„Wir starten bei Null“

Krisensitzung statt Jubeltraube - Warberg erlebt den schlechtesten Saisonstart seit über zehn Jahren. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Europafenster. Die Niederlage gegen Aufsteiger Jönköping war zu viel: Statt Training gab es bei Schwedens Vizemeister Warberg erstmal eine Krisensitzung. In der Schweizer Mobiliar League steht indes der Termin fürs kürzeste Spiel der Geschichte. Und: Der Präsident von Tschechiens Erstligist Brünn hadert mit den Möglichkeiten seines Klubs.

Duell der Krisenklubs

Svenska Superligan. Krisensitzung statt Training hieß es am Montag bei Vizemeister Warberg. Am Abend zuvor hatte der Titelkanditat, der nach sechs Spielen mit mageren zwei Siegen seinen Ambitionen stark hinterher hinkt, in der heimischen Sparbankshallen 7:11 gegen Aufsteiger Jönköping vergeigt (alle Tore im Video): Der schlechteste Saisonstart seit über zehn Jahren war perfekt. „Wir starten wieder bei Null, das wird der Schlüssel sein“, sagte Kapitän Henrik Olofsson nach der Aussprache gegenüber dem Innebandymagazinet. Ob dies auch klappt, muss sein Team nun beweisen. Der erste Gegner nach der Stunde Null heißt Sirius, das sich mit bisher nur einem Sieg ebenfalls in der Krise befindet. Bei dem Team aus Uppsala ist die Lage fast noch prekärer als in Warberg. Nach der neuerlichen 2:5-Niederlage seines Teams im Kellerduell gegen den bis dahin sieglosen Tabellenletzten Umea City sprach Sirius-Trainer Micael Jansson von einem „Tiefpunkt“. Das Duell der Krisenklubs steigt kommenden Sonntag.

Viel besser als beim Finalgegner der letzten Saison, Warberg, läuft es hingegen für Meister Storvreta. Dank eines 5:2-Erfolgs, zu dem Deutschlands Superstar Fredrik Holtz zwei Assists beisteuerte, bleibt das Team Verfolger Nummer eins von Caperiotäby, das weiterhin ohne Punktverlust die Tabelle anführt. 

Alle Informationen zur SSL unter innebandymagazinet.se

Kein Sechs-Punkte-Match in Köniz

Kurzer Arbeitstag am 7. Januar - Langnaus Simon Stucki. /Foto: czechopen.cz

Swiss Mobiliar League. Bereits im letzten Europafenster berichtete das Floorballmagazin vom anstehenden Express-Spiel zwischen Köniz und Langnau. Nachdem deren erstes Liga-Duell vor drei Wochen beim Stand von 4:2 für Köniz in der 46. Minute abgebrochen wurde (Grund: ein heftiger Zusammenprall), entschied die Technische Kommission des Schweizer Dachverbands Swiss Unihockey, dass die restliche Spielzeit nachgeholt werden würde. Nun steht der Termin fest: Am 7. Januar, 20 Uhr, soll das kürzesteste Aufeinandertreffen der SML-Geschichte steigen. Eine Woche später treffen beide Teams dann übrigens im Rückspiel aufeinander – zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass die 15 ausstehenden Minuten des ersten Vergleichs im Vorfeld dieser Partie stattfinden würden. Doch die beiden Mannschaften entschieden sich für die andere Lösung. „Nun kommt es nicht zur ersten richtigen ´Sechs-Punkte-Partie`, sondern ´nur` zum kürzesten SML-Spiel bisher“, kommentierte unihockey.ch fast ein wenig enttäuscht.

Tabellenführer - GC Zürich. /Foto: Andreas Schulz

Sportlich liegen sowohl Köniz als auch Langnau im Soll und nach neun Runden auf den Rängen vier und drei. Im Duell mit Waldkirch St. Gallen, die mit dem deutschen Internationalen Hühler aber ohne den Ex-Chemnitzer Kumpulainen angetreten waren, tat sich Langnau am Wochenende lange schwer und gewann erst dank eines 5:0 Schlussdrittels mit 9:5. Waldkirch rangiert damit weiter auf Rang zehn, einen Platz hinter Chur Unihockey, mit Nati-Spieler Bernieck und Ex-Wernigerode-Defender Kiviletho, die durch eine 3:4-Niederlage gegen Köniz aus den Playoff-Rängen gefallen sind. Ganz vorne hingegen steht aktuell GC Zürich, Zweiter der Berlin Open im August, die den punktlosen Kloten-Bülach Jets am vergangenen Spieltag  mit fünf Toren innerhalb von fünf Minuten im Startdrittel den Zahn zogen und am Ende ungefährdet 9:5 gewannen. Meister Wiler-Ersigen folgt mit zwei Punkten Abstand und zwei Spielen weniger auf Rang zwei.

Alle Informationen zur SML unter unihockey.ch und swissunihockey.ch

 

Noch ungeschlagen - Tapanilan Erä (blaue Trikots). /Foto: Mikko Hyvärinen

Zu viel Pause für den Meister

Salibandyliiga. Ziemlich eng und etwas konfus präsentiert sich im Moment die Tabelle der finnischen Königsklasse – da liegt Loviisa auf Rang sieben, punktgleich, aber mit drei Spielen mehr als Helsinki auf Rang sechs. Grund für diese Diskrepanz ist Helsinkis Einsatz beim Champions Cup, den der finnische Meister auch prompt holte (wir berichteten). Vom Verband bekam Helsinki wegen der enormen Belastung beim Champions Cup (vier Spiele in vier Tagen) gleich noch eine Woche spielfrei, sodass sie nun drei Spiele weniger haben als Tabellennachbar Loviisa, die nach dem „Kurzurlaub“ übrigens auch erster Gegner der Meisterequipe waren. Und der hatte die freie Zeit offensichtlich eher mäßig gut getan, sodass es für den Favoriten nur zum einem 2:2-Unentschieden reichte.

Ungefährdet an der Spitze der Salibandyliiga steht Tapanilan Erä, die nach dem enttäuschenden Viertelfinalaus in der letzten Saison mit sechs Siegen aus sechs Spielen einen Optimalstart in die neue Spielzeit hinlegten.

Alle Informationen zur Salibandyliiga unter salibandyliiga.fi

In der Krise - Die Bulldogs Brünn sind aktuell Vorletzter. /Foto: Thomas Weiser, bulldogs.cz

Brünn taumelt

Fortuna Extraliga. Nahezu alle Topteams sind in der Extraliga so positioniert wie man es erwartet – auf den Spitzenplätzen. Vitkovice, Meister von 2010, steht auf Rang eins, gefolgt vom amtierenden Champion Tatran, dahinter der Halbfinalist der letzten Saison, Chodov; auf Rang vier liegt Vizemeister Ostrava. Sogar Mlada Boleslav, die vor dem Heimspiel beim Champions Cup in ihrer Stadt nur eins von vier Spielen gewinnen konnten, sind mittlerweile zurück in den Playoff-Plätzen. Lediglich ein Team fällt ab: die Bulldogs Brünn, seit 11 Jahren stetiger Teilnehmer an den Playoffs. Nur ein Sieg aus sechs Spielen bedeutet Platz 13, lediglich Pardubice ist schlechter. „Einige ältere Spieler konnten die vier Einheiten pro Woche nicht mehr stemmen und stehen die Saison nicht mehr zu Verfügung“, sagte Bulldogs-Präsident Miroslav Miksl gegenüber florbal.cz. Darüberhinaus habe man in der Region Brünn nur begrenzte Möglichkeiten. Dennoch wolle man natürlich die Playoffs erreichen. In den Kommentaren zum Artikel hagelte es vor allem Kritik an der Äußerung des Präsidenten zu den begrenzten Möglichkeiten: So sei Brünn im Umkreis von 100 Kilometern der einzige Extraliga-Verein, müsse demnach mehr die Kooperationen mit umliegenden Vereinen suchen, um die Talente zu dem Klub zu locken. Außerdem nutze man die nahe Uni zu wenig als mögliche Quelle für viel versprechende Spieler, hieß es in den Reaktionen weiter.

Alle Informationen zur Fortuna Extraliga unter florbal.cz

(tn)