Europafenster. Die Zeit von Jarkko Kumpulainen, Toptorschütze der letzten Bundesliga-Saison, in der höchsten Schweizer Liga ist abgelaufen. Sein Vertrag bei St. Gallen wurde aufgelöst. In der schwedischen Superligan kämpft Fredrik Holtz dagegen am laufenden Band mit Topscorern, in Finnland fallen 24 Tore in einer Partie.
Holtz gegen die Topscorer
Svenska Superligan. Im Spitzenspiel der Liga brachte Meister Storvreta Tabellenführer Caperiotäby die erste Saisonniederlage bei. Einen Schlüssel zum Erfolg hatte Deutschlands Superstar in Reihen Storvretas, Fredrik Holtz, bereits vor der Partie ausgemacht: Er lautete, wenig überraschend, Rasmus Sundstedt auszuschalten. Der Täby-Verteidiger mit dem unnachahmlichen Bogenlauf führte schließlich vor dem Aufeinandertreffen mit 20 Punkten die Scorer-Wertung der Superligan an. “Sundstedt ist ein Riesenspieler. Wir müssen ihn auf die Rückhand drängen, vorne herum darf er nicht kommen”, sagte Holtz. Dieses Vorhaben klappte dann im Spiel nur zum Teil, ein Sundstedt-Doppelpack führte zum zwischenzeitlichen 5:5-Ausgleich im Mitteldrittel. Doch Öhman und Kohonen sorgten im letzten Abschnitt mit ihren Treffern für den 7:5-Sieg und ließen Storvreta damit nach Punkten zu Caperiotäby aufschließen. Sundstedt verlor hingegen nicht nur die Partie mit seinem Team sondern gleichzeitig auch seinen Rang als Topscorer an Faluns Rasmus Enstrom, der gegen Tyresö acht Punkte zum 11:7-Sieg seiner Equipe beisteuerte. Nächster Gegner Storvretas ist übrigens Falun, es wartet also wieder der Liga-Topscorer auf Holtz. Nur hat Enstrom nicht nur eine gute Vorhand.
Im vergangenen Europafenster berichtete das Floorballmagazin von Warbergs Krisensitzung. Diese zeigte scheinbar Wirkung, zumindest sprang gegen Sirius der erhoffte Sieg für den Vizemeister heraus (4:3), der gleichzeitig die Rückkehr in die Playoff-Ränge brachte. Dagegen muss ein anderer Traditionsklub den Blick zunehmend nach unten richten: AIK Solna erlebt nach den einschneidenden Abgängen Djurliungs und Anteners (beide zu Köniz) einen Seuchenstart und steht nach nur zwei Siegen aus sieben Spielen aktuell auf Rang zehn.
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Ausgespielt bei St. Gallen – Jarkko Kumpulainen (re.) muss gehen. /Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Aus für Kumpulainen
Swiss Mobiliar League. Drei Tore und drei Vorlagen aus neun Einsätzen waren zu wenig. Ende des Jahres muss Jarkko Kumpulainen, letzte Saison im Trikot der Floor Fighters Chemnitz noch Toptorschütze der Bundesliga, bei Waldkirch St. Gallen gehen. Der Tabellenzehnte der SML verkündete, dass der Vertrag mit dem 30-jährigen Finnen zum 31. Dezember aufgelöst wird. So habe Kumpulainen trotz guten Trainingseinsatzes nie die von ihm gewünschten Leistungen abrufen und damit auch die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen können. Weiter hieß es vom Verein, dass seine Spielweise nicht in das System Waldkirch St. Gallens gepasst habe. Im Waldkirch-Trikot wird der Finne trotz noch sieben Wochen bestehenden Vertrages nicht mehr auflaufen: Er wurde auf seinem Wunsch per sofort vom Trainings- und Spielbetrieb entbunden. Kumpulainens SML-Abstecher blieb als nur ein kurzes Intermezzo.
Philippe Soutter ist seit vergangener Woche wieder Trainer der Tigers Langnau. Der deutsche Nationalcoach hatte dort nach erfolgreichen Jahren (u.a. Cup-Sieg) erst im Frühjahr 2010 aufgehört und beerbt nun seinen damaligen Nachfolger Björn Karlen. Zur Premiere in seinem neuen (alten) Job erlebte Soutter gleich einen echten Knallstart: Als Tabellenführer ging es direkt zum Spitzenduell und Berner Derby gegen Meister Wiler-Ersigen. Lange Zeit sahen die 735 Zuschauer eine enge Partie, in der Wiler immer vorlegte und die Tigers nachzogen – bis auf die letzten zehn Minuten. Denn nach Suters Anschluss für die Tigers zum 6:7 in der 43. Minute gelang Langnau nichts mehr. Stattdessen legte Wiler ab der 51. Minute Tor um Tor nach und gewann schließlich 11:6. Mit diesem Sieg holte sich der Meister auch die Tabellenführung von Langnau zurück.
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Schützenfest in Espoo
Salibandyliiga. Die Bundesliga erlebte vor einigen Wochen in Berlin eine Partie mit satten 25 Treffern, als BAT 15:10 gegen Dresden gewann. In Finnlands Topliga lieferten sich Vizemeister Seinajoki und der Dritte der Vorsaison, Espoo, nun einen ähnlichen Schlagabtausch: Den 3:4-Rückstand aus dem Startdrittel konterte Espoo im zweiten Abschnitt zu einer 9:8-Führung, die letzten 20 Minuten gehörten dann jedoch wieder Seinajoki. Zwei Tore des überragenden Mikko Kohonen (sechs Punkte) zum 9:10 sowie ein weiterer, von Kohonen assistierter Treffer durch Hulmi brachten die Entscheidung. In den Schlussminuten schraubte Seinajoki das Ergebnis schließlich auf 10:14. Die knapp 600 Zuschauer dürften ihr Kommen, trotz der Niederlage des Gastgebers, nicht bereut haben.
An der Spitze der Salibandyliiga liegt weiterhin mit weißer Weste Tapanilan Erä, gefolgt von Seinajoki und Classic Tampere.
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Sinnkrise beim Vizemeister
Fortuna Extraliga. Im letzten Europafenster war der schlechte Start von Playoff-Dauerbrenner Brünn Thema. Zwei Wochen und zwei Kantersiege später ist die Katerstimmung bei den Südtschechen bereits verflogen: Einem 11:4 gegen Bohemians Prag ließen die Bulldogs ein 12:3 gegen Vizemeister Ostrava folgen. Dafür stürzte Brünn Kontrahent Ostrava in eine Sinnkrise. Denn die waren im Schlussdrittel binnen sechs Minuten gnadenlos eingebrochen, kassierten zwischen 8. und 14. Minute die Treffer acht bis zwölf. “Dafür habe ich keine Worte”, sagte Ostrava-Trainer Miroslav Kozel im Anschluss.
Derartige Probleme kennt Lokalrivale Vitkovice, Meister von 2009, hingegen nicht: Das deutliche 11:0 über Aufsteiger Otrokovice gefolgt vom souveränen 9:5 gegen Schlusslicht Pardubice waren die Siege vier und fünf in Serie. In der Tabelle festigte Vitkovice damit seinen Platz an der Spitze und liegt nun vier Punkte vor Verfolger Tatran.
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(tn)



















