Goldene Zukunft – Zum ersten Mal in der Geschichte hält Finnland nun den Weltmeistertitel wie unter den Herren so auch bei den Junioren. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com
Vor über 2.200 Zuschauern bezwingt in der Weißenfelser Stadthalle Finnland den ewigen schwedischen Rivalen mit 4:3 und ist neuer Junioren-Weltmeister. In einem nur auf den ersten Blick unscheinbaren Endspiel entscheidet die taktische Finesse der Mannschaft von Jarkko Rantala. Die Schweiz besiegt zuvor Tschechien mit 6:4 und ergattert Bronze.
Tatsächlich waren es die sogenannten “Special Situation”, die das Finale der U19-WM in Deutschland entschieden. Finnland startet zielstrebiger ins Spiel und agiert mit direkten Spielzügen gefährlicher als dessen Gegner. Während Schweden sein erstes Überzahlspiel torlos gestaltet, bringt Sylvester Raikamo nach präzisem Querpass Finnland in Führung.
Auch im zweiten Spielabschnitt tut sich Schweden wesentlich schwerer in gute Abschlusspositionen zu kommen und bremst sich häufig durch fehlende Passmöglichkeiten selbst aus. In der 22. Spielminute tritt das erst 16-jährige Abwehrtalent Krister Savonen zum Penalty gegen Tobias Steineck an, täuscht links, täuscht rechts an und netzt unter die Querlatte ein.
Schweden verpasst in einer weiteren Power-Play-Gelegenheit den Anschluss, Topscorer Tuomas Iiskola erhöht mit seinem 11. Turniertreffer zum 3:0. Nun kommt der Weckruf bei den Schweden an, diese werden zwingender und bemühen sich wesentlich aggressiver im gegnerischen Slot. Kasper Hydren und Emil Johansson gelingt ein Doppelpack zum 3:2.
Insbesondere im Schlussabschnitt werden die auf den höheren Tabellenrängen taktischen Beobachter der Teams aktiver, ihre Durchsagen an die mit Headsets ausgestatteten Coaches am Spielfeld lauter.
Beide Teams halten sich lange gegenseitig in Schach. Schweden hält nun die Ballkontrolle, Finnland baut eine uneinnehmbare Festung auf und sticht regelmäßig mit langen Pässen zu. In der 58. Spielminute folgt nach ebensolchem Muster die Vorentscheidung. Miko Kailiala prescht vor, kassiert ein scharfes Zuspiel von Miikka Sokka, zieht an Steineck vorbei und netzt zum 4:2 ein.
Schweden späte Druckphase mit sechs Feldspieler bleibt lange unbewohnt. Als Albin Sjögren vom linken Flügel aus doch noch verkürzt, leuchtet auf der Anzeigetafel ein unmissverständliches 59:59. Der Bully ist reine Formsache, Finnland Weltmeister.
Die Schweiz findet Grund zum Jubeln – Bronze ist 2011 gut genug. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com
Stunden zuvor hatte sich auch die Schweiz ihr Edelmetall verdient. Die Eidgenossen holten hierfür einen 0:3-Rückstand gegen die bis dahin mehr als überzeugenden aber am Ende ihrer physischen Kräfte angelangten Tschechen auf. Manuel Hummer ragte mit drei Toren, inklusive Siegestreffer zum 5:4 heraus.
Ein vermeintlicher Beweis der taktischen Teamstärke Finnlands ist auch die Auswahl des All-Star-Teams, in dem mit Tomas Akmenlauks (Flügel, Lettland), Peter Kaspar (Center, Tschechien), Yves Pilicody (Flügel, Schweiz), Filip Stenmark, Kevin Lieback-Asp (beide Abwehr, Schweden) und Andreas Falkeid (Torwart, Norwegen) etwas überraschend kein Weltmeister Platz fand. Den Sprung ins All-Star-Team der B-Division schaffte für Deutschland Stephan Aboagye. (jk)
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friendly fire
8. Mai 2011
Glückwunsch an Finnland! Wobei ich es schon seltsam finde, dass kein Finne im All-Star-Team ist. Deren Topscorer hat ja ganz solide gezockt und der bullige Abwehrspieler mit dem Penalty war grandios… wozu bitte zwei Schweden? Aber ich glaube, denen ist das jetzt ziemlich egal