Europafenster: Bloß nicht Täby!

Kampf mit harten Bandagen: Storvretas Stenberg wird ins Tor gestoßen, AIK´s Egebrant schaut zu. Beide Teams kämpfen noch um eine gute Ausgangsposition in den Playoffs - und darum, bloß nicht Vierter zu werden. Dieses Wochenende kommt es zum Direktduell! /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

In Schweden herrscht Angst vor Platz vier, außerdem überrascht ein Aufsteiger alle. In Tschechien kämpft Ostrava gegen Staublungen beim Training und die Schweizer kehren zur gewohnten Play-Off Ordnung zurück, nachdem alle Favoriten die Best-Of-Seven Serien für sich entscheiden konnten.

Svenska Superligan

Drei Spieltage vor Ende schieben sich die Verfolger Warbergs immer enger zusammen. Während der Vierte Dalen im Topspiel den Zweiten AIK mit 7:5 bezwang, ließ Storvreta gegen Umea City überraschend einen Punkt liegen und verpasste damit den Sprung auf Rang zwei. Dabei verspielte der Meister im Schlussabschnitt eine 9:5-Führung. Mit dem Treffer zum 10:9 in der Overtime sicherte Mika Kohonen seinen Team zumindest noch den Extrapunkt. Damit liegen zwischen allen drei Klubs nur drei Punkte. Sicher ist: Vierter will keiner werden, dann wartet mit hoher Wahrscheinlichkeit das unangenehme Duell mit Hyvärinens Caperiotäby. Freitag steigt übrigens das Direktduell zwischen AIK und Storvreta.

Die Überraschung der Saison ist Linköping. Dank eines 8:2-Sieges gegen Sirius hat der Aufsteiger die Playoffs so gut wie gebucht. Sechs Punkte liegen nun zwischen Linköping und Platz neun, den im Moment Helsingborg besetzt. Die wiederum verloren das Sechs-Punkte-Spiel gegen Pixbo Wallenstam mit 8:12. Damit hat auch Pixbo beste Karten, die letzte Saison erstmals seit 1994 verpassten Playoffs wieder zu erreichen. Der Traditionsclub ist zu einem perfekten Zeitpunkt aus seiner spielerischen Starre erwacht – Der Sieg gegen Helsingborg war der vierte in Serie.

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Jubel den Alteingesessenen: So verhielt es sich aktuell in der Swiss Mobiliar League wie hier SV Wiler-Ersingen gegen die Jets. Keiner der Viertelfinal-Außenseiter schaffte es über einen Sieg in der Best-Of-Seven Serie hinaus. /Bild: Hans Ulrich Mülchi

Swiss Mobiliar League

Die Viertelfinal-Serien der Swiss Mobiliar League (SML) sind beendet. Und sie beendeten gleichzeit die zarte Spannung, die wie der kommende Frühling in der Luft lag. Die Kloten-Bülach Jets, GC Grünenmatt, Floorball Köniz und Chur Unihockey gingen mehr oder weniger als Außenseiter in die vermeintlich langen Best-Of-Seven Viertelfinals. Doch die Favoriten, namentlich der SV Wiler Ersingen, Tigers Lagnau, GC Zürich und Alligator Malans, konnten bereits innerhalb von nur fünf Spielen klare Verhälnisse schaffen. Keiner der „Underdogs“ vermochte es über einen Sieg in der Serie hinaus zu kommen. Alle Serien-Ergebnisse lauteten 4:1 – bis auf Tigers Lagnau gegen Floorball Köniz. Doch die Ergebnisse waren teilweise sehr knapp und so manches Viertelfinal fand seine Entscheidung erst in der Verlängerung. Dabei machten die Platzhirsche nicht immer eine gute Figur. Aber am Ende reichte es erst einmal, um sicher ins Halbfinal-Gewässer überzuschippern. Für die Gebrüder Hofbauer (Wiler) wird sicher nichts anderes als der Einzug ins Halbfinale gezählt haben. Nach einer äußerst deprimierenden Platzierung auf internationalem Parkett bei der WM 2010 in Finnland, muss für sie zur Beschönigung der sportlichen Jahresbilanz wenigstens die Meisterschaft her. Daran basteln die verwandten Floorball-Ausnahmetalente fleißigst: Mathias Hofbauer positioniert sich derweil auf Platz 2 der Scorerliste. Der jüngere von beiden, Christoph, prangt auf Rang 9.

Chur sicherte sich diese Woche den Schweizer Star-Trainer Thomas Berger für die kommende Saison. Damit wollen die Churer unter anderem den Viertelfinal-Erfolg von 2010 wiederholen, der in diesem Jahr gegen die Alligator Malans zerplatzte. Vor einem Jahr schaffte es Chur in einer respektablen Leistung die Viertelfinal-Serie nach Rückstand doch noch für sich zu gewinnen.

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Für den AC Haki (weiß) gab es diese Saison in der Salibandyliiga wie hier im Spiel gegen Tapanilan Erä (2:7) wenig zu holen. Der Vize-Meister wiederum muss sich in den Playoffs steigern, um das Finale wieder zu buchen. /Foto: Mikko Hyvärinen

Salibandyliiga

Mit der 2:5-Niederlage gegen Primus Classic Tampere gingen für den AC Haki endgültig die Lichter aus. Der Club aus Helsinki, bei dem Finnlands Weltmeister-Trainer Petteri Nykky lange Jahre Coach war, wird den bitteren Gang in die 1.Divison antreten müssen. Spannend wird dagegen die Frage, wer in die Relegation geht. Die Kandidaten heißen Aufsteiger Pori, Turku, Hämeenlinna und etwas überraschend Jyväskylä, die sich letztes Saison noch für die Playoffs qualifiziert hatten. Diese vier Teams trennen vor dem letzten Spieltag nur ein Punkt.
Im Kampf um die Playoffs ist hingegen alles klar und zumindest für zwei  der kommenden Halbfinalteilnehmer braucht man sich nicht allzu weit aus dem Fenster lehnen: Classic und SSV Helsinki werden mit Josba bzw. Nokia keine Probleme haben. Spannender werden dagegen die anderen beiden Serien. Espoo, Seinajoki, Vize-Meister Erä (aktuell nur Sechster) und Koovee Tampere liegen leistungsmäßig auf einem Level.

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Jede Woche eine neue Überraschung: Der starke F

Wieder hat Radim Cepeks Florbal Chodov zugeschlagen. Diesmal traf es mit einem 7:6 den Tabellenzweiten FBC Ostrava, der letzte Woche noch einen Sieg gegen Ligen-Primus Tatran bejubeln konnte. Man merkt also, dass Žena Fortuna in der Extraliga ein launisches Weib ist. Dabei erzielte der erfahrene Cepek nur einen von sieben Treffern. Das zeigt, dass er das Team anführt und anstachelt, aber nicht der einzige Garant für einen Sieg ist. Aber die Spieler aus Ostrava können ihre Niederlage vielleicht mit ihren Staublungen entschuldigen, die sie sich derzeit bei Trainingseinheiten in der osttschechischen Stadt beim Training holen. Die Industriestadt an der polnisch-slowakischen Grenze überschritt zuletzt die Feinstaub-Belastung um ein Vielfaches und machte dadurch Negativ-Schlagzeilen in der Szene, da sich unter anderem Vereine wie FBC Ostrava oder Vitkovíce  über brennende Augen, Husten und Atemprobleme beim Training beschwerten.

Auch Anfang März haben die Tschechen scheinbar noch kein Bedürfnis nach Frühling. Am kommenden Wochenende startet in Liberec ein ungewöhnliches Projekt: In Kooperation mit einem Snow-Park werden Floorballer vom FBC Liberec sowie Tatran Stresovice den ersten „Snow Floorball Jam“ zelebrieren. Was da genau vor sich geht, kann am 05.03.2011 ab 10 Uhr im Schneepark Ještěd  herausgefunden werden. Vor Ort sind unter anderem Nati-Star Milan Garčar sowie seine Tatran-Teamkameraden Marek Deutsch und neue Nr. 1 Goalie Martin Zich.

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(ms/tn)