Der Rekordmeister sprachlos

Überraschung gegen Weißenfels - Verteidiger Martin Stöß und seine Floor Fighters gewinnen 6:5 gegen den Rekordchampion. /Foto: Anja Thurow, floor-fighters.de

MaXxPrint FBL, 2. Spieltag. Ein nie für möglich gehaltener Sieg, zwei Aufsteiger, die den etablierten Klubs ein Bein stellen, und ein Wahnsinns-Finish des Meisters im Topspiel. Das sind die Eckpunkte eines Spieltags, an den man noch lange zurückdenken wird.

Händler „sprachlos“

Die Vorzeichen sahen eindeutig aus: Erster Spieltag, Chemnitz verliert in Hamburg 4:12, Weißenfels besiegt den hoch gewetteten MFBC klar mit 7:2. Dementsprechend waren die Rollen beim Direktduell klar verteilt. Übrigens auch aus Chemnitzer Sicht: „Das Spiel kann beginnen und es startet erwartungsgemäß mit dem 0:1 für Weißenfels. Immerhin, Chemnitz hatte reichlich fünf Minuten durchgestanden und würde die Statistik halten, würde es am Ende ein knappes zweistelliges Resultat geben.“ So beginnt der Spielbericht auf der Website der Floor Fighters. Das Endresultat nach 60 Minuten lautet jedoch 6:5, für Chemnitz. Die Neuzugänge Toikanen und Hamann markierten drei Treffer, dazu Eigengewächs Thiele zwei, Reich traf zudem mit einem abgerutschten Fernschuss. Und Weißenfels? Die verzweifelten an der aufopferungsvoll kämpfenden Defensive der Chemnitzer und dem hervorragenden Goalie Rosenthal. Es ist immer leicht, von einem Wunder zu sprechen. Angesichts dessen, wie sich beide Teams noch letzte Woche präsentierten und das dies der erste Sieg in der Geschichte der Floor Fighters gegen Weißenfels war, kann man diesen Begriff hier jedoch durchaus bemühen. „Sprachlos“, kommentierte Weißenfels´ Thomas Händler kurz und knapp via Facebook nach der Partie. Er dürfte in dem Fall stellvertretend für sein Team gesprochen haben.

Bundesligatauglichkeit erbracht

Beide Aufsteiger bestätigten den starken Eindruck aus dem Auftaktspiel - Dresden (li., Schütze und Jahn) besiegte Hamburg, Lilienthal (re., Melde) bezwang Berlin. /Foto: unihockey-dresden.de

Der Sieg von Aufsteiger Lilienthal in Berlin markierte direkt die zweite große Überraschung des Wochenendes. Dank zwei starken Endphasen zu Ende des ersten und zweiten Drittels führte Lilienthal nach 40 Minuten mit 6:0. Überfallartige Angriffe und eine äußerst kompakte Defensive vor dem eigenen Tor, dazu ein überragender Hallerstede im Kasten ließen BAT Berlin verzweifeln. „Wir haben mit viel Kampfgeist und Laufbereitschaft einem harten Gegner den Zahn gezogen. Wenn es noch eines Beweises für unsere Bundesligatauglichkeit bedurft hätte, haben wir ihn heute erbracht“, kommentierte Lilenthal-Trainer Andreas Blankenstein nach der Partie. Deutlich ernüchternder fiel dagegen das Fazit von BAT-Spielertrainer Timo Krohne aus: „Wir haben in den entscheidenden Situationen die letzte Konsequenz vermissen lassen.“ Berlin steht nach zwei Niederlagen ganz hinten in der Tabelle.

Skippari schlägt MFBC

Direkt vor Berlin rangiert, nur dank des besseren Torverhältnisses, der MFBC, ebenfalls noch punktlos. Dennoch sieht die Situation in Leipzig nicht ganz so prekär aus wie bei BAT, da man 1. in den beiden Auftaktspielen gegen die potentiell stärksten Konkurrenten  spielte und 2. jeweils einen mindestens gleichwertigen wenn nicht gar besseren Eindruck hinterließ. Nach der 2:7-Niederlage gegen Weißenfels letzte Woche verlor der MFBC nun zuhause 5:6 gegen Wernigerode. Die Red Devils bestraften in der Wiederauflage des letzten Finals eiskalt, dass Leipzig in der Schlussphase beim Stand von 5:4 den Sack nicht zumachte. So stellte Neuzugang Skippari eine Minute vor Ende den Ausgleich für den Meister her und legte nur 21 Sekunden später, nach einem Leipziger Ballverlust in der Mittelzone, das 5:6 nach. Es war die erste Führung für Wernigerode im ganzen Spiel, diese reichte aber zum Sieg. Damit stehen die Devils, als einziges Team nach zwei Spielen noch ohne Punktverlust, weiter an der Spitze.

Konik überragt

Dahinter reihen sich aktuell Dresden und Hamburg ein. Die designierten Geheimfavoriten lieferten sich in der Sächsischen Hauptstadt einen harten Fight, bei dem einmal mehr Dresdens tschechische Legionäre herausstachen. Im regulären Spielverlauf erzielte Topscorer Jakub Konik drei Treffer und markierte einen Assist auf Kollege Daniel Hulic, welcher wiederum in der Overtime nach 11 Sekunden den entscheidenden Treffer Schuschwarys zum 5:4 auflegte. Zuvor hatte Stüble den ETV mit seinem Ausgleichstreffer zehn Sekunden vor Spielende in die Verlängerung und den Hanseaten damit einen Punkt gerettet. Das reicht aktuell für Platz drei, Dresden steht auf Rang zwei.

Ergebnisse MaXxPrint FBL Herren

2. Spieltag

Floor Fighters Chemnitz – UHC Sparkasse Weißenfels 6:5
MFBC Löwen Leipzig – Red Devils Wernigerode 5:6
Unihockey Igels Dresden – ETV Hamburg 5:4 s.D.
BAT Berlin – TV Lilienthal 2:6

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(tn)