Die letzten Härtetests

Bekanntes Pflaster - Die Herren-Nati beim letzten Vier-Nationen-Cup in Wernigerode vergangenen September. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Heute beginnt der Vier-Nationen-Cup in Wernigerode. Sowohl auf die Herren- als auch die Damen-Nationalmannschaft warten drei Duelle als letzter Härtetest vor WM-Quali bzw. Weltmeisterschaft. Auch die U19 Mannschaften sind im Einsatz. Zudem wird im Harz über die Zukunft des deutschen Damen-Floorballs diskutiert.

Ohne die Holtz-Brüder Fredrik (Storvreta IBK) und Kapitän Kristian (KAIS Mora), die aus beruflichen Gründen passen müssen, ansonsten aber mit voller Kaderstärke und einigen neuen Gesichtern (u.a. Goalie Mike Dietz vom ETV Hamburg) startet die deutsche Herren-Equipe beim heute beginnenden Vier-Nationen-Cup in Wernigerode. Die Duelle gegen Ungarn (heute, 16 Uhr), Polen (morgen, 19 Uhr) und Dänemark (Sonntag, 13 Uhr) sind der letzte echte Härtetest vor der WM-Qualifikation Anfang Februar in Münster. Vor allem die abschließende Partie gegen die Skandinavier dürfte dem Trainer-Team Philippe Soutter und Rolf Kern wichtige Erkenntnisse bringen. Schließlich sind die Dänen auch im Februar Gegner der Deutschen und stellen dort mit Norwegen die gefährlichsten Widersacher im Kampf um die ersten beiden Plätze, welche das direkte Ticket zur WM-Endrunde bringen.

Trifft am Wochenende zum ersten Mal auf sein neues Team: Nationaltrainer Philippe Soutter. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Neuer Job - Neben Nationalmannschft und Viertligist trainiert Philippe Soutter auch wieder Topklub Tigers Langnau. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Neben der Absage der Holtz-Brüder sorgte vor allem der neue Trainerjob von Chefcoach Philippe Soutter in den Tagen vor dem Turnier in Wernigerode für Aufsehen: So übernahm Soutter wieder das Traineramt bei den Tigers Langnau, dem aktuellen Tabellenführer der Swiss Mobiliar League, der sich zuvor überraschend von dem bisherigen Coach Karlen getrennt hatte. Soutter hatte bereits bis Mai 2010 an der Bande der Tigers gestanden, Karlen war sein Nachfolger. Die Zusage zu diesem Engagement kam erst nach reichlicher Überlegung, wie Soutter in einem Interview mit unihockey.ch berichtet. Zudem sei der Job zeitlich begrenzt: “Geplant ist, dass das Engagement nur bis zum Ende der Saison dauert, ich sehe mich quasi als Feuerwehrmann”, sagte Soutter. Der Schweizer bleibt zudem Trainer beim Schweizer Viertligisten Verbano Godola, wo er ein “arbeitsarmes Zwischenjahr” und damit wenig Belastung erwartet. Dennoch, diese Dreifachfunktion wird schon jetzt von vielen Seiten skeptisch gesehen. Doch auf die Frage von unihockey.ch, wie sich das neue Amt auf seinen Trainerjob bei der deutschen Nationalmannschft auswirke, hatte Soutter eine klare Antwort: “Der läuft natürlich weiter.”

Die WM im Blick - Flügel Laura Hönicke und die Damen-Nati. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Ähnlich wie bei den Herren stellt der Vier-Nationen-Cup auch für die Damen-Nationalmannschaft (Kader) einen letzten Härtetest dar. Für die Equipe um Trainer Simon Brechbühler ist es einen Monat vor der WM im schweizerischen St. Gallen die letzte Chance, am Feinschliff zu arbeiten. Anderthalb Jahre hat Brechbühler mit seinem Team auf die WM hingearbeitet, für die sich Deutschland mit einem souveränen Auftritt und Rang eins beim Quali-Turnier im spanischen Benidorm Anfang dieses Jahres qualifiziert hatte. Gegner damals waren u.a. die Niederlande und Dänemark. Mit denen gibt es in Wernigerode jeweils ein Wiedersehen, heute mit der Niederlande (19 Uhr), morgen dann mit Dänemark (16 Uhr). Den Abschluss bildet das Duell mit Polen am Sonntag (10 Uhr). In vier Wochen startet dann die WM mit der Partie gegen Lettland. Weitere Gruppengegner in St. Gallen sind Finnland und Australien.

Trainieren und Diskutieren - Damen-Coach Simon Brechbühler. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Durch die U19 Damen, die am Wochenende Testspiele gegen Polen bestreiten und die U19 Herren, welche sich mit Neu-Trainer Iivo Pantzar zum ersten Zusammenzug nach der Heim-WM im Mai treffen, wird das Nationalmannschaftsquartett in Wernigerode komplettiert. Neben den Spielen steht am Samstag zudem ab 11 Uhr in der Sporthalle Ilsenburg ein Meeting zur Entwicklung tragfähiger Zukunftskonzepte für den Damen-Floorball in Deutschland an. Dazu werden Vertreter des Dachverbands Floorball Deutschland, Nationaltrainer Simon Brechbühler sowie Vertreter diverser Damen-Teams (u.a. Köln, MFBC, Berlin) zusammenkommen und diskutieren. So soll es beispielsweise um die Entwicklung eines Fünf-Jahres-Plans für die Damen-Bundesliga gehen und die Neustrukturierung der Damen-Nationalmannschaften.

(tn)

Vier-Nationen-Cup Wernigerode: Spielplan und Liveticker.