Ein einsamer Ritter auf leidenschaftlicher Mission

Immer und überall: Sportfotograf Florian Büchting reist für Floorball viel durch Europa und Deutschland./ Bild: Elke Scholz

Er ist wohl der bekannteste und meistgereiste Floorball-Sportfotograf der Szene.  Er ist ein Phänomen: Seine Bilder finden sich überall wieder, wenn über Floorball berichtet wird und er erweist sich als Kenner und Ethusiast des ungarischen sowie deutschen Damen Floorballs. Florian Büchting gab unserer Partner-Website ladystrike.com ein ausführliches Interview. Lest bei uns einen Auszug.

“ladystrike.com: Hallo Florian, alle Welt kennt den berühmtesten Fotografen der deutschsprachigen Floorballszene. Hunderte Besucher bestaunen täglich deine Fotos und schätzen deine Arbeit sehr. Woher stammst du eigentlich?

Florian Büchting: Naja, ob ich wirklich der berühmteste Fotograf bin, sollen andere entscheiden. Ich bin gebürtiger Rheinländer. Ich bin in Bonn geboren, in der Nähe von Bonn aufgewachsen, dann habe ich im Harz studiert und bin jetzt wieder seit 2005 beruflich am Rhein.

LS:Jeder Erfolg hat irgendwo seinen Anfang. Wie hast du die Welt des gelochten Balles kennen gelernt?

FB: Während des Studiums. Ich habe Mathematik an der TU Clausthal studiert, da gab es die Brockenhexen – irgendwann hat mich ein Komilitone zum Training mitgeschleift und ich habe meine sportliche Liebe entdeckt.

Nachdem du das Floorball für dich entdeckt hast, welche Funktionen hast du ausgeübt und wie bist du zum Fotografieren gekommen?

FB: Ich hab vor meinem Studium beim Radio moderiert, deswegen war ich recht früh mit der Pressearbeit beschäftigt. Erst im Verein, dann auch 2002 für die Herren-Nationalmannschaft sollte ich in Helsinki etwas dafür tun, dass die deutschen Leistungen nicht ganz unerkannt bleiben. Weil ich der einzige Pressevertreter für den DUB war, mussten auch Fotos her – anfangs noch sehr rudimentär – nach Helsinki bin ich mit 10 Kleinbildfilmen und einer Analogkamera gereist, die Bilder wurden dann nach der WM zu Hause entwickelt und eingescannt. Geht heute etwas schneller.

Zu den Funktionen. Ich glaube, ich habe alles einmal durchgemacht. Ja, ich habe sogar gespielt, aber meistens mussten die Ersatzbänke unter mir leiden. Die meisten Leute haben wahrscheinlich unter mir als Schiedsrichter zu leiden gehabt. Damit ist jetzt zum Saisonende Schluss, ich werde versuchen, als Schiedsrichter-Coach (Observer) meine Erfahrungen weiterzugeben und hoffentlich auch bald für ein paar gute Paare im Westen Deutschlands sorgen. Ich habe auch mal ein Jahr der Clausthaler Abteilung vorgestanden, aber letztlich war das eher erfolglos. Ach ja, und bei der U19-WM war ich dann noch Hallensprecher – zweifelsfrei eine coole Erfahrung.

LS: Hast du vor deiner Floorball Zeit bereits fotografiert?

FB: Mit einer ganz normalen kompakten Kleinbildkamera ohne Zoom, ja… Aber nichts Ernsthaftes. Deswegen sieht man – hoffentlich – auch auf Unihockey-Pics.de eine gewisse Entwicklung nach oben. Über Fotografie sagt man, deine ersten 10.000 Fotos wären immer Mist – ich denke, das kann man manchmal an meinen „Frühwerken“ nachvollziehen.

LS: Nun hast du ja in den letzten Jahren einen unglaublichen Kult entwickelt.

Jeder freut sich, wenn der Büchting in der Halle auftaucht und Fotos schießt. Der größte Unterschied zwischen dir und anderen Fotografen besteht vermutlich darin, dass man dich nicht nur in der höchsten Liga und bei den besten Finalspielen antrifft. Man sieht dich auch immer wieder an kleineren Turnieren oder unbedeutenden Nachwuchsspielen. Wo findest du den Gefallen für solche Spiele?

FB: Ach, ich empfinde das gar nicht als Kult oder etwas besonderes, was ich da mache. Jeder von uns sollte in dem großen Ganzen irgendwo das Rad in dem Floorball-Getriebe finden, was uns dazu bringt, den besten Sport der Welt dahin zu bringen, wo er hingehört. Ich bin eben der Depp, der durch die Gegend tingelt und Fotos macht. Andere sind Schiedsrichter, trainieren Kids, sorgen für Zuschauer oder schreiben in Zeitungen.

Zum Eigentlichen eine Gegenfrage: Gibt es unwichtige Spiele? Natürlich mögen sich für das schwedische Finale mehr Leute interessieren, als für ein U9-Ligaspiel irgendwo in Deutschland, aber für die Akteure, für die Zuschauer, selbst für die Entwicklung unseres Sports kann es trotzdem ein extrem wichtiges Match sein. Natürlich freue ich mich schon jetzt wieder auf das SM-Finalen 2012, aber genauso können “kleine” Turniere oder unterklassige Ligaspiele viele spannende Geschichten bringen. Und Floorball bietet einen großen Vorteil: Selbst unterklassige Spiele sind sehr oft attraktiv – eine Sache, die man von anderen Sportarten nun wirklich nicht behaupten kann.

LS: Das Fotografieren ist dein Hobby, deine Brötchen verdienst du anderswo. Was bewegt einen Mann in deinem Alter dazu, quer durch Europa zu reisen und zu fotografieren?

FB: Da gibt es einen ganz einfachen Antreiber: Ich liebe den Sport. Ich bin noch immer nicht müde, mir den Lochball irgendwo zwischen dem Nordkap und Gibraltar anzugucken. Außerdem sind ganz klar die Leute, die ich auf meinen Reisen treffe, eine absolute Motivation. Mein größtes Privileg ist es nicht, bei Weltmeisterschaften irgendwo am Spielfeldrand zu sitzen, sondern dass ich nach Finnland, nach Ungarn, nach Polen, in die Schweiz reisen kann mit dem Gewissen, dort gibt es Leute, die sich wirklich und ehrlich darüber freuen, dass ich mit unihockey-pics.de bei Ihnen vorbeischaue.

Der zweite große Faktor sollte inzwischen auch bekannt sein. Ich bin nicht ganz gesund, die Reiserei hilft mir, mit meinen psychischen Problemen klarzukommen. Floorball, um zu vergessen. Wenn es meinem Sport hilft, ist es schön das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.”

Lest auf ladystrike.com weiter:

ladystrike.com – weil Floorball Frauensache ist

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