Die neuen Steuermänner

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Auch die Floor Fighters Chemnitz vertrauen jetzt einem Trainer: Sebastian Oelmann hing seinen Schläger an den Nagel und das Taktikboard in die Hand. /Bild: Anja Thurow

Neben den Berlinern haben nun auch die Chemnitzer Floor Fighters einen neuen Steuermann an Bord. Sebastian Oelmann legt den Schläger beiseite und übernimmt nun das Ruder für die kommende Saison für den Bundesligist.

In der vergangenen Saison spielte Sebastian Oelmann noch selbst als Verteidiger bei den Chemnitzer Floor Fighters. Doch in dieser Saison tauscht er Schläger gegen  Taktikboard und übernimmt seit langer Zeit ein Traineramt bei den Herren. Denn seit 2009 spielte und trainierte Joel Heine die Mannschaft in Personalunion, als Spielertrainer. Dementsprechend langwierig gestaltete sich der Übergang. „Anfänglich sah es nach einigen Gesprächen so aus als wollten Joel und ich gemeinsam  Spieler-Trainer sein. Jedoch entschied ich mich nach weiteren Überlegungen und Absprachen relativ schnell  als Spieler aufzuhören und mich ausschließlich auf das Coachen zu konzentrieren“, erklärt Oelmann seinen Schritt zum Traineramt. Diesen Schritt begründet er mit den Problemen, die mit einer Doppelbelastung durch das Spieler-Traineramt aufkommen. Die wolle er vermeiden. Zudem glaubt Oelmann, so dem Team, dem Verein und der Sportart am meisten dienlich zu sein.

Joel Heine wird als Spielertrainer nicht direkt abgelöst, steht  Sebastian Oelmann helfend und beratend zur Seite. Aber die Planung und weitere Aufgaben fallen nun in die Hand des Chemnitzers. „Inwiefern sich in nächster Zeit weitere Kompetenzen herauskristallisieren, wird sich zeigen.“ Der aktuelle Schwerpunkt des neuen Chemnitzer Trainers liegt vor allem auf der Trainingsplanung-, durchführung- und nachbereitung. Neben der Trainerbasis-Arbeit plant Oelmann zudem die kommende Saison. Das erklärte Ziel der Mannschaft wird es 2011/2012 sein, nicht abzusteigen. Da die Floor Fighters einen herben Abgang durch ihren Shooter Jarkko Kumpulainen zu verschmerzen haben, ein realistisches Ziel.  Dazu wolle er auch die Vorbereitungszeit im Sommer intensiv nutzen und dabei die Physis verstärkt thematisieren. „Ich möchte es vermeiden, dass wir wie in der letzten Saison in Spielen nach anfänglich fulminanter Führung im Schlussdrittel diese wieder abgeben müssen“, fordert der 27-jährige Chemnitzer von seinem Team. Um dieses Ziel zu erreichen, wird unter anderem das diesjährige Trainingslager im finnischen Tampere  dazu beitragen, die Fitness aber auch Teamgeist und Motivation zu schulen. Oelmann konzentriert sich vornehmlich auf eine homogene Mannschaftsleistung. Weder wolle er Nachwuchsspieler zu früh überfordern, noch auf Biegen und Brechen einen adäquaten Ausländer für Kumpulainen engagieren. „Ich möchte mit dem vorhandenen Spielerpool eine geschlossene Teamleistung durch eine gesunde Mannschaftsstruktur erarbeiten.“

Der junge Vater bringt neben sportlicher Erfahrung aus Floorball noch langjährige Praxis aus Handball und Fussball mit. Trainererfahrung sammelte er vier Jahre lang als Handball Junioren-Trainer. „Nichtsdestotrotz arbeite ich mich gerade intensiv in die floorballspezifischen Trainingsmethoden ein, und arbeite dazu mit Joel, Trainern aus der Liga und Freunden aus dem medizinischen oder physiotherapeutischen Bereich zusammen“, legt Oelmann sein Engagement dar. Genau nach seinem Motto: „Nichts hat Wert, wenn es einfach ist.“ (ms)