Die Frühstarter

Mit dem Blick fürs Wesentliche - Kapitän Raiko Krüger. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Mit dem Blick fürs Wesentliche - Kapitän Raiko Krüger. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Die lautstarken und feuchtfröhlichen Feierlichkeiten sind beim deutschen Meister in Wernigerode mittlerweile verhallt, die Saisonvorbereitung hingegen in vollem Gange. In drei Wochen starten die Red Devils im slowenischen Vrhnika mit der Europacup-Quali in die neue Spielzeit. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Coach Peter Gahlert über den bislang bescheidenen Kaderwandel und die europäische Mission.

Floorballmagazin: Servus Peter, den Kater nach den Meisterfeiern dürftet ihr bereits verscheucht haben, oder? Wie sah eure bisherige Vorbereitung aus?

Peter Gahlert: Hallo Jan, ja ja, der Kater ist weg, obwohl ich aber innerlich immer noch am Feiern bin. Mit der Vorbereitung mussten wir durch die Teilnahme an der Qualifikation zum EuroFloorball Cup früher beginnen. Den gesamten Juli waren wir auf dem Platz aktiv. Neben Grundlagenausdauer und Intervalltrainings haben wir auch schon im Schnellkraftbereich begonnen. Seit August sind wir nun in der Halle. Es ist nicht viel Zeit, wir versuchen aber alles Mögliche, um bestens für das Turnier vorbereitet zu sein.

Rückblickend auf die vergangene Saison könnte es heißen: „Ende gut, alles gut“. Gab es aber noch Baustellen, denen ihr euch in der Vorbereitung gezielt widmen wolltet?

Kurz und knapp, nein. Der Plan, sich im Verlauf der Saison zu steigern und nicht das gesamte Potenzial von Beginn an zu offenbaren, war aufgegangen.

Den Abgängen von Kivilehto, Savolainen und Carlsson stehen insbesondere der Zugang von Markus Skippari vom SB Vantaa und die Rückkehr Patrick Rohlmanns gegenüber. Auch Mikko Reuna war im Gespräch, soll es nun aber nicht mehr sein. Wird es noch weitere Zugänge geben?

Neben Markus Skippari und Patrick Rohlmann rücken auch noch die Nachwuchsspieler Jeremy Mertens und Tom Niederlein in den Bundesligakader. Wir sind dann soweit mit der Kaderplanung fertig, suchen aber noch und verhandeln bereits, allerdings mit Spielern, die uns ausschließlich qualitativ weiter helfen können. Wenn alles gut läuft, gehen wir mit 18 plus 3 in die neue Saison.

Robert Müller (r.) und Ralf Lisiecki (m.) bleiben Wernigerode auch 2011/2012 erhalten. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Robert Müller (r.) und Ralf Lisiecki (m.) bleiben Wernigerode auch 2011/2012 erhalten. / Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Stellt sich trotz Meistertitel diesen Sommer wieder die Torhüterfrage? Sucht ihr auf diesem Posten nach Verstärkung oder bedürfen Blume und Ecklebe keiner weiteren Unterstützung?

Die Torhüterfrage stellt sich jeden Sommer, genauso wie die Spielerfrage (lacht). Allerdings suchen wir diesen Sommer nicht explizit nach einem Schlussmann. Wenn sich was auf dem Markt ergibt und es passt, dann schlagen wir zu.

Nun steht in wenigen Wochen die Europacup-Quali in Slowenien an. Herrscht bereits gesunde Vorfreude?

Es sind eher gemischte Gefühle. Auf der einen Seite freut man sich riesig, dass Privileg zu haben, zu einem Europacup fahren zu dürfen. Auf der anderen Seite hat man mit jeder Menge Problemen zu kämpfen. Hauptsächlich geschuldet ist dies dem ungünstigen Termin. Wir haben erst Ende Juni erfahren, wo und in welchem Zeitraum die endgültig EC-Quali stattfindet. Resultat daraus ist, dass drei Spieler kein Frei vom Arbeitgeber bekommen haben. Auch die Transfers mussten bis 25. Juli abgewickelt sein. Es war also sehr hektisch in den letzten Wochen.

Die Gegner sind schwer einzuschätzen. Mit welchen Ambitionen brechen die Red Devils in Richtung Süden auf?

Wir nehmen die Sache sehr ernst, es ist also für uns keine Urlaubsfahrt. Dafür wäre es auch viel zu teuer. In erster Linie wollen wir die deutschen Farben so gut es geht vertreten, aber insgeheim träumt jeder vom Turniersieg. Meiner Meinung nach haben wir auch die weit aus schwerere Qualifikationsgruppe erwischt. Für mich sind der russische und der slowakische Vertreter die absoluten Topfavoriten. Auf Augenhöhe sehe ich uns mit dem ungarischen Team und schlagen sollten wir die weißrussische Mannschaft. Allerdings sind das nur Mutmaßungen aus Erfahrungswerten. Unsere Recherche und Gegneranalyse basiert (leider) nur auf Informationen aus dem Internet und Google Translator.

Der erste Rahmenspielplan für die neue Saison verspricht zum Bundesliga-Auftakt die Partie Wernigerode gegen Berlin. Wäre ein feiner Aufmacher, oder?

Ich freue mich, dass wir die Spielzeit gegen Berlin eröffnen. Die Halbfinalserie der letzten Saison war ausgeglichen und spannend. Allerdings ist es für mich nur eine Saisoneröffnung, keine Standortanalyse. (jk)