Die dritte Kraft

Erleuchtet - Kristina Unger. / Foto: FBC Phönix Leipzig

Erleuchtet - Kristina Unger. / Foto: FBC Phönix Leipzig

Der FBC Phönix möchte eine ernste Alternative im Leipziger Vereinsfloorball werden, dessen „Artenvielfalt“ mit der neuen Partnerschaft zwischen dem MFBC und dem SC DHfK schwächeln könnte. Dennoch will man nicht in Konkurrenz stehen. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Abteilungsleiter Nils Wranik über die Ansprüche des FBC, insbesondere im Damenbereich.

Floorballmagazin: Wie hat sich der FBC Phönix Leipzig in seiner bislang kurzen Geschichte entwickeln können?

Nils Wranik: Rückblickend bin ich schon sehr stolz auf das Erreichte. Bei der Anmeldung zur Regionalliga vor etwa einem Jahr befanden sich gerade mal sieben Spieler im Kader, davon die Hälfte ohne Ligaerfahrung. Zu diesem Zeitpunkt war ich mir sehr unsicher, ob das Projekt Phönix überhaupt überlebensfähig ist. Am Ende der Saison sind wir dann aber nur knapp an den Playoffs gescheitert. Zu Gute kamen uns natürlich auch Zugänge von erfahrenen Spielern.

In der vergangenen Saison belegte man in der Regionalliga den fünften Rang, kann man mit dem Ergebnis zufrieden sein?

Dafür, dass es unsere erste Saison war, können wir durchaus damit zufrieden sein. Allerdings wollten wir die Playoffs erreichen, und wenn man zum Jahreswechsel wochenlang auf Platz zwei steht, dann ist der fünfte Platz am Ende etwas ärgerlich. Trotzdem stimmen uns die Fortschritte im Verein, vorallem auf taktischer, technischer und konditioneller Ebene, positiv für die kommende Saison.

Phönix grübelt über die Zukunft seiner Damenriege. / Foto: FBC Phönix Leipzig

Phönix grübelt über die Zukunft seiner Damenriege. / Foto: FBC Phönix Leipzig

 

 

 

Der Verein prüft nun die Gründung eines Damenteams bereits für die Saison 2011/2012. Wo liegt das Potenzial und welche Wettbewerbe wären denkbar?

Ja, in den letzten Wochen gab es einige Anfragen, die uns dazu veranlasst haben, dem nachzugehen. Wir lassen uns aber offen, für welchen Wettbewerb wir melden würden. Entscheidend ist letztendlich die Anzahl der Spielerinnen, die spielerischen Möglichkeiten sowie die finanziellen Aspekte.

Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Leipziger Konkurrenz aus – mit dem MFBC sowie mit dem SC DHfK? Wäre dies nicht auch eine Option für die Zukunft der Damen?

Die so genannte Konkurrenz trat uns bisher sehr offen gegenüber. Als kleines Regionalliga-Team besitzen wir beispielsweise einfach nicht die Möglichkeit eine Bande zu finanzieren. Während der letzten Saison haben uns der SC DHfK und der MFBC damit ausgeholfen, wofür wir sehr dankbar sind. Dennoch sind wir daran interessiert, möglichst eigenständig zu bleiben. Wenn ein Spieler von uns das Potential und den Ehrgeiz hat, in einer höheren Liga zu spielen, dann hätte ich damit absolut kein Problem. Wir legen niemandem Steine in den Weg, zu stärkeren Teams zu wechseln. Zugegebenermaßen würde es wenig Sinn machen, ein Damenteam zu gründen, wenn ein Großteil der Spielerinnen vom Stadtkonkurrenten kommen würde. Der MFBC hat sportlich als auch finanziell einfach mehr Möglichkeiten, da wäre es bedauerlich, wenn dadurch die Entwicklung des Sports an sich gehemmt wird. So ein Vorhaben kann daher nur erfolgreich sein, wenn man sich nicht gegenseitig nur den Wind aus den Segeln nimmt. Wir prüfen in den nächsten Wochen schlicht, ob und wie sich ein Engagement im Damenbereich realisieren lässt und wollen weiterhin insgesamt eine Alternative im Leipziger Vereinsunihockey sein. (jk)