mit 21:2 und 8:1 eine gelungene Premiere. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Bundestrainer Joel Heine über die “nächste” Generation.
Floorballmagazin: Nun habt ihr ein weiteres U19-Wochenende hinter euch. In welcher Vorbereitungsphase befindet sich die Mannschaft nach diesem Termin.
Joel Heine: Ich denke, wir befinden uns noch zwischen zwei Phasen – das Sammeln von Informationen und die Gestaltung unsere Teamtaktik. Langsam wissen wir genug über die Spielerinnen in Hinsicht auf die WM in der Slowakei. Wir haben im Grunde alle Mädels in Trainings oder Freundschaftsspielen hinreichend beobachten können. Am vergangenen Wochenende haben wir angefangen mehr über den taktischen Part zu sprechen und konnten sehen wie sich das gemeinsame Playbook, das mit Simon Brechbühler und den A-Damen abgestimmt ist, mit unseren Spielerinnen versteht. Jetzt können wir uns mit unseren Stärken und Schwächen befassen und ein angepasstes Playbook gestalten. Wir werden zwar weiterhin das Damen-Playbook als Grundlage nutzen, aber unsere Situation unterscheidet sich etwas, denn unsere Auswahl ist begrenzt. Während Simon die richtigen Spielerinnen für sein System aussucht, müssen wir das richtige System für unsere Spielerinnen finden.
Die Siege gegen Österreich waren eindeutig. Was waren deine postiven und was deine negativen Eindrücke?
Ja, die Ergebnisse waren klar, deshalb habe ich auch mehr positive als negative Eindrücke sammeln können. Das erste Spiel war besonders gelungen. 21:2 war der höchste Sieg seit dem ich bei der Nationalmannschaft bin, also bin ich natürlich zufrieden. Vor der Partie waren die Mädels tatsächlich sehr nervös, aber sie haben sich früh in den Griff bekommen. Was mir aber besonders gefiel, war, dass vor allem unsere erfahreneren Spielerinnen den Schritt vom Mitläufer zur Führungsperson gewagt haben. Zum Beispiel Lisa Hansel (2 Tore und 4 Vorlagen) oder Julia Pradel (4 Tore) sammelten in dieser Partie mehr Punkte als in den zwei Saisons zuvor.
Was mir weniger zusagte, war, dass einige Spielerinnen am Sonntag einen Gang zurückschalteten und nicht konstant unseren Vorgaben folgten. Nach dem einfachen ersten Spiel stimmte die Einstellung vorm zweiten nicht mehr wirklich. Wir haben den Ball dann zu lange gehalten und die Bewegung ohne Ball war wirklich schwach. Das hat es Österreich ziemlich einfach gemacht. Daran müssen wir noch arbeiten. Auch wir, ich, Daniel, Inge und Stefan, haben als Trainerstab noch einige Kleinigkeiten schleifen lassen. Aber wir werden alles schrittweise verbessern.
Die U19-Damen überzeugten auch beim PR-Termin auf der ISPO.
Wenn du zurückblickst, auf das Team mit dem man 2008 begann, welche Unterschiede siehst du? Gibt es Prozesse, die sich weiterentwickeln?
Das ist eine schwere Frage. 2008 war unser Trainerstab komplett neu und wir mussten praktisch von Null anfangen. Meine Kenntnisse des Damen-Floorballs waren… naja… begrenzt. Ich wusste, dass wir in der B-Division spielen würden (schmunzelnd). Jetzt kenne ich viele der Spielerinnen und auch unsere Stärke im Vergleich mit anderen Mannschaften, also sehe ich das ganze mit anderen Augen. Im Vergleich mit der vorherigen Mannschaft fehlt uns noch einiges an Abschlussstärke und technischer Finesse, insbesondere im Aufbau-Triangel. Aber wir haben ja noch über ein Jahr Zeit. Und man weiß nie, wann plötzlich ein Talent aus einem Dorf auftaucht. Ein Vorteil ist sicherlich auch, dass wir diesmal wesentlich mehr Spielerinnen haben, die um ihren Platz im Kader kämpfen. Manche sind näher dran, manche weniger, insgesamt haben wir aber um die 30 Spielerinnen, die reale Chancen auf eine Teilnahme an der WM haben – wenn sie hart trainieren.
Und was den Prozess angeht… hmm… meine Sprachkenntnisse sicherlich (schmunzelnd). Aber sonst ist es wie gesagt schwer zu sagen. Ich denke, wir haben ein sehr solides Arbeitskonzept mit dir und Peti aufstellen können, daran hat sich wenig geändert. Selbstverständlich passen wir einiges an, aber wir müssen nicht von Beginn an neu aufbauen. Außerdem kenne ich das taktische Potenzial unserer “alten” Generation, so dass ich abschätzen kann, was sich mit der “neuen” umsetzen lässt. Frag nochmal in zwei Jahren und ich gebe dir eine wesentlich bessere Antwort.
Wie sieht der Plan für die nächsten Monate aus?
Unser nächstes Camp steht im April in Köln zusammen mit den A-Damen an. Wir müssen mit Simon jetzt abstimmen, was getrennt und was zusammen ausgeübt wird. Diese kombinierten Trainings bringen den jungen Spielerinnen einiges an kostbarer Erfahrung. Außerdem müssen wir uns jetzt mit Inge und Daniel als Trainerstab zusammensetzen, die gesamten Erkenntnisse über jede einzelne Spielerin evaluieren und individuelle Feedbacks sowie Trainingspläne erstellen. Wenn wir uns auf die richtigen Aufgaben konzentrieren und die Mädels ihre Hausaufgaben erledigen, werden in der Slowakei Chancen auf ein gutes Ergebnis haben. (jk)













