Olympische Geduldsprobe

Das Internationale Olympische Komitee hat bei seiner 123. Tagung im südafrikanischen Durban gegenüber dem Floorball-Weltverband IFF nach der provisorischen nun auch die volle Anerkennung ausgesprochen – ein Meilenstein der auch dem deutschen Floorball beste Karten für die Aufnahme in den DOSB drückt. Der tatsächliche Sprung ins olympische Programm dürfte aber trotzdem auf sich warten lassen – aber warten lohnt sich.

Es war das dominierende Thema der IFF-Agenda in den vergangenen 10 Jahren. Nachdem Floorball 2003 zunächst provisorisch anerkannt wurde, hatte das IOC weitere Aufnahmen vorerst auf Eis gelegt und sortierte seine Mitgliederregularien neu. Um die volle Anerkennung zu erhalten, investierte die IFF einen Großteil ihrer Ressourcen insbesondere in die Verbreitung der Sportart auf Kontinenten außerhalb Europa und achtete besonders penibel auf eine aktive Entwicklungsarbeit ihrer Mitgliederstaaten.

Die volle Anerkennung der Sportart ist die Grundlage für ihre Aufnahme ins Olympische Programm, einen Schritt, der Floorball einen einzigartigen internationalen Schub gewähren würde. Das IOC wird nun jeweils eine bis zwei neue Sportarten bei den Olympischen Spielen 2020, 2024 und 2028 aufnehmen. Im Augenblick stehen aber 32 Sportverbände mit ihren Disziplinen Schlange – darunter traditionsreiche bzw. mitgliederstarke Sportarten wie Baseball, Karate, Squash oder Sportklettern.

“Im Rahmen des Aufnahmeprozesses haben wir die Chance erhalten, uns für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 zu bewerben, wo nur eine Sportart aufgenommen wird,” erklärt IFF-Präsident Tomas Eriksson, “das ist ein besonderer Vertrauensbeweis”. Im Fokus stehen aber die Jahre 2024 und 2028, bis wann die IFF die Anforderungen der IOC Programm-Kommission tatsächlich erfüllen und den Einzug ins Programm erreichen wolle.

Floorball wird für diese Jahrgänge nun tatsächlich als Favorit gehandelt, da man mit bestimmten Eigenschaften seiner Bezugsgruppen (jung, wachstumsstark, medienaffin, dopingfrei u.ä.) bereits stark punkten konnte und der Weltverband mit seiner strategischen Aufbauarbeit in den vergangenen Jahren überzeugte.

Das größte Hindernis sei zunächst die Mitgliederstatistik, die in den kommenden Jahren ein starkes Wachstum an Sportlern und Offiziellen aufweisen solle. Darüberhinaus seien die Teilnahme der Sportart an internationalen Großevents, vorrangig Universiade und World Games, sowie die mediale Präsenz, insbesondere im TV, weitere zentrale Kriterien.

Die Anerkennung dürfte auch der deutschen Entwicklung unter die Arme greifen, vor allem hinsichtlich der Aufnahme von “Floorball Deutschland” in den DOSB. “Die volle Anerkennung wird unseren Mitgliedsstaaten wesentlich bei der Aufnahme in ihre nationalen olympischen Organisationen helfen,” unterstreicht Eriksson. “Wir haben nun einen weiteren wichtigen Schritt geschafft, eine olympische Sportart zu werden.” (jk)

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1 Kommentar vorhandenKommentieren
  1. Da hat ein geografischer Fehlerteufel sein Unwesen getrieben, hing etwas mit einem parallel gestalteten Artikel zum australischen Floorball zusammen. Besten Dank für die Hinweise!

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