Wie Kahn und Co.

Guter Saisonstart mit Storvreta und 800. Scorerpunkt in der SSL - Leitwolf Mika Kohonen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Europafenster. Nach 18 Jahren Floorball sagte der Schweizer Adrian Capatt letzte Saison ´Adieu`, nun bekommt er noch ein offizielles Abschiedsspiel. In Schweden feiert Storvreta die „beste Linie der Welt“, in der finnischen Salibandyliiga verzweifelt Pori an der letzten Minute. Dazu: Kondome mit Formkrise.

Die beste Reihe der Welt

Svenska Superligan. Ein Abend, den Faluns Alexander Carlström wohl nicht so schnell vergessen wird: Beim 8:2-Sieg des letztjährigen Playoff-Halbfinalisten gegen Sirius war der Stürmer an allen acht Toren seines Teams direkt beteiligt, markierte drei Treffer selbst und bereitete weitere fünf vor. Keine Frage, wer in diesem Spiel ´Man of the match` wurde.  „Das war das beste Spiel meiner Karriere“, sagte Carlström im Anschluss.

Im Top-Duell der Superligan besiegte Meister Storvreta AIK Solna mit 7:5 und legte dank des zweiten Erfolgs im zweiten Spiel  einen Optimalstart in die neue Spielzeit hin. Deutschlands Topspieler in Diensten Storvretas, Fredrik Holtz, steuerte übrigens zwei Treffer zum Sieg gegen AIK bei. In Topform war auch einmal mehr die Topreihe des Champions um Leitwolf Mika Kohonen, der kürzlich seinen 800. (!) Scorerpunkt in der SSL erzielte, Scharfschütze Hannes Öhman und Slot-Waffe Henrik Stenberg. „Wir haben die beste erste Reihe der Welt“, sagte nach dem AIK-Match Verteidiger Matthias Samuelsson. Diese Meinung hat er in jedem Fall nicht exklusiv.

Von Warbergs erstem Saisonsieg gegen Mullsjö (7:4) gibt es hier ein schönes Highlight-Video.

Alle Informationen zur SSL unter innebandymagazinet.se

Zwei Sportarten, zwei Größen - Kahn und Capatt. /Fotos: Erwin Keller, Floorballmagazin

Wie Kahn und Co.

Swiss Mobiliar League. Abschiedsspiele sind vor allem aus dem Fußball bekannt und verursachen, wie beim letzten Auftritt von Oliver Kahn im September 2008, regelmäßig Gänsehaut. Diesen Samstag wird in Malans nun ein ganz Großer des Schweizer Unihockeys verabschiedet: 18 Jahre hat Adrian Capatt in höchsten Schweizer Liga gespielt, ehe er nach der Finalniederlage gegen Wiler-Ersigen im April seine Karriere beendete. Im zu Ehren richtet sein Klub Alligator Malans diesen Samstag ein offizielles Abschiedsspiel aus, passenderweise im Vorfeld des Ligaduells mit Wiler-Ersigen. Dafür durfte Capatt zwei Teams zusammenstellen, das Team „Alligator Malans“, u.a. mit Goalie-Legende Roger Tönz, der zu dem Anlass ebenfalls noch einmal seine Schoner aus dem Schrank holt, und das Team „Natikumpanen“, darunter große Ehemalige wie Livio d’Intino und Reto Weber. Tolle Geste: Der Eintritt, dessen Höhe jeder Zuschauer selbst bestimmt, wird der Krebsliga Graubünden gespendet.

Sportlich sind die Tigers Langnau diese Saison in der SML am besten aus den Startlöchern gekommen: Für das Starensemble um Rückkehrer Ales Zalesny gab es drei Siege aus drei Spielen mit 31 Toren – eine klare Ansage. Heute Abend kommt es zum Gipfeltreffen mit Kantonsrivale Wiler-Ersigen (Live-Ticker bei unihockey.ch). In der Nationalliga B hat auch die Saison für die Mucha-Zwillinge und ihren Klub, Aufsteiger Olten-Zofingen, begonnen. Nach einer knappen Niederlage im Penaltyschiessen (6:7) zum Auftakt gegen Mitaufsteiger Eggiwil konnte im zweiten Spiel Altendorf 10:7 niedergerungen werden – ein passabler Start also. Manuel Mucha steht mit sechs Punkten (3+3) aktuell auf Rang vier der Scorerliste, Bruder Dominic folgt zwei Plätze dahinter mit vier Punkten (2+2).

Alle Informationen zur SML unter unihockey.ch und swissunihockey.ch

Harter Saisonstart - Zum Auftakt musste Meister SSV (li., Järvi) bei Seinajoki ran und verlor. /Foto: Mikko Hyvärinen

Ein Spiel geht 60 Minuten

Salibandyliiga. Zum Auftakt hatten die Ligaplaner Meister SSV Helsinki gleich einen richtigen Knallstart beschert. Zunächst gab es zur Saisoneröffnung gleich die Wiederauflage des Finals der vergangenen Spielzeit gegen Seinajoki, welches prompt mit 4:7 verloren ging. Nur zwei Tage später wartete dann Classic Tampere, die die Qualifikation der letzten Saison gewannen und am Ende Vierter wurden, auf Helsinki. Nach 1:3-Rückstand im Schlussdrittel mussten die Fans des Meisters den totalen Fehlstart befürchten, doch angeführt von Kapitän Mikael Järvi drehte SSV die Partie, Järvi selbst markierte drei Minuten vor dem Ende den 5:4-Siegtreffer.

Richtig bitter verlief der Saisonbeginn dagegen für Pori. Zudem liefert er einmal mehr eine Steilvorlage für den alten Spruch, das eine Partie 60 Minuten geht. Was war passiert? Im ersten Spiel gegen Koovee verlor man 10:11, nach 10:6 Führung in der 47. Minute. Das entscheidende Gegentor fiel 11 Sekunden vor Ultimo. Wenig später, im zweiten Spiel, gegen Lapeenranta, kassierte man 29 Sekunden vor dem Ende das 6:7, acht Minuten zuvor hatte man übrigens noch geführt. Ein für Pori bedenklicher Trend, der sich da abzuzeichnen beginnt…

Alle Informationen zur Salibandyliiga unter salibandyliiga.fi

Auf der Suche nach der Form - Marek Soukup (li.) und Radek Gwuzdz von Mlada Boleslav. /Foto: czechopen.cz

Kondome auf Formsuche

Fortuna Extraliga. In weniger als einer Woche beginnt im tschechischen Mlada Boleslav die Erstauflage des Europacup-Nachfolgers „Champions Cup“. Mit dabei bei dem Eliteturnier ist neben den Champions aus Schweiz (Wiler-Ersigen), Schweden (Storvreta), Finnland (SSV Helsinki), Tschechien (Tatran) und Norwegen (Tunet) eben auch der Gastgeber, die „Kondome“, Billy Boy Mlada Boleslav. Dummer Zeitpunkt für eine Formkrise. Doch genau jetzt läuft bei dem Topclub nichts zusammen, nach drei Spieltagen und drei glatten Niederlagen liegt man auf dem letzten Platz der Extraliga. „Wir bekommen zu viele Tore“,  sagte Boleslav-Kapitän Novotny dem Portal Florbal.cz, 23 sind es bereits. Die Gegner waren allerdings, zugegeben, auch taff: Meister Tatran sowie die beiden letztjährigen Halbfinalisten Chodov und Vitkovice. Nur wird es beim Champions Cup nicht leichter, denn dort warten in der Vorrunde Helsinki und Wiler-Ersigen. In der Extraliga noch ungeschlagen und im Gleichschritt an der Spitze liegen Chodov sowie, etwas überraschend, Future Prag, über deren schwierigen Sommer wir im letzten Europafenster berichtet hatten.

Alle Informationen zur Fortuna Extraliga unter florbal.cz

(tn)