Berkersheim verteidigt Meistertitel

Jubel und Tristesse, vereint in einem Bild. Hinten jubelt Berkersheim über die Titelverteidigung, vorne trottet ein enttäuschter Hochdahler Richtung Bank. /Foto: Tim Fuhrmann

Die Frankfurter holten sich am Wochenende beim Finalturnier in Südkamen in einem knappen, torarmen Endspiel den Titel, sind damit erneut Deutscher Kleinfeld-Meister. Eine weitere Konstante: Das Drei gegen Drei bleibt eine westdeutsche Spezialität.

Insgesamt acht Teams hatten sich für die DM in Südkamen qualifiziert, zwei davon aus dem Osten. So viel vielleicht vorweg: Sowohl Berlin in Gruppe A als auch Halle in Gruppe B sahen in der Vorrunde kein Land, verloren alle drei Partien und spielten schlussendlich Platz sieben aus. Die beiden Halbfinalplätze in jeder Gruppe waren dagegen hart unkämpft und entschieden sich jeweils über das Torverhältnis, da die Top drei punktgleich waren. Berkersheim (+10) gewann Gruppe A vor Gastgeber Südkamen (+6) – die SG Siems/Tetenbüll (+4) wurde undankbarer Dritter, da man gegen Schlusslicht Berlin „nur“ 8:4 gewann. Hier hatten die Konkurrenten (10:2; 12:1) mehr vorgelegt. Nicht viel anders war die Situation in der anderen Gruppe, die Hochdahl (+11) vor Kaufering (+ 3) beendete. Bloherfelde (Oldenburg) blieb auf der Strecke, weil sie ihre Partie gegen Hochdahl 2:10 vergeigten und dadurch das mit Abstand schlechteste Torverhältnis (- 5) der drei Mannschaften hatten.

Kurz noch einmal zu den beiden Ost-Vertretern: Im Spiel um Platz sieben deklassierte Halle Berlin mit 9:1. Nicht mehr als eine Randnotiz. Im Nordduell zwischen Bloherfelde und Siems/Tetenbüll gewannen die Oldenburger knapp 7:6. In den Semifinals, in denen nur Kaufering in die Phalanx der Westteams einbrach, siegten jeweils die favorisierten Gruppensieger Berkersheim und Hochdahl.

Diskussionsbedarf bei Referee Büchting: Hochdahls Sven Wrossok (hinten) und Goalie Julian Jung sprechen vor. /Foto: Tim Fuhrmann

Gastgeber Südkamen, 10 Kilometer nordöstlich von Dortmund, blieb in der Folge ein Happy-End in Form von Bronze verwehrt. In der sechs Minute der Verlängerung schoss Tobias Hutter den Siegtreffer – für Kaufering. Edelmetall nach Bayern also. Das darauf folgende Finale, eine Neuauflage des Endspiels von 2010, verlief für Kleinfeld-Verhältnisse sehr torarm. Innerhalb der vierzig Minuten (in dieser Spielvariante werden statt drei Dritteln nur zwei Hälften gespielt) fallen auf dem kleineren Feld (28 Meter lang, im Gegensatz zu 40 Metern Großfeld) in aller Regel wesentlich mehr Tore als beim Fünf gegen Fünf. Doch die beiden Favoriten blieben offensiv geizig: Ganze vier Tore fielen im Finale. Nach Wrossoks Führungstreffer für Hochdahl (7.) drehten die Finnen Matilainen (12.) und Karppinen (20.) das Spiel für Berkersheim. In der fünften Minute der zweiten Hälfte sorgte erneut das skandinavische Duo für die Entscheidung, als Karppinen Matilainen das 3:1 assistierte – gleichzeitig der Endstand. Damit war das Endspiel das torärmste aller 18 Partien des Finalturniers. Berkersheim wird´s egal sein: Sie verteidigten ihren Titel aus dem Vorjahr, Hochdahl wurde dagegen wieder nur Vize, zum dritten Mal in Folge.

Kleinfeld-DM Herren 2011: Ergebnisse im Überblick

Spiel um Platz sieben: UHC Berlin – USV Halle 1:9
Spiel um Platz fünf: SG Siems/Tetenbüll – TuS Bloherfelde 6:7
Kleines Finale: Vfl Red Hocks Kaufering – TV Südkamen 6:5 s.D.
Finale: TSV Berkersheim – SSC Hochdahl 3:1

(tn)

Kommentare

  1. Kleine Korrekturen zum Bild: Der Referee heisst „Büchting“ und der Goalie ist der Hochdahler „Julian Jung“.

  2. …bei 3 gegen 3 wird sogar mit Bande und in der Turnhalle gespielt !!!

  3. Was soll diese Stichelei gegen Kleinfeld, lieber Walter! Wenn deine GF-Regionalligameister-Mannschaft im Kleinfeld selbst gegen stark ersatzgeschwächte Westteams der Kategorie B bereits in der DM-Qualivorrunde sang und klanglos scheitert, dann ist dein Kommentar an dieser Stelle eher unpassend… Oder wie soll man das sonst verstehen?

  4. Die Bildlegende ist sogar komplett falsch, das sind doch v.l.n.r Büchting und Unger als Schiris, dann zwei Hochdahler Wrossok (rotes Spielershirt) und Jung (Torhüter), vermutlich in einer Szene, in der Beeckmann eine seiner drei Strafen kriegt 😉

    @gomez: Walter hat wohl eher auf die befremdliche Erklärung des Kleinfeld-Floorballs im Artikel angespielt…

  5. @ Clemens: Besten Dank für den Hinweis, ist korrigiert.

    @ Walter und Babbel: Ich wollte den Beitrag nutzen, um den Lesern, denen Kleinfeld vielleicht nicht so geläufig ist, da es z.B. bei uns nicht so häufig thematisiert wird, kurz die Unterschiede zum Großfeld nahe zu bringen. Das war weder abwertend noch zynisch gemeint, sondern rein informativ.

    Beste Grüße

  6. @ Gomez: Mein Kommentar sollte meine Wahrnehmung zu diesem Bericht in zynischer Art und Weise kommentieren. Der Bericht wirkt für mich belehrend und „von oben herab“. Persönlich finde ich es Schade, dass KF einen untergeordneten Stellenwert hatte, hat und immer haben wird. Solche Berichte werden das leider nicht ändern.

    @ Tom Nebe: Ich denke das man KF nicht mehr grossartig erklären muss. Der Besucher dieser Seite ist/sollte über Floorball informiert/sein.

    Obwohl wir seit zwei Jahren auch vermehrt auf GF setzen und auch die Zukunft für uns eher dort sehen, ist KF eine sehr attraktive Spielform für Vereine die nicht über die selben Rescourcen verfügen wie andere Teams. Zweigleisig zu fahren funktioniert nur in wenigen Fällen, das ist uns in der Quali zum Verhängnis geworden…

    Viele Grüße

  7. @ Dirtyone: Es ist eine attraktive Spielform, da bin ich ganz deiner Meinung. Und den meisten unserer Leser muss man Kleinfeld auch definitiv nicht mehr erklären, wie ich hoffe. Die wenigen, denen es aber bisher nicht geläufig war, wissen eben nun etwas mehr über die Unterschiede. Am Ende ist alles in erster Linie eins: Floorball. In dem Sinne!

    Beste Grüße