Das Halbfinalduell zwischen Wernigerode und Berlin gibt es gleich zu Beginn der neuen Saison. / Foto: Andreas Schulz, batberlin.de
Nur noch Stunden trennen die deutschen Floorball-Vereine vom Start der neuen Bundesliga-Saison. Der neue Jahrgang verspricht dabei ein Festspiel an Geheimfavoriten, Überfliegern und Underdogs. Das Floorballmagazin gönnt sich einen Blick auf das hoffnungsträchtige Teilnehmerfeld und feiert den Start der Saison 2011/2012.
Red Devils Wernigerode
Die Abschiede von Tommi Kivilehto, Jarno Savolainen und Adam Carlsson konnten die Red Devils als amtierender Meister insbesondere mit den Zugängen von Markus Skippari (SB Vantaa, Finnland) und Gatis Akulovs (Kocenu Sporta Klubs, Lettland) aber auch von Rückkehrer Patrick Rohlmann (LUGI, Schweden) solide kompensieren. Der Europacup dürfte die roten Teufel außerdem bestens auf den Saisonstart vorbereitet haben. Einzig der Druck der Titelverteidigung dürfte Wernigerode das Leben schwer machen.
Titelchancen: 20 %
UHC Weißenfels
Die Serie war gerissen. Die Halbfinalpleite gegen Dauerrivale Leipzig hat weh getan, dürfte aber auch die bisher tückischen Fesseln eines Rekordmeisters gelockert haben. Nicht nur, dass man die schwedischen Zugänge der Vorsaison halten konnte, hinzu kehrt Ausnahmetalent Tim Böttcher zurück, Döbelns Oliver Hofmann erhält eine Doppellizenz und auch Kristas Vaicis (Kekava, Lettland) dürfte auf seiner Suche nach einem Bundesliga-Engagement in Weißenfels eine kostbare Defensivstütze darstellen. Der Titel soll zurück an die Saale.
Titelchancen: 25 %
MFBC Löwen Leipzig
Dem großen Halbfinalcoup gegen Weißenfels folgte im Endspiel eine Ernüchterung – Leipzig blieb einmal mehr “Vize-Leipzig”. 2011/2012 soll der Fluch gebrochen werden. Der Schulterschluss mit Absteiger SC DHfK und internationale Transfers aus Finnland (Julle Sumén), Schweden (Erik Bergström) und Tschechien (Ondrej Kavalir) ließen Leipzigs Kader zwischenzeitlich auf knapp 40 Mann anwachsen und kurz vor Saisonbeginn wieder auf eine hochklassige Auswahl reduzieren.
Titelchancen: 25 %
BAT Berlin
Der Zugang von Nationalkeeper Tom Nebe konnte zwar den Rückzug von Johannes Pauser ausgleichen, Marek Brincil, Vesa Mussalo, Petri Henriksson und Viktor Sahlström werden aber schwere Krater in der Berliner Aufstellung hinterlassen. Dass sich Berlin als Außenseiter durchaus wohl fühlt, ist bekannt, dass nach erfolgreichen Jahren in der Hauptstadt mit berüchtigter Verlässlichkeit immer Relegationsspiele folgten ebenfalls.
Titelchancen: 7 %
ETV Hamburg
Nach einem mittelmäßigen Jahr bereitet man sich in Hamburg mit einem ambitionierten Kader zumindest auf den Einzug in die Playoffs vor. Die Rückkehr von Timo Koivisto lässt aufhorchen, ein kongenialer Offensivpartner wie einst Toni Westerholm scheint zunächst aber noch zu fehlen. Der Zugang von Iiro Nahkamäki (Jyväsyklä, Finnland) bleibt zunächst unbestätigt, dafür könnte aber einer der vermutlich interessantesten Binnentransfers der letzten Jahre – der Lette Karlis Krastins wechselt vom WFC an die Alster – für Freude beim ETV sorgen.
Titelchancen: 10 %
Floor Fighters Chemnitz
Tormaschine Jarkko Kumpulainen hat sich in Richtung Schweiz verabschiedet, Ville Vannesluoma (Uudenmaan, Finnland) soll es nun richten, offenbart aber körperliche Defizite. Wahrscheinlicher ist, dass der Ingolstädter Finne Jukka Toikanen, der in der 2. Bundesliga das Toreschießen zur Kunst erhob, die überlebenswichtige Speerspitze in Chemnitz’ Offensive darstellen wird. Auch Philipp Hamann sollte der Torausbeute gut tun können, die Abwehr der Floor Fighters (insbesondere nach Nebes Abgang), dürfte Trainer Sebastian Oelmann noch Sorgenfalten verursachen.
Titelchancen: 5 %
Unihockey Igels Dresden
Schafft es Dresden sein präzises Konterspiel auch in der 1. Bundesliga umzusetzen und den Leistungsunterschied zwischen seinen tschechischen Fachkräften und deutschen Spielern zu schließen, könnten die Igels Richtung Playoff-Einzug schielen. Sollten die Gegner dies allerdings zu unterbinden wissen, darf Dresden auch in der kommenden Saison an den Aufstiegsspielen teilnehmen – dann aber als Abstiegskandidat.
Titelchancen: 5 %
TV Lilienthal
Tatsächliche Schwächen dürfte man bei den Norddeutschen lange suchen – das Konterspiel rasant, die Defensive diszipliniert und die Fitness hervorragend vorbereitet. Die kaum vorhandene Erfahrung aus anspruchsvolleren Partien könnten Lilienthal aber früh in eine Abstiegsspirale stürzen. Möchte man dem Eintagsfliegen-Schicksal der Bonner entgehen, müssen die Novizen Geduld und Willen beweisen – und wenn möglich den einen oder anderen “erfahreneren” Spieler wie Jan-Paul Gersdorf oder Torben Kleinhans fest in ihren Kader integrieren, eine schwere Aufgabe.
Titelchancen: 3 %
(fb)















floorballmagazin
15. September 2011
Nachtrag: Die Unihockey Igels Dresden wird ab sofort der Tscheche Daniel Hulic verstärken. Der Flügelspieler gehörte in Vergangenheit zu den produktivsten Spielern der 1. Liga und sammelte im höchsten tschechischen Wettbewerb über 200 Scorerpunkte.
Casper
15. September 2011
Schön zusammengefasst, ich würde aber Dresden doch wesentlich höher einschätzen. Mit dem neuen Tschechen, siehe euer Nachtrag bei Facebook, sind die auf jeden Fall auf Hamburg Niveau. Tippe Berlin und Lilienthal auf Abstiegsrunde.
Fabian Mieloch
17. September 2011
Größtenteils bin ich ja echt einer Meinung mit euch.
Aber zu sagen, dass der Meister zu 30 % nicht aus Leipzig, Weißenfels oder Wernigerode kommen wird, ist einfach total unrealistisch…
friendly fire
19. September 2011
Naja, du, lass Dresden noch den 5., 6. und 7. Tschechen holen, oder Hamburg eine kleine Finnenlegion und plötzlich wird’s vielleicht doch eng. Sind aber doch sowieso nur Spielereien.