Schweden dominiert

Daniel Calebsson nahm mit Schweden in Linköping zum mittlerweile zweiten Mal Rache für die bittere Finalniederlage bei der WM 2010. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Seit der klaren WM-Finalniederlage gegen Finnland hat Schweden seinen Erzrivalen zweimal deutlich bezwungen, u.a. am Wochenende in Linköping. Schwedens Damen zerlegten indes die Schweiz in St. Gallen in alle Einzelteile.

Während Schweden gegen Petteri Nykky´s Schweizer nur recht holprig mit einem knappen 6:5-Sieg ins Turnier kamen, fertigten die Finnen Tschechien mit 8:1 ab. Im zweiten Match gab es gleich die nächste Machtdemonstration des Weltmeisters, als man auch den Eidgenossen und seinem Ex-Coach acht Dinger einschenkte (8:2). Schweden zeigte sich in ihrem Match gegen Tschechien zwar nicht ganz so torhungrig, schoss aber ein souveränes 4:1 heraus – Krzyzanek war in der 56.Minute wenigstens der Anschlusstreffer vergönnt. So kam es schließlich zum Showdown um den Turniersieg zwischen den skandinavischen Erzrivalen. Bereits beim traditionellen Finnkampen Anfang Februar hatte Schweden Finnland mit 11:5 deklassiert und dabei erste Rache für die 2:6-Finalniederlage bei der WM in Helsinki im Dezember letzten Jahres genommen. Nun folgte Teil zwei der Vergeltung: Nach einem 3:0-Startdrittel baute man den Vorsprung in den anderen beiden Abschnitten jeweils um ein Tor aus und gewann unterm Strich klar und deutlich mit 7:2. Damit holte der Gastgeber mit drei Siegen die ´World Challenge` in Linköping.  Sicher können die Finnen sagen, sie hätten mit dem Fehlen von u.a. Hyvärinen und Mika Kohonen nicht alle Kräfte beisammen gehabt. Doch gegen Tschechien und die Schweiz war das ja auch kein Problem. Insofern ist der Sieg richtiges Balsam für die schwedische Floorball-Seele.

Nicht ohne meine Hose... Storvreta-Goalie Viktor Klintsten im Superligan-Finale. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Denn auch ihnen fehlten Stammkräfte wie Svensson. Kurios war dagegen die Abstinenz von Meister-Goalie Viktor Klintsten (Storvreta), der kurzfristig durch Faluns Johan Rehn ersetzt werden musste. Klintsten hatte nämlich ein Hosen-Problem. Hintergrund: Schweden hat einen Exklusiv-Vertrag mit Unihoc. Das heißt, alle Spieler müssen in Ausrüstung des schwedischen Herstellers auflaufen. Der Storvreta-Goalie spielte jedoch in der Saison mit Fatpipe-Ausrüstung. Für die WM hatte er ausnahmsweise in Fatpipe-Hosen spielen dürfen. „Nun hat mir der Verband aber ein Ultimatum gestellt“, sagte Klintsten dem Innebandymagazinet. Und weiter: „Feldspieler dürfen auch ihre Schläger-Marke spielen.“ Das Ende vom Lied: Klintsten sagte ab, Rehn bekam sein Nationalmannschaftdebüt.

 

Routinier Sara Kristoffersson (Nr. 9) und ihre schwedischen Teamkolleginnen demontieren Gastgeber Schweiz in St. Gallen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Bei der Euro Floorball Tour der Damen in St. Gallen war Finnland überraschend ganz oben. Der Grund: Die Finninen holten gegen Schweden überraschend ein Unentschieden (4:4) und bewiesen Nervenstärke in den Penaltyschiessen nach den Partien, die jeweils einen Extrapunkt brachten. Da gewannen die Blau-Weißen alle drei möglichen Zusatzpunkte. Den bleibenderen Eindruck hinterließ trotzdem Team Schweden. Die erzielten in den drei Partien 24 Treffer, die Hälfte davon im Duell mit dem bemitleidenswerten Gastgeber Schweiz. Einem ausgeglichenen Startdrittel (1:2) folgte da im zweiten Abschnitt ein schwedischer Angriffwirbel, dem die Eidgenossinnen nichts entgegen zu setzen hatten. So stand es 1:8 nach vierzig Minuten, nach Eirimos Treffer drei Minuten nach der Pause war die Partie schließlich zweistellig, am Ende hieß es 1:12 – eine Demontage des Vizeweltmeisters gegen den Titelträger.

 

Alle Ergebnisse und Statistiken zur Euro Floorball Tour in St. Gallen und zur ´World Challenge` in Linköping gibt es unter floorball.org.

(fb)