Für die Juniorenauswahl von KAIS Mora sammelte der 17-Jährige in 11 Spielen 11 Punkte für 5 Tore und 6 Vorlagen. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Schon kommende Woche wird Deutschland zum Nabel der Floorballwelt. Die U19 Weltmeisterschaft lädt 16 Nationen nach Weißenfels und die deutsche Auswahl träumt vom Aufstieg in die Weltelite. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Abwehrchef Nicolas Kujat über sein schwedisches Auslandsjahr und die geheime Hoffnung auf den großen Coup.
Floorballmagazin: Zählst du schon die Tage?
Nicolas Kujat: Und wie… ich bereite mich nun seit knapp zwei Monaten gezielt auf die WM vor. Noch zusätzliche zwei Trainingseinheiten standen auf dem Programm. Mental bereite ich mich auch schon auf das Event vor. Der Fokus in meinem Leben liegt momentan absolut auf der WM. Ich liege jeden Abend im Bett und lasse mir schon Bilder von der WM durch den Kopf gehen. Die ganze Mannschaft und ich sind schon so motiviert – das ist unglaublich. Wir blicken alle mehr als positiv auf das anstehende Megaevent.
FM: Die Generalproben haben ja Lust auf mehr gemacht. Die Leistung in Polen sowie die letzten Testspiele gegen Weißenfels (7:12) und JoKa (5:9) wirkten eigentlich mehr als zufriedenstellend, oder?
NK: Das stimmt. Vom dritten Platz beim Polish Cup hinter der tschechischen und schweizer U19 waren wir alle sehr überrascht. Nach dem grandiosen Sieg gegen Norwegen war uns allen klar, wie viel Potenzial in unserer Mannschaft steckt. Ungarn und Polen konnten wir dann auch noch souverän schlagen. Mit den beiden Testspielen am vergangenen Wochenende in Weißenfels waren wir auch sehr zufrieden. Meiner Meinung nach hätten die Ergebnisse auch knapper ausfallen können, aber das war erst mal sekundär. Für uns war wichtig, die taktischen Vorgaben unserer Trainer so gut wie möglich umzusetzen und nochmal den letzten Feinschliff in die Reihen zu bringen.
FM: Butter bei die Fische – ist der Gewinn der B-WM ein realistisches Ziel?
NK: Realistisch ist der Gewinn der B-WM in jedem Fall, aber wir wollen uns nicht so einen großen Druck machen. Wir wollen die KO-Phase erreichen, weitere Ziele stecken wir uns dann von Spiel zu Spiel, aber natürlich träumen wir alle vom B-WM Titel.
Kujat & Co. erwarten in der Gruppenphase Spanien, Kanada und Polen. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
FM: Nun hast du dich auf diese WM im Ausland vorbereitet. Die Saison 2010/2011 hast du in Mora verbracht. Was hast du aus dieser Erfahrung mitnehmen können?
NK: Ich habe sehr viele sportliche und auch persönliche Erfahrungen mitnehmen können. Zum einen habe ich mich natürlich floorballtechnisch deutlich entwickelt, aber zum anderen habe ich natürlich auch viele persönliche Erfahrungen mitnehmen können. Die schwedische Kultur, ein anderes Schulsystem, die Sprache und das Land an sich hat mich sehr beeindruckt. Aber mein primäres Ziel war natürlich den Floorballsport in Schweden kennenzulernen, so viel wie möglich zu trainieren und eine gute Saison abzuliefern. Was auch alles sehr erfolgreich war. Mein Abschluss mit KAIS Mora in Schweden war für mich ganz besonders. Wir konnten den Tuniersieg bei den „Warbergspelen“, einem sehr großen Floorballunier in Warberg, verbuchen. Wo wir unter anderem AIK und Warberg in den Finalspielen schlagen konnten. Es liegen Welten zwischen dem deutschen und schwedischen Floorballsport. Es ist unglaublich, was dieser Sport für einen großen Stellenwert in Schweden hat.
FM: Deine alten Kumpanen kämpfen ja in diesen Tagen um den Verbleib in der Königsklasse. Das erste Relegationsspiel gegen Dresden konnten sie zunächst eher überraschend für sich entscheiden. Fieberst du auf die Ferne etwas mit?
NK: Und wie ich mitfiebere. Wir beim DHfK sind eine große Familie und da habe ich natürlich noch viel Kontakt mit meinen Jungs und mich interessiert es natürlich sehr, wie sie sich leider ohne mich, schlagen. Ich hoffe und wünsche ihnen ganz viel Glück, dass sie den Erhalt in der 1. Liga schaffen.
FM: Und was würdest dem deutschen Floorball-Volk mitgeben? Warum sollte es zur WM nach Weißenfels kommen?
NK: Dieses Floorballevent wird das Größte sein, was es je in Deutschland gegeben hat. Ich denke, dass sich kein floorballbegeisterter Fan dieses Event entgehen lassen sollte. Wir brauchen jede Menge Unterstützung, Fans für die Spiele und außerdem kann man sich ruhig mal anschauen was die Schweden, Tschechen und Co. auf den Gerflor zaubern. (jk)
www.wfc2010.de – Offizielle Website der U19 Weltmeisterschaft
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