Die Mutprobe

Beweist, dass man in Dresden keinen tschechischen Pass braucht, um Tore zu schießen - Christopher Gruhne. / Foto: Unihockey Igels Dresden

Beweist, dass man in Dresden keinen tschechischen Pass braucht, um Tore zu schießen - Christopher Gruhne. / Foto: Unihockey Igels Dresden

Mit reichlich Tschechen-Power haben die Igels Dresden die 2. Bundesliga erobert und gegen den SC DHfK Leipzig nicht ganz unerwartet den Aufstieg in die Königsklasse geschafft. Am kommenden Samstag beginnt nun die neue Saison der 1. MaXxPrint Bundesliga. Gleich zum Auftakt steht dabei das Aufsteigerduell zwischen Lilienthal und Dresden an. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Igels-Trainer Tomas Syrycansky über Körper und Geist des Novizen.

Floorballmagazin: Die erste Saison in der 1. Bundesliga. Wie ist die Atmosphäre im Team und wie fühlst du dich als Trainer?

Tomas Syrycansky: Wir freuen uns sehr auf unsere Premiere und haben dem alles untergeordnet eine weitere gute Saison zu spielen.

Eure Vorbereitung wirkte besonders anspruchsvoll. Was für ein Programm habt ihr hinter euch und wie warst du damit zufrieden?

Wir haben sehr früh mit der Vorbereitung begonnen, hauptsächlich hinsichtlich der Czech Open, die wir vor allem genießen wollten. Die Trainingszeit haben wir mit einigen sehr interessanten Partien gespickt, die wir in Tschechien absolvierten (2:7 gegen Future A, 8:11 gegen Future Junioren, 7:14 gegen Chodov A). Dabei haben wir mit Absicht schwere Gegner aufgesucht, damit wir uns auf Spiele vorbereiten können, in denen wir unter Druck geraten, was uns in der vergangenen Saison erst in den Playoff-Endspielen bzw. in den Aufstiegspartien vergönnt war. Diese Spiele haben uns auf den Zahn gefühlt und gezeigt, woran wir noch arbeiten müssen.

Bislang wirkte es, mit einigen Ausnahmen, dass noch ein großer Leistungsunterschied zwischen den tschechischen und den deutschen Spielern besteht. Kann dies zu einem Problem in der Liga werden?

Der Unterschied ist nicht so groß. Es gibt ihn eher bei der Einstellung zu schweren Spielen, was in der vergangenen Saison in einigen Ligaspielen und insbesondere in der ersten Relegationspartie zum Problem wurde. Manchmal hatte Nervosität unsere Hände gefesselt und bei einigen Spielern ging die Leistung damit um 50 % runter. Das darf uns in der Bundesliga nicht passieren, hier wird nämlich jedes Spiel schwer sein.

Mit einer geschlossenen Leistung könnten die Igels in Lilienthal mit einem Auswärtssieg in ihre ersten Erstliga-Saison starten. / Foto: Unihockey Igels Dresden

Mit einer geschlossenen Leistung könnten die Igels in Lilienthal mit einem Auswärtssieg in ihre ersten Erstliga-Saison starten. / Foto: Unihockey Igels Dresden

Nun hast du in Dresden bereits ein ziemliches Stück Arbeit hinter dir. Was waren bislang die größten Hürden, denen du dich zu stellen hattest und wie bist du dort überhaupt gelandet?

Die Igels veröffentlichten ihr Interesse an einem neuen Trainer und möglichen Verstärkungen und per Zufall erfuhr ich davon. Eine neue Erfahrung und das Auffrischen meiner Deutschkenntnisse waren die Hauptgründe dafür, weshalb ich dann tatsächlich auch begann nach Dresden zu pendeln. Die größte Herausforderung war bislang natürlich der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Als ich erfuhr, wie schwierig das ist, war klar, dass wir Verstärkung brauchen – die zu besorgen, war die zweite Herausforderung. Eine weitere Aufgabe war es, der Mannschaft beizubringen, physisch, hart aber dennoch fair zu spielen, woran wir immer noch arbeiten und was generell nicht nur unser eigenes, sondern auch das Problem des ganzen deutschen Floorball im Vergleich mit den großen Vier ist. Naja, und eine würdige Saison in der 1. Bundesliga wäre wohl die vorerst letzte Herausforderung.

Die Saison beginnt ihr in Lilienthal – ein Sieg zum Auftakt? Was ist überhaupt das anvisierte Ziel der Igels für die Saison.

Als wir letztes Jahr in Lilienthal unsere erste Playoff-Partie spielten, war ich angenehm überrascht von der Qualität und der wilden Jugend des Gegners. Das einzige, was diesem Team zur Perfektion fehlte, war ein starker Goalie. Das Problem haben sie nun in den Griff bekommen und dürften jetzt nicht nur uns das Leben schwer machen. Es ist also klar, dass uns zum Start ein sehr schweres Spiel erwartet, das wir aber gewinnen wollen. Mein Ziel ist es hochwertige Spiele zu absolvieren, die diesjährigen Favoriten ein bisschen zu quälen und noch eine weitere Verstärkung nach Dresden zu holen. (jk)