Titel in Mladá Boleslav vergeben

Am Ende half auch kein Protestieren von Kapitän Milan Friedrich - SSV Helsinki triumphierte schließlich mit 4:3 über den tschechischen Meister Tatran.

Der erste Champions Cup krönte am Samstag seine Sieger. Bei den Damen nimmt Djurgårdens IBF die Goldmedaille mit nach Hause. Bei den Herren siegte SSV Helsinki über Tschechiens Meister Tatran Střešovice. Alles in allem ließ das Turnier noch Luft nach oben.

Am Samstag erlebte die Floorball Community den ersten Finalspieltag eines Champions Cup. Das Damen Finale in der SkoEnergo Arena in Mladá Boleslav versprach anhand der beiden Kontrahenten eine interessante Partie zu werden. Doch der SC Classic startete zurückhaltend und ließ den Schwedinnen viel Platz. Dass sich beide Teams so noch nicht gegenüber standen, war ihnen vor allem in den ersten Minuten anzumerken. Das zaghafte Agieren der Finnen jedoch sollte im Verlauf des Spiels, besonders im Falle von Ausnahmestürmerin Emelie Lindström (Topscorerin und MVP des Turniers), ein fataler Fehler sein. Aber nicht nur fehlende Präsenz auf dem Feld, sondern auch Fehler wie Wechselfehler bei einem Freistoß von Djurgårdens, brachten den SC Classic nie ganz ins Spiel. Unermüdlich feuerten die mitgereisten finnischen Fans ihre Frauen in knallpinken Trikots an, doch Djurgårdens IBF zog unbeirrt sein Spiel auf und war am Ende verdienter Sieger mit 9:5.

Anschließend wurde das Champions Cup Allstar Team und der Most Valuable Player ernannt. Ein No-Go war dabei die Aufstellung. Außer den beiden Finalisten war kein weiterer Club, wie etwa die Red Ants, vertreten:

Goalie: Daniela Kreisingerová (SC Classic)
Defender: Moa Tschöp; Malin Eriksson (beide Djurgårdens IBF)
Offender: Eliisa Alanko (SC Classic); Emelie Lindström; Malin Andreason (beide Djurgårdens IBF)

Beim Herren Finale kam schon mehr Stimmung in der kühlen Eishockey-Halle auf. Allein durch die rasch steigende Besucherzahl. Knapp 2.100 Zuschauer verfolgten das Finale zwischen Tatran Střešovice und dem SSV Helsinki. Bei den Damen waren lediglich knapp 600 Zuschauer mit dabei. Bei einem Fassungsvermögen von 4.500 Zuschauern der SkoEnergo Arena lässt die Zuschauerressonanz für das Top-Event jedoch noch Spielraum nach oben offen. Der Wunsch der IFF nach dichter medialer Berichterstattung ließ zumindest lokal keine Wünsche offen. Direkt nach dem Finale liefen Interviews und Ausschnitte auch in Bars über die Mattscheibe.

Beide Mannschaften starteten ebenbürtig in das entscheidende Spiel. Das spiegelte sich auch im ersten Drittelergebnis wieder – 0:0. Doch langweilig war es nie in dieser Partie, obwohl es ein ungewöhnlich steriles Spiel war, da beide Mannschaften gleiche Spielanteile, wie identische Strafzeiten, gleiche Torschuss-Statistik und homogene Saves der Goalies, vorwiesen. Allein die Toranzeige sprach nach 20 Minuten eine andere Sprache. Helsinki zog mit 3:0 davon. Mit gewohntem Ehrgeiz arbeitete sich Tatran aber wieder bis kurz vor Schluss auf 3:4 heran. Am Ende half aber auch nicht das Überzahlspiel der Tschechen, indem sie Kafka aus dem Tor nahmen. Die Finnen um Tero Tiitu, Best Player der Partie, verzeichneten mit 4:3 ihren ersten Champions Cup Titel.

Wer ihn noch nicht auf dem Schirm hatte, musste sich spätestens jetzt den Namen Juho Järvinen merken. Denn der 29-jährige Stürmer vom SSV Helsinki stand immer da, wo man stehen muss, um seinen Club in Vorlage zu bringen. Unspektakulär, dafür umso effektiver schoss er sich an die Spitze der Scorerliste des Turniers. Zuletzt erhielt er die Auszeichnung als Most Valuable Player (MVP).

Allstar Team Herren:
Goalie: David Rytych (SSV Helsinki)
Defender: Tero Tiitu (SSV Helsinki); Milan Garcar (Tatran Střešovice)
Offender: Mika Kohonen (IBK Storvreta); Marek Vavrá (Tatran Střešovice); Juho Järvinen (SSV Helsinki)

(ms)

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