Die Sundstedt-Show

Schon im WM-Finale Finnland gegen Schweden kaum zu stoppen - Rasmus Sundstedt (re.) entwischt Mikko Kohonen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Europafenster. In der Superligan beweist Verteidiger Rasmus Sundstedt, dass Positions-Bezeichnungen nur für´s Papier sind, während seinem Nationalmannschafts-Kollegen Nilsson der Kragen platzt. In Finnland freuen sich die Wikinger über den Champions Cup, während es in der Swiss Mobiliar League bald ein Express-Duell geben wird.

Nilsson´s Ausraster

Die Nerven nicht im Griff - AIK´s Kim Nilsson (li.). /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Svenska Superligan. Nach den einschneidenden Abgängen der Angreifer Antener und Djurling im Sommer kommt AIK Solna in der neuen Saison noch nicht so recht in Tritt. Siegen gegen den kleinen Stadtrivalen Tyresö sowie gegen den Vorletzten Sirius nach Sudden Death stehen Niederlagen gegen Meister Storvreta sowie jüngst bei Aufsteiger Jonköping entgegen. In diesem Duell verlor AIK´s Superstar Kim Nilsson im Schlussabschnitt die Nerven, schubste einen Gegenspieler und beleidigte den Schiri. Die Folge: Er flog vom Feld, Matchstrafe 3. Jonköping nutzte hingegen die Überzahl zum 7:6-Siegtreffer. „Ich verstehe schon, dass es frustrierend sein kann, wenn es gegen einen Außenseiter nicht läuft“, sagte Jonköpings Trainer Zeid Momén im Anschluss dem Innebandymagazinet. Aber es sei, gelinde gesagt, unnötig, deshalb derartig sein Temperament zu verlieren, so Momén weiter.

Ein anderer „Großer“ sorgte dagegen für sportliche Schlagzeilen: So entschied Nationalverteidiger Rasmus Sundstedt das Duell seines Teams Caperiotäby mit Linköping nahezu im Alleingang. Beim Stand von 3:4 in der 28. Minute zündete Sundstedt den Turbo und erzielte zunächst binnen zehn Minuten einen Hattrick zum 6:4, bereitete den folgenden Treffer vor und schoss Anfang des Schlussabschnitts das 8:4. Als Linköping in der Folge auf 8:7 verkürzte, war es wieder an Sundstedt, den Deckel auf die Partie drauf zu machen: In der letzten Minute ließ er weitere zwei Treffer zum 10:7-Endstand folgen. Gesamtbilanz der Sundstedt-Show: Sechs Tore und zwei Vorlagen. Damit führt Sundstedt auch die Scorerwertung der Superligan an. Zur Erinnerung: Der Mann ist (zumindest auf dem Papier) Verteidiger…

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Zwei Tore Rückstand, 15 Minuten Zeit - Die Tigers Langnau erwartet gegen Köniz ein kurzer aber intensiver Arbeitstag. /Foto: czechopen.cz

15-minütiges Express-Duell

Swiss Mobiliar League. Dramatische Szenen gab es vor knapp zwei Wochen beim Berner Derby zwischen Tigers Langnau und Köniz. In der 45. Minute, beim Stand von 4:2 für Köniz, prallte Tigers-Angreifer Joel Hirschi derart hart mit einem Gegenspieler zusammen, dass er benommen liegen blieb. Weil Schlimmes befürchtet werden musste, kam Hirschi sofort ins Krankenhaus, beide Teams entschieden sich ob der unklaren Situation um den Angreifer, die Partie abzubrechen. Nach ersten Untersuchungen konnte zum Glück Entwarnung gegeben werden, Hirschi hatte „nur“ eine Gehirnerschütterung erlitten.

In der SML angekommen - Jarkko Kumpulainen (hier noch im Chemnitzer Trikot). /Foto: Anja Thurow, floor-fighters.de

Doch wie sollte man nun mit dem abgebrochenen Spiel weiter verfahren? Pragmatische Lösung des Verbands Swiss Unihockey: Die Partie solle beim Stand von 4:2 nach 45 Minuten und 31 Sekunden, nach Möglichkeit noch in diesem Jahr, vorgesetzt werden, entschied die Technische Kommission. Köniz muss den Tigers nun zwei mögliche Daten nennen. Warum eigentlich nicht unter der Woche in einer Einheit? Eine knappe Viertelstunde klingt nach einer ideallen Länge für ein kurzes Trainingsmatch…

Nach einem eher harzigen Saisonstart kommen nun endlich auch die deutschen Nationalspieler sowie die ehemaligen Bundesliga-Legionäre in der Swiss Mobiliar League in Tritt. So holte Chur Unihockey mit Sebastian Bernieck und Tommi Kiviletho (ex-Wernigerode) nach drei Niederlagen zum Auftakt in den letzten drei Partien drei glatte Siege. Bernieck (ein Assist) und Kiviletho (zwei Assists) trugen sich dabei auch in die Scorerliste ein. Ähnlich wie bei Chur lief der Start bei Waldkirch St. Gallen, dem Team von Nati-Spieler Philipp Hühler und Jarkko Kumpulainen (ex-Chemnitz). Nach drei Niederlagen zum Start folgte der erste Sieg (5:4 gegen Grünenmatt) und nach einer weiteren Niederlage der zweite Erfolg (7:2 gegen Zug). Gegen Zug waren es übrigens Treffer von Hühler und Kumpulainen, die Waldkirch die 2:0-Führung brachten – beide stehen bei aktuell drei Scorerpunkten.

Alle Informationen zur SML unter unihockey.ch und swissunihockey.ch

Flucht vor der Sektdusche

Salibandyliiga. Die Liga gönnt ihrem Meister und frisch gebackenen Champions Cup Sieger SSV Helsinki eine kleine Verschnaufpause. So steigt das nächste Pflichtspiel des Erfolgsteams erst in einer Woche. „Die Woche war hart, jeden Tag ein Spiel“, sagte MVP Juho Järvinen. Da sei es gut, dass man nicht sofort wieder in die Liga einsteigen müsse, freute sich Järvinen über das Entgegenkommen des Verbands. Ganz andere Probleme hatte indes Trainer Mika Ahonen im Anschluss an den 4:3-Sieg seines Teams über Tatran. Er dachte über die schnellsten Fluchtwege nach, mit denen er der obligatorischen Sekt-Dusche entrinnen könnte. Vor dem Champions Cup hatte Helsinki übrigens zweimal die Vorgänger-Turniere EuroFloorball bzw. Europacup gewonnen, nämlich 2009 und 2000. Alle Spiele der Erstauflage des Champion Cups gibt es hier.

Den Wikinger freut´s - SSV Helsinki gewinnt den Champions Cup und bekommt in der Liga eine Verschnaufspause. /Foto: IFF

In der Liga ist Aufsteiger M-Team nach vier Spieltagen als bisher einziges Team noch punktlos, verlor jüngst auch das Keller-Duell gegen Pori mit 6:7. An der Spitze steht Vizemeister Seinajoki, die jedoch beim 8:8 gegen Koovee die ersten Saisonzähler abgeben mussten.

Alle Informationen zur Salibandyliiga unter salibandyliiga.fi

Kein Happy-End im Champions Cup Finale - Tatran-Goalie Tomas Kafka. /Foto: IFF

Kein weiteres Sensations-Comeback

Fortuna Extraliga. Wie konkurrenzfähig der tschechische Floorball mittlerweile geworden ist, zeigte sich einmal mehr beim Champions Cup. Während Gastgeber Mlada Boleslav nur teilweise mit Helsinki und Wiler-Ersigen mithalten konnte und in der Vorrunde ausschied, beeindruckte Meister Tatran Stresovice mit Siegen über den schwedischen Meister Storvreta (6:4) sowie den Schweizer Champion Wiler (6:5 s.D.). Im Finale brachte man nach 0:4-Rückstand nach 40 Minuten auch Helsinki noch einmal gehörig ins Wanken, als Tatran binnen acht Minuten auf 3:4 verkürzte. Ein Sensations-Comeback wie im entscheidenden fünften Spiel des Meisterschaftsfinals der letzten Saison, als man einen 3:8-Rückstand zehn Minuten vor Ende noch drehte, gelang jedoch nicht mehr. Eine eindrucksvolle Visitenkarte war es aber allemal.

Die Liga, in der aktuell Vitkovice die Tabelle anführt, hatte während des Champions Cups Pause.

Alle Informationen zur Fortuna Extraliga unter florbal.cz

(tn)