Ein bisschen Overkill

"Flower Power" im Einsatz - Gary Blume. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

"Flower Power" im Einsatz – Gary Blume. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Gestern noch feierte Gary Blume mit den Red Devils den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Nach acht Jahren in Folge trägt der deutsche Meister somit einen neuen Namen. Für den 19-Jährigen folgt nun aber ein Highlight auf das andere. Am Dienstag schon beginnt in Weißenfels die U19-Weltmeisterschaft mit Blume im Tor der deutschen Auswahl.

Nach Jesse Johnssons Abschied suchte man in Wernigerode im Sommer 2010 eifrig nach einem würdigen Nachfolger. So wirklich zutrauen wollte man es dem talentierten Eigengewächs Gary Blume zunächst noch nicht als erster Goalie in die Saison zu starten.

Mit Patrick Schmidt war ein klangvoller Ersatz zwar erst gefunden, der Nationalkeeper wechelte aber kurzfristig doch in die Messestadt zum MFBC Löwen Leipzig. Coach Peter Gahlert entschied sich nicht weiterzusuchen und gab Blume eine Chance, die der Nachwuchsler zu nutzen wusste.

Blume überzeugte mit Eigenschaften, die eigentlich alte Haudegen auszeichnen sollten – Konstanz und Coolness. Einzelne Paradeleistungen, wie sie Dietz, Pauser oder Nebe des Öfteren zu Tage legen, waren zwar noch eher eine Seltenheit, die Souveränität, mit der der 19-jährige “Nachrücker” insbesondere die entscheidenden Playoff-Partien bestritt, imponierte aber.

Folgerichtig spielt Blume auch im Kader der deutsche U19-Nationalmannschaft eine zentrale Rolle. Diese möchte ab kommendem Dienstag bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land überzeugen und mit ein wenig Glück vielleicht auch aus der zweiten Reihe überraschen. Mit Blume im Kasten, vielleicht auf der Jagd nach dem nächsten Titel.

Floorballmagazin: Zunächst einmal herzlich Glückwunsch zum Meistertitel. Wie lang war die Nacht?

Gary Blume: Danke! Na ja so genau kann ich das gar nicht sagen (schmunzelt). Aber wir haben den Titel schon ordentlich und ausgiebig gefeiert.

Nationaltorhüter mit Titelträumen - Hallerstede und Blume. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Nationaltorhüter mit Titelträumen – Hallerstede und Blume. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

FM: Was war der ausschlaggebende Qualitätsunterschied, der euch von Leipzig in beiden Spielen abgesetzt hat?

GB: Wir haben beide Spiele im letzten Drittel entschieden. Leipzig hat eine sehr laufintensive Taktik, wodurch ihnen am Ende sicherlich ein bisschen die Kraft gefehlt hat. Desweiteren darf man die tolle Unterstützung unseres Publikums nicht vergessen, das uns in jedem Spiel antreibt unser Bestes zu geben!

FM: In Lilienthal gab es ein zweites Highlight – Bonn steigt ab, Lilienthal steigt auf. Kleine Überraschung?

GM: Ja, auf jeden Fall! Ich denke vor ein paar Wochen hat niemand damit gerechnet, dass Lilienthal bald in der 1. Bundesliga spielen wird und somit ist das für mich schon eine Überraschung. Ich freue mich aber auf einen neuen Gegner und hoffentlich spannende Duelle in der nächste Saison.

FM: Zu lange feiern is’ nich’. Wie sieht dein Programm jetzt aus? Die WM beginnt schon in wenigen Tagen.

GB: Heute und Morgen steht erstmal Prüfungsvorbereitung auf dem Plan und Dienstag geht es dann direkt von der Prüfung aus zur WM.

FM: Kannst du schon deine Rolle einschätzen? Gab es einen ersten Wink von den Coaches, wer als Nummer eins ins Turnier startet?

GB: Ich werde als Nummer eins ins Turnier gehen, das haben die Trainer schon vor einiger Zeit festgelegt. Da ich der Älteste und einer der erfahrensten Spieler im Team bin, sehe ich mich deshalb schon in einer Art Führungsrolle.

FM: Ist aber schon ein kleiner Overkill, oder? Meisterschaft und WM in einer Woche, wie behält man da einen klaren Kopf?

GB: Ich denke von Tag zu Tag. Die Meisterschaft war gestern und ab jetzt zählt im Kopf die WM.

FM: Dänemark, Polen, Überraschungsei Kanada – es ist kein Geheimnis, dass ihr nach dem Aufstieg schielt, wer wird auf dem Weg dorthin die härteste Nuss sein.

GB: Einfach ist kein Spiel und wenn wir Aufsteigen wollen, müssen wir sowieso jedes Team schlagen. Aber als unseren härtesten Konkurrenten würde ich schon die Dänen sehen. (jk)

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