Allstars 2011: 1. MaXxPrint Bundesliga

Einer der glorreichen Sieben - Christian Fritsche. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Einer unserer glorreichen Sieben - Christian Fritsche. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Ein weiterer Bundesliga-Jahrgang ist vorbei. Unsere Redaktion lehnt sich mal wieder zu weit aus dem Fenster und krönt das Allstar-Team sowie den Rookie der Saison 2010/2011. Kaum ein Verein würde sich vermutlich davor sträuben, diese Herren aufs Parkett zu schicken. Unsere diesjährige Auswahl ist älter und nordischer geworden.

Kleinhans, Krüger, Haase, Böttcher, Kraus und Pauser hießen die glorreichen Sieben 2010. Drei von ihnen hatten sich nach der Saison aus der höchsten Spielklasse entweder in die 2. Bundesliga oder ins Ausland verabschiedet, einer wurde 2011 deutscher Meister, einer flirtet nun mit einem vorzeitigen Karriereende. Überhaupt scheint sich viel getan zu haben. Während 2010 gerade mal ein ausländischer Spieler den Sprung in unser Allstar-Team schaffte, sind es dieses Jahr gleich drei, alle aus Finnland. Auch alterte unsere persönliche Auswahl von durchschnittlich 22,5 auf erfahrenere 24,8 Jahre.

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Linker Flügel: Jarkko Kumpulainen (30 Jahre, Floor Fighters Chemnitz)
14 Spiele – 36 Tore – 7 Vorlagen – 43 Punkte – 36 Strafminuten

Foto: Anja Turow / floor-fighters.de

Foto: Anja Thurow / floor-fighters.de

Chemnitz‘ pummelige Lebensversicherung war ein besonders auffälliger Akteur der diesjährigen Bundesligasaison. Mit 36 Toren aus 14 Spielen (die ganze Chemnitzer Mannschaft brachte es insgesamt auf 79 Tore aus 18 Spielen) hielt der agile und nicht selten strafgefährdete Finne (die beeindruckende Torquote gleicht der Anzahl der Strafminuten) die Floor Fighters beinahe im Alleingang auf Distanz zu den Abstiegsrängen. Dass man auch im kommenden Jahr auf Kumpulainen wird zählen dürfen, ist unwahrscheinlich, verzichten wird man auf einen adäquaten Ersatz aber nicht können.

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Center: Christian Fritsche (30 Jahre, MFBC Löwen Leipzig)
18 Spiele – 33 Tore – 14 Vorlagen – 47 Punkte – 26 Strafminuten

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Mit 30 Jahren fängt das Leben an. Fritsches fantastische Saison kulminierte insbesondere in der Schlussphase von Spiel zu Spiel. Mit satten acht Punkten im entscheidenden Masterroundspiel gegen Hamburg schob er Leipzig auf den letzten Drücker in die Playoffs, wo die über Jahre hinweg herbeigesehnte Sensation gegen den UHC Weißenfels gelang. Fritsche marschierte wie ein Bulldozer durch die zweite Saisonhälfte, wurde Topscorer der Ligaphase sowie der Playoffs und völlig verdient Mitglied unseres Allstar-Teams.

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Rechter Flügel: Juha-Pekka Kuittinen (23 Jahre, Red Devils Wernigerode)
18 Spiele – 22 Tore – 12 Vorlagen – 34 Punkte – 10 Strafminuten

Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Unscheinbar und dennoch unverzichtbar. Juha-Pekka Kuittinen war für die neuen Meister aus Wernigerode wortwörtlich Gold wert. Nicht nur während der Saison gehörte der Finne zum Produktivsten, was die Liga zu bieten hatte, vor allem in den entscheidenden Playoff-Partien, in Augenblicken, in denen es auf kalte Schnauzen ankam, bewies Kuittinen Schützenqualitäten. Berlin knockte der 23-Jährige mit sieben Toren aus den Playoff-Halbfinals und legte auch im Finale doppelt nach.

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Linker Verteidiger: Mathias Siede (20 Jahre, UHC Weißenfels)
18 Spiele – 11 Tore – 12 Vorlagen – 23 Punkte – 10 Strafminuten

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Von Barca zu Real, von AC zu Inter, von Schalke zu Dortmund oder in etwas bescheidenerem Umfeld von Leipzig zu Weißenfels – ein Vereinswechsel zum Rivalen lässt Erwartungen blühen. Tatsächlich war Mathias Siede in einer durchwachsenen Weißenfelser Saison eine der wenigen Konstanten. Die passable Zweikampfstärke toppte der junge Abwehrspieler mit herausragenden Offensivqualitäten (produktivster Verteidiger der Ligaphase sowie der Playoffs) und erwies sich als würdiger Nachfolger das ausgewanderten Tim Böttcher.

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Rechter Verteidiger: Tommi Kivilehto (26 Jahre, Red Devils Wernigerode)
17 Spiele – 3 Tore – 14 Vorlagen – 16 Punkte – 25 Strafminuten

Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Foto: Andreas Schulz, batberlin.de

Die Wahl des zweiten Abwehr-Allstars erwies sich als besonders schwierig. Torsten Harnisch sorgte auch in den Schwächephasen der Leipziger Löwen für Tempo im Spielaufbau, Marco Erfurth mauserte sich bei Berlin vom Bankdrücker zum unverzichtbaren Stammspieler mit Nati-Qualitäten. Die Wahl fiel dennoch auf Wernigerodes Tommi Kivilehto, der es nach einer strauchelnden Anfangsphase hervorragend verstand, Wernigerodes Scharfschützen in Szene zu setzen. Was soll mit den Genen auch schief laufen?

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Torhüter: Mike Dietz (20 Jahre, ETV Hamburg)

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Tatsächlich schafften zwei Torhüter über die volle Saisondistanz mit starken Leistungen zu überzeugen. Vorjahres-Allstar Johannes Pauser (Berlin) und Hamburgs Mike Dietz. Das ausschlaggebende Argument für den talentierten Hanseaten war nicht zwangsläufig Berlins schwacher Saisonabschluss. Dietz war mit einschüchternden Reflexen und intelligentem Positionsspiel erneut zentraler Baustein eines herzhaften und mutigen Hamburger Spielstils. Überwiegend dank Dietz schaffte es der ETV, auch ohne namhaften Ersatz für den Legionärsschwund im vergangenen Sommer (Tomas Kasemets sei hierbei eine Ausnahme), bis zum letzten Spieltag um die Playoffs zu kämpfen und scheiterte im Pokal erst knapp im Halbfinale.

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Rookie des Jahres: Sascha Herlt (17 Jahre, UHC Weißenfels)
18 Spiele – 14 Tore – 14 Vorlagen – 28 Punkte – 0 Strafminuten

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Die vermutlich einfachste Wahl seit langem. Es war das Jahr des jungen Durchstarters. Mit erst 17-Jahren entwicklete sich Herlt vom sporadischen Gelegenheitstalent zur Weißenfelser Allzweckwaffe. Die offensive Durchsetzungskraft des ursprünglichen Abwehrspielers beeindruckte von Wettbewerb zu Wettbewerb: Produktivster Teenager der Bundesliga (14 Tore und 14 Vorlagen aus 18 Spielen), Topscorer der B-WM (10 Tore und 6 Vorlagen aus 6 Spielen) und des Pokals (16 Tore und 5 Vorlagen aus 6 Spielen). Herlt gelingt es nahtlos an die Tradition der Weißenfelser Talente Händler, Böttcher und Bernieck anzuscließen.

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Kommende Woche kommt auch ihr Leser wieder zu Wort, wenn es darum geht Deutschlands Floorballer und eine Woche später Deutschlands Floorballerin des Jahres zu küren – in verändertem Modus: demokratisch, praktisch, gut. (jk)

Kommentare

  1. Muss ich auch sagen. Im Sturm und mit dem Rookie war es vielleicht dieses Jahr nicht sooo schwer, aber die Wahl der Verteidiger und die Erwähnung der Alternativen gefällt mir ganz besonders. Freu mich auf die Wahl :)

  2. Schön, sowas ist immer interessant.
    Die Nennung von Alternativen gefällt mir auch recht gut.

    P.S.: Torsten schreibt sich ohne ‚h‘.

  3. Besten Dank HoHa, da war uns das „h“ von Marco Erfurt“h“ zu Torsten Harnisch übergewandert 😉