U17-DM: Titel für Schriesheim

Holten die U17-Meisterschaft nach Baden-Württemberg: die Jungs vom TV Schriesheim. /Foto: Elke Scholz

Der Süd-Champion setzte sich kürzlich bei der Endrunde in Hamburg in einem nordisch dominierten Teilnehmerfeld durch und holte sich den Meistertitel der U17-Junioren. Neben einem knappen Finale gab es abseits des Spielfelds viel Lob und einen kleinen Aufreger.

Auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erschien die Auswahl der teilnehmenden Mannschaften. Den da dominierte der Norden. Neben den Gastgebern von der SG Wellingsbüttel traten gleich vier weitere Teams aus der Hamburger Peripherie an. Dazu kam je ein Vertreter aus dem Westen (Bonn), dem Süden (Schriesheim) und dem Osten (Dessau).  Titelverteidiger Lilienthal/Seebergen war nicht dabei. Während in Gruppe A Mittelnkirchen und Schriesheim klar dominierten – den Gruppensieg holte sich der Nord-Klub mit einem knappen 11:8 im direkten Duell -, ging es in Gruppe B spannender zu. Dessau wurde dort Kanonenfutter (90 Gegentore in drei Spielen), Bonn, der ETV Hamburg und die SG Kölln-Reisiek buhlten hingegen um die beiden Halbfinalplätze. Unterm Strich holte sich schließlich Kölln-Reisiek dank eines 6:4-Erfolgs im letzten Gruppenspiel gegen Bonn Platz eins. Die Dragons wurden Zweiter, der ETV schied aus und spielte um Platz fünf.

Nach den Gruppenspielen vom Samstag sollten am Sonntag dann die KO-Spiele steigen. Da fehlte jedoch plötzlich ein Team, was für etwas Unmut sorgte: Denn die glücklosen Dessauer waren nach den drei Klatschen in den Samstagsspielen bereits frühzeitig abgereist. Eigentlich hätten sie noch die Partie um Platz sieben gegen Schwarzenbek zu bestreiten gehabt. Denen gegenüber war die Abreise zumindest unfair. Dazu Jan Hoffmann, am Wochenende als Schiedsrichter vor Ort: „Die Kids von Dessau waren sicher die letzten, die abreisen wollten.“ Er sieht den schwarzen Peter bei den Trainern, die „in dem Fall eigentlich Vorbild sein sollten“. Alle DM-Spiele leiteten externe, erfahrene Schiris. Eine Maßnahme, die viel Wirkung zeigte und bei den Teams großen Anklang fand. So heißt es z.B. auf der Hompage des neuen Meister Schriesheim: „Die Schiri-Leistung war durchweg ausgezeichnet.“ Auch die gesamte Organisation konnte überzeugen, der TSV Wellingsbüttel bekam als Gastgeber viel Lob. Die Stimmung sei gut, die Orga klar strukturiert und das Personal immer hilfsbereit gewesen, hieß es von den Teilnehmern.

Nord-Duell um Bronze zwischen Kölln-Reisiek (grün) und dem MTV Mittelnkirchen. /Foto: Elke Scholz

In den Halbfinals setzen sich jeweils die Gruppenzweiten durch – Bonn knapp mit 5:4 gegen Mittelnkirchen, Schriesheim dagegen klar mit 11:5 gegen Kölln-Reisiek. Mittelnkirchen tröstete sich mit Bronze, während Schriesheim in einem packenden Endspiel Bonn niederrang. Nachdem West-Champion Bonn in der ersten Halbzeit (bei den U17-Junioren beträgt die Spielzeit zweimal 20 Minuten) bereits 5:2 führte, drehte Süd-Meister Schriesheim die Partie bis Mitte des zweiten Abschnitts auf 5:6. Mit einem Doppelschlag binnen drei (!) Sekunden wendeten die Dragons das Blatt kurz vor Schluss erneut (38.), doch Schriesheim glich noch vor der Sirene aus. Verlängerung also, Sudden-Death! 15 Sekunden vor Ende der Overtime gelang Alexander Burmester dort der goldene Treffer. Sein Schuss machte Schriesheim zum Meister und brachte den Titel damit nach Baden-Württemberg.

 

U17-DM 2011: Ergebnisse im Überblick

Spiel um Platz sieben: TSV Schwarzenbek – SSV Dessau 98 1:0 forfait
Spiel um Platz fünf: TSG Wellingsbüttel – ETV Hamburg 7:12
Spiel um Platz drei: MTV Mittelnkirchen – SG Kölln-Reisiek 10:7
Finale: TV Schriesheim – SSF Bonn 8:7 (n. V.)

(tn, ms)

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