Dominik Mucha (vorn) bei der WM. Hinten rechts steht Betreuer Friedrich Holtz. Als Teil des Trainerteams um Svensson musste auch er gehen. Noch ist kein Ersatz gefunden. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Seit Mitte Januar ist Micael Svensson nicht mehr Trainer des Herren-Nationalteams. Floorball Deutschland startete eine Ausschreibung für den frei gewordenen Posten, Svensson wiederum zeigte sich enttäuscht von der Entscheidung des Verbandes. Sechs Wochen später fragte das Floorballmagazin nach dem aktuellen Stand. Das Ergebnis: Noch gibt es keins. Und: Svensson steht dem Verband weiterhin beratend zur Seite.
Auf die Auschreibung des Verbandes hätten sich einige potentielle Trainer gemeldet, die sich ein Engagement als Herren-Nationaltrainer von Floorball Deutschland vorstellen können, sagt Pressechef Mathias Liebing. “Hierzu laufen aktuell einige fortgeschrittene Gespräche. Auf der Grundlage unserer weiterhin beschränkten Möglichkeiten werden wir versuchen, für das Herrenteam die beste Lösung zu finden. Konkreteres lässt sich zu diesem Zeitpunkt dazu nicht sagen”, so Liebing weiter. So überrascht es auch nicht, dass er keine genauen Namen nannte.
In Nationalmannschaftskreisen herrscht indes Unmut über das Vorgehen des Verbandes. Vor allem die Tatsache, dass man sich von Micael Svensson getrennt hat, ohne bereits eine Alternative in Aussicht zu haben, stößt einigen sauer auf.
Eine Folge der Hängepartie: Am ersten internationalen Wochenende des Jahres hatten die Herren als einziges Nationalteam von Floorball Deutschland keinen Zusammenzug. Die U19 Herren waren in Polen beim ´Polish Cup`, die U19 Damen testeten in München gegen Österreich und die Damen absolvierten eine erfolgreiche WM-Quali im spanischen Benidorm. “Im Laufe des Frühjahrs ist grundsätzlich ein Sichtungstermin erwünscht. Dazu wäre ein Trainingslager im Sommer denkbar. Details dazu liegen allerdings in der Hand des zukünftigen Trainerstabes”, erklärt Mathias Liebing auf die Frage nach den Plänen für die nahe Zukunft. Konkret klingt in jedem Fall anders.
Zwischen Ex-Trainer Micael Svensson und dem Verband besteht übrigens weiterhin Kontakt. So konnte man sich mit dem Schweden auf eine weitere Zusammenarbeit in beratender Funktion einigen. Liebing: “Micael Svensson wird uns auch zukünftig als absoluter Fachmann zur Verfügung stehen. Geplant ist, dass er zu einem Trainerworkshop im Mai nach Deutschland kommt, der am Rande der U19 WM in Weißenfels veranstaltet wird.”
(fb)














babbel
1. März 2011
“Hängepartie”? Ich bin doch hier nicht heimlich auf’s provozierportal weitergeleitet worden
Nur weil beim ersten IFF-Wochenende nach der WM kein Zusammenzug war (das ist absolut normal bei den meisten Nationen) oder der Trainer noch nicht definitiv gefunden wurde ist doch das keine Hängepartie?
Top Nationen mit viel finanziellen Möglichkeiten sind auch noch auf der Suche, die Schweiz hat noch keinen neuen Trainer, die Schweden erst seit weniger als einer Woche, …
Zudem zeigt doch die weitere Zusammenarbeit mit Svensson, dass der Verband nicht auf den Kopf gefallen ist, sondern dass es klare Gründe dafür gab, warum die Zusammenarbeit auf Nationaltrainerebene nicht weitergeführt wurde.
Vertrauen – die machen das schon gut, haben es in den letzten Jahren immer wieder geschafft gute Trainer zu finden. Und Nachhaltigkeit ist gerade in unserer Situation nun mal wichtiger, als kurzfristiger Erfolg – meine Meinung…
Casper
1. März 2011
Ja, sehe das ähnlich. Besser man lässt sich Zeit und findet jemanden soliden als mit Schnellschüssen irgendwelche Lücken zu füllen. Dass ein Trainingslager nach der WM ausfällt ist bei einer Erwachsenen-Auswahl kein Weltuntergang und wie Babbel meinte, bislang hat dieser Verband immer ein gutes Händchen für Coaches gehabt.
Ich denke aber dass der Artikel eher auf die Einstellung unter den Auswahlspielern anspielt, die vielleicht gerade so ein Vakuum verspüren und nicht richtig wissen was abgeht. Aber wird scho’…
kafka
1. März 2011
@ Babbel: Du sprichst das Beispiel Schweiz an. Dort wird momentan auch ein Trainer gesucht, richtig. Dort folgt aber trotzdem bald ein Trainingslager, wo Perspektivspieler gesichtet werden. Ich glaube, was der Artikel ankreiden will, sind fehlende konkrete Pläne, die vom Verband kommuniziert werden. Klar, sollte man beim Finden des neuen Trainers keine Schnellschüsse machen. Dass aber noch keine Termine für die nahe Zukunft feststehen, ist trotzdem nicht gut – aus verschiedenen Gründen.
babbel
2. März 2011
Für mich ist dieser Artikel von der Qualität der Aussage eher ein Lückenfüller für die Sommerzeit.
“stößt einigen sauer auf” – auch der Verband hätte gerne weiterhin mit Svensson zusammengearbeitet und tut es doch sogar auch immer noch!! Aber offensichtlich gab es keinen Konsens (es wird wohl vor allem am Geld gescheitert sein) um ihn als Nationaltrainer zu halten. Dass es in Nationalmannschaftskreisen einige Diven gibt, denen immer alles sauer aufstösst wissen wir zudem doch auch alle – siehe portal-Berichterstattung während der WM…….. Aber auf dieses Niveau sollte sich das mag hier ganz sicher nicht runterlassen, nur weil ihnen von ein paar Jungs etwas zu Ohren gekommen ist….
“Konkret klingt in jedem Fall anders.” Ja klar, wer in Verhandlungen mit mehreren Kandidaten ist wird garantiert nicht zu einzelnen Möglichkeiten herumplappern – das wär absolut dilettantisch und genau das wollen wir bestimmt nicht!
Und dass die Schweiz mit ihrem Millionenbudget trotz fehlendem Cheftrainer doch auch ein Trainingslager terminiert finde ich keine Sensation. Dass deswegen Floorball Deutschland einfach mal eine konkrete Terminplanung machen soll auch ohne einen Trainer finde ich nicht angebracht.
Aber für alle die sich die möglichen Termine freihalten wollen, die IFF Wochenenden 2011 sind:
23.-24.4.2011, 10.-11.9.2011, 5.-6.11.2011
Wenn ein guter Trainer für eine nachhaltige Arbeit gefunden wird, dann finde ich es völlig ok, wenn sogar erst im September 2011 der erste Zusammenzug ist!
Was ich sagen will:
- Geduld haben
- Gerne Nachfragen und aber sachlich bleiben statt Stimmungsbilder einzelner aufgebauscht in die Welt zu posaunen
kafka
2. März 2011
Sicher braucht man Geduld. Aber das mit dem Trainingslager im September ist doch nicht dein Ernst, oder?
Ein Auswahlteam muss sich in regelmäßigen Abständen treffen – neun Monate Pause gehen nicht!
Ich hoffe aber genau wie du darauf, dass man einen guten Trainer findet, der nachhaltig und strukturiert arbeitet, so wie es dem Verband (*Daumen hoch*) mit Brechbühler für die Damen gelungen ist..
babbel
3. März 2011
“Mein Ernst” ist es sicher nicht im Sinne von “mein Wunsch”, aber es ist das kleinere Übel aus meiner Sicht:
Priorität 1 = guter Trainerstab für nachhaltige Arbeit in enger Kooperation mit U19 und vor allem Bundesliga-Vereinen
Priorität 2+x = Sichtungs- und Trainingslager bereits an Ostern
Ich fände es sehr schade, wenn das Team an Ostern keinen Zusammenzug hätte, aber es wäre aus meiner sicht kein irgendwie entscheidendes Unglück.
Der Weg der mit Brechbühler&Co. eingeschlagen ist finde ich auch ein gutes Beispiel.