U19 Trainer entlassen

Wird seinen Posten als U19-National Trainer aus beruflichen Gründen aufgeben: Kristof Klein.

Die Heim-WM der U19 Herren verlief nur sub-optimal für die deutsche Nachwuchsnationalmannschaft. Der Verband zog nun die personellen Konsequenzen und entband den Trainerstab von seinen Aufgaben. Leistungssport-Chef Stefan Erkelenz hat nun die Aufgabe, ihre Nachfolger zu finden.

Ihr Weg begann vor knapp zwei Jahren bei der U17 Nationalauswahl und endete nun nach der U19 Heim-WM 2011: Nationaltrainer-Paar Uwe Wolf und Kristof Klein. Das gab nun Floorball Deutschland offiziell bekannt. Der Verband entband den Trainerstab Anfang Juli von seinen Aufgaben. Gründe hierfür findet der neu designierte Präsident für Leistungssport Stefan Erkelenz: „Einige aus dem Trainer- und Betreuerstab ließen bereits vor der WM erkennen, dass sie aus beruflichen und akademischen Gründen kürzer treten werden.“ Vor allem seien damit Trainer Kristof Klein und Team-Manager Peer Mathiebe gemeint.  Als Ursache für die Beendigung der Zusammenarbeit des Verbandes sieht Erkelenz ganz klar das unzureichende Ergebnis der U19 Junioren bei der Heim-WM im Mai. „Mit Abstand zur WM war das Ergebnis, auch in Anbetracht des großen Aufwandes seitens Verband und Spieler, für uns nicht zufriedenstellend.“ Dabei räumt er ein, dass es immer schwierig sei, bei einer Mannschaftssportart die Schuld für das schlechte Resultat bei den Trainern zu suchen. Die U19 Herren wurden 12. von 16 teilnehmenden Mannschaften. Trainer Kristof Klein hingegen ist sich sicher: „Wir haben die Mannschaft nahezu optimal auf die Weltmeisterschaft vorbereitet.“ Angesichts des angesprochenen Aufwandes aber stellt er fest, dass Floorball in Deutschland hinsichtlich der Professionalität im Leistungsbereich an seine Grenzen stößt. Zudem stellt Klein fest, dass ein besseres Ergebnis kaum möglich gewesen wäre. Zum einen kritisiert er in diesem Zusammenhang einen fehlenden Ruhetag bei einer Junioren-WM sowie den Zeitpunkt der Austragung im Frühjahr. „Außerdem spiegelt unser Ergebnis das aktuelle Leistungsvermögen des Floorballsports im U19-Bereich 1:1 wider“, bemerkt der 27-jährige Headcoach.

Nachdem das Gespann Klein/Wolf als U17-Nationalauswahl-Trainer nach nur einem Jahr den nächsten Schritt ging und die U19 übernahm, schien dies etwas verfrüht angesichts ihres bisherigen Portfolios. Diesen Kritikpunkt aber versuchten sie mit viel Ehrgeiz, Engagement und Akribie wett zu machen. Zudem zog sich die neue Personalsuche nach dem unglamourösen Abgang von Roland Fust in die Länge und Alternativen gab es nicht wirklich. Die U19 bestritt dann unter dem jungen Doppelgespann wohl eine der umfassendsten Vorbereitungen in der deutschen Junioren Geschichte. „Das war auch mit enormen zeitlichem und finanziellem Aufwand verbunden“, erklärt Klein. Seinerseits kritisiert er den Umgang mit den ehrenamtlichen Staff. Es hätte vor, während und nach der WM keine persönlichen Gespräche stattgefunden. „Meiner Ansicht nach muss aber genau hier die Professionalisierung stattfinden – im Miteinander“ spricht er damit vor allem Missstände in der konzeptlosen Personalplanung und internen Kommunikation an. Lediglich in einer Skype-Konferenz während der Sommerpause sollte die weitere Zusammenarbeit besprochen werden. „Ein persönliches Feedback hat es in diesem Sinne leider nicht gegeben“, zeigt sich Klein enttäuscht.

Mit potentiellen Nachfolgern gäbe es bereits einige ernsthafte Gespräche, gibt der Verband sich bedeckt. „Es sei nur so viel verraten, dass wir uns auf einen internationalen Kandidaten konzentrieren und mit ihm bereits finale Gespräche laufen“, so Leistungssport-Chef Erkelenz. Nach Angaben des Verbandes hätte es aber auch einige nationale Bewerber auf den U19-Posten gegeben. Inwiefern Uwe Wolf und der erweiterte Betreuerstab weiterhin im Dienste von Floorball Deutschland stehe, sei zur Zeit noch unklar. (ms)

Kommentare

  1. Es ist ja irgendwie immer das gleiche… Nach nahezu jeder WM (ob Herren oder U-19) wird das Trainergespann entlassen, da das anvisierte Ziel nicht erreicht wurde.

    Vielleicht sollte uns allen klar werden, dass wir mit unseren Nationalteams noch nicht soweit sind, wie einige andere Nationen. Ich glaube nicht, dass es uns hier weiterhilft ständig die Trainer auszutauschen, die allgemein nur wenige Tage im Jahr mit den Spielern arbeiten… Fortschritte können hier nur erzielt werden, wenn die Trainer an der Basis eine bessere Ausbildung genießen, sodass sie ihr Wissen im täglichen Umgang mit den Spielern weitergeben können.

  2. Was ich bisher von Uwe gesehen habe, finde ich vollkommen überzeugend. Er ist auf einem sehr guten Weg und bleibt hoffentlich Floorball Deutschland erhalten. Ich fände es sehr schade, wenn mit ihm nicht etwas aufgebaut würde.
    Auch Kristof hat tolle Arbeit geleistet. Schade, dass er nicht mehr weiter machen kann.

    Erkelenz ist erst nach der U19 WM in den Vorstand berufen worden, vorher war dieses Amt verwaist. Die Entscheidungskompetenzen konnte vorher einfach zeitlich sehr verständlich niemand wahrnehmen um verbindliche, ernsthafte Gespräche zu führen, auch Erkelenz in seiner vorherigen Funktion nicht.

    Dass Klein geht war doch eigentlich schon vor der WM klar und dass dann ein neuer Trainerstab zusammengestellt werden muss, dürfte wohl vollkommen klar sein. Warum nun hier in diesem Ton berichtet (bzw. nachgetreten) wird, verstehe ich nicht.

    Dass noch alle Luft nach oben haben und professioneller arbeiten können ist auch klar, aber der Tag hat nun mal bei allen nur 24h.