München putzt Bonn …

Pokalüberraschung - Bremens Barthel (li.) schüttelt Berlins Tonsgaard Anderson ab. /Foto: Tim Fuhrmann

… und Bremen schlägt Berlin. Die Teams aus der früheren sowie aktuellen Bundeshauptstadt waren die Verlierer der zweiten Pokalrunde. Torhungrig zeigten sich am Wochenende Wernigerode und Weißenfels. Final4-Ausrichter Hamburg hatte Mühe mit Halle.

Der 10:4-Sieg der Wikinger München über Bonn war zweifelos die Überraschung der zweiten Pokalrunde. Zwar sind die Bayern einerseits mit zahlreichen Skandinaviern und Tschechen gespickt, andererseits verliefen ihre bisherigen Saisonspiele in der Regionalliga Süd allenfalls mäßig: Es setzte zwei klare Niederlagen gegen Kaufering (0:5) und Nürnberg (5:17). Gegner Bonn, Absteiger aus der Königsklasse, liegt mit fünf Siegen und zwei Niederlagen in der zweiten Bundesliga dagegen im Soll. Doch, einen alte Weisheit strapazierend, Pokal ist Pokal und dort sah der Favorit in München keinen Stich. Der Überraschungssieger machte den Erfolg an seiner „Monkey Pressure“ Taktik fest und sah auch in den Schweizer Schiedsrichtern, deren Linie dem körperbetonten Spiel der Bayern zugute kam, einen Faktor. Bei Bonn war hingegen nach der Klatsche Wunden lecken angesagt. Die Chancenverwertung sei suboptimal gewesen, zudem fehlten wichtige Spieler. Das ernüchternde Fazit der Dragons: „… von Multikulti-Wikingern überrumpelt.“

Bremen bundesligareif

„Wir machen immer die gleichen Fehler, die Muster wiederholen sich.“ Eine klare Analyse, der offenbar ein mäßiges Spiel des betreffenden Teams vorausgegangen war. Sie stammt von Berlins Kapitän Jan Kratochvil, dessen Equipe, mit nur neun Feldspielern angereist, bei Zweitligist Bremen mit 4:7 verloren und sich damit frühzeitig aus dem Pokal verabschiedet hatte. Die Hanseaten können dagegen weiter von ihrer dritten Final4-Teilnahme nach 2008 und 2011 träumen. Und nicht nur davon: „Der Erfolg habe gezeigt, dass Eiche zurück in die Bundesliga gehört“, hieß es. Nachdem die Bremer im Frühjahr dieses Jahres noch auf mögliche Aufstiegsspiele verzichteten, soll es also kommenden Frühling soweit sein.

Hessen-Schreck Weißenfels

Überragend - Weißenfels` Matthias Siede markierte gegen Erlensee/Mainz acht Treffer. /Foto: Rudolf Schuba, floorball-europe.com

Bonns und Berlins Niederlagen blieben jedoch die einzigen Überraschungen des Wochenendes. Die Favoriten gaben sich größtenteils keine Blöße, vor allem Titelverteidiger Weißenfels und Meister Wernigerode zeigten sich torhungrig. Weißenfels, die bei Erlensee/Mainz mit 24:0 gewannen, Matthias Siede erzielte acht Treffer, entwickeln sich dabei zum Hessen-Schreck: In der ersten Runde hatten sie ebenfalls ein Team aus dem Bundesland deklassiert, als sie Butzbach 20:1 abfertigten. Den gleichen Abstand erzielte Wernigerode am Wochenende in Uphusen, wo der Meister problemlos 19:0 siegte. Auch Lilienthal zog mit einem überzeugenden 17:3 über die SG Hamburg/Schenefeld ins Achtelfinale ein. Mehr Probleme bekundete dagegen der Pokalsieger von 2010 und Ausrichter des Final4 im kommenden Mai, ETV Hamburg. In Halle siegte der Bundesligist mühevoll mit 3:0. Ein Ergebnis, dass nur Goalie Mike Dietz wirklich zufrieden gestellt haben dürfte.

Floorball Deutschland Pokal Ergebnisse: 2. Runde

PSV Wikinger München – SSF Dragons Bonn 10:4
SG Erlensee/Mainz – UHC Sparkasse Weißenfels 0:24
TV Eiche Horn Bremen – SG BAT Berlin 7:4
Saalebiber Halle – ETV Hamburg 0:3
Uphusen Vikings – Red Devils Wernigerode 0:19
SG Hamburg/Schenefeld – TV Lilienthal 3:17
SC DHfK Leipzig – SSC Hochdahl 8:3
SG Schriesheim-Heidelberg – ASV Köln 4:5
VBC Olympia Ludwigshafen – UHC Sparkasse Weißenfels II 3:10
ESV Ingolstadt – UHC Döbeln 06 6:13
TSV Neuwittenbek – SG BAT Berlin II 9:1
Westfälischer Floorball Club – Floorball Tigers Magdeburg 7:3
Dümptener Füchse – TV Südkamen 10:2
Floorball Grizzlys Salzwedel – SV Chemie Genthin 10:4
DJK Holzbütten – Unihockey Igels Dresden 4:12

Die Partie United Lakers Konstanz gegen den MFBC Löwen Leipzig musste aufgrund von Hallenproblemen in Konstanz abgesagt werden und wird nachgeholt. Der genaue Termin steht noch aus.

(tn)