„Let’s do it again!“

Peter Gahlert in Aufruhr - Wernigerode will es wissen. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Peter Gahlert in Aufruhr - Wernigerode will es wissen. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Wernigerode steht kurz vorm Heiligen Gral. Den Auftakt der Finalserie gegen Leipzig konnten die Red Devils mit 7:5 für sich entscheiden. Am Samstag will man im Harz die erste Deutsche Meisterschaft der Vereinsgeschichte feiern. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Peter Gahlert über die große Chance.

Floorballmagazin: Peter, welches Gefühl überwiegt gerade – die Anspannung, dass es noch ein sehr hartes Wochenende werden könnte oder die Vorfreude, dass es jetzt doch eigentlich schon klappen muss?

Peter Gahlert: Das ist schwer zu sagen. Ich versuche eigentlich immer meine Gefühle außen vor zu lassen, damit ich planvoll und fokusiert in das Spiel gehen kann. Selbstverständlich ist mir bewusst, dass noch nichts – hinsichtlich des Finals – erreicht ist. Außer dass wir noch ein Spiel gewinnen müssen und Leipzig zwei. Wir sind auch auf beide Eventualitäten vorbereitet.

FM: Die Partie in Grimma stand lange auf Messers Schneide, am Ende wart ihr aber die druckvollere und vor allem treffsicherere Mannschaft. Worauf muss man bei Leipzig besonders aufpassen?

PG: Leipzig ist mental sehr stark. Unabhängig vom Spielstand sind sie jederzeit in der Lage, ein Tor zu schießen. Des Weiteren haben sie meiner Meinung nach mit dem Halbfinalsieg gegen Weißenfels ihren persönlichen Höhepunkt schon gehabt und können absolut frei aufspielen. Dies finde ich gefährlicher als ihre Scharfschützen um Fritsche und Co.

FM: Tatsächlich haben sich die Red Devils von Saisonphase zu Saisonphase bemerkenswert steigern können. Die Leistungen in der Masterround waren imposant, das Halbfinale gegen Berlin wegweisend. War dieser Prozess geplant?

PG: Durchaus schon. Wir haben in der Ligaphase ab und zu experimentiert, verschiedene Taktiken studiert und ausprobiert. Auch wollte ich unser wahres Gesicht nicht von Anfang an präsentieren. Die Spitze der Liga ist enger zusammengerückt, da muss man von Beginn der Liga an schon etwas spielerisch taktieren. Was nützt ein 21:2, wenn ich im Halbfinale rausfliege.

Nichts zu schenken - Wernigerode und Leipzig erwartet der letzte Showdown. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Nichts zu schenken - Wernigerode und Leipzig erwartet der letzte Showdown. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

FM: Im Gegensatz zur Konkurrenz habt ihr einige „Pendler“ im Boot, was zwei drei regelmäßige Trainings pro Woche mit der kompletten Mannschaft unmöglich macht. Zeichnet das auch die individuelle Stärke der Jungs aus?

PG: Ich denke, dass auch die Konkurrenz derweillige Probleme hat. Im aktuellen Entwicklungsstadium unserer Sportart finde ich dies auch normal. Hinzu kommen auch noch die Spieler, die im Schichtbetrieb tätig sind, und somit auch nicht regelmäßig trainieren können. Im Schnitt sind wir aber immer 15 Feldspieler im Training und bis auf einen Spieler sehe ich alle mindestens einmal die Woche im Training. Individuelle Stärke ist die Grundvorraussetzung für eine erfolgreiche Mannschaft. Wenn ein Spieler nicht in der Lage ist den Ball direkt zu spielen oder anzunehmen, dann brauche ich auch im taktischen Bereich nicht die Trickkiste aufzumachen. Demzufolge besitzen alle meine Spieler entsprechende individuelle Klasse.

FM: Was gibst du deiner Truppe am kommenden Samstag mit auf den Weg?

PG: Wie auch im Hinspiel. Es ist nur ein Spiel, dessen Bedeutung wir außer Acht lassen wollen. Wir müssen unser Spiel durchziehen, dann werden wir auch gewinnen. Oder getreu dem Motto: „Let’s do it again“. (jk)