Madeleine Voigt im Einsatz für Joutsenon Kataja. / Foto: Emmi-Juulia Lampi
Sportlich graziös und technisch brilliant – Madeleine Voigt steht wie kaum eine andere Spielerin für den neuen Kurs der deutschen Damen-Nationalmannschaft. Die abschlussstarke Flügelspielerin gehört zu den torgefährlichsten Spielerinnen in Simon Brechbühlers Aufgebot für die anstehende WM in der Schweiz. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit der kaltschnäuzigen Finnland-Legionärin über ihren Weg nach St. Gallen.
In wenigen Wochen ist es soweit, die WM in der Schweiz steht ins Haus und du bist dabei. Haben euch die vergangenen Spiele beim 4-Nationen-Cup das letzte Quäntchen Selbstbewusstsein verpasst oder muss man nochmal richtig nachfeilen?
Solche Spiele helfen an sich und seinem Selbstvertrauen zu arbeiten. Es ist wichtig in den Blöcken das System und die Abstimmung untereinander zu finden und zu festigen. Die Spiele haben uns auf jedem Fall geholfen, den Teamgeist zu festigen und uns noch besser einzustellen auf die Vorgaben des Trainers.
In St. Gallen erwarten euch Gegner von Format. Finnland als übermächtiger Gegner, Lettland als große Herausforderung und Australien als Pflichterfolg – lässt sich das so einfach zusammenfassen?
Wenn man überheblich an die Sache herangeht, wird man sein blaues Wunder erleben. Für uns gibt es keine leichten Gegner, wir müssen unsere Spiele erst einmal gewinnen, egal wie der Gegner heißt.
Insbesondere die Partie gegen Finnland dürfte für dich etwas besonderes sein. Geht man in eine solche Partie mit einer anderen Einstellung?
Auch wenn mein Verlobter aus Finnland kommt und wir in Finnland leben, spiele ich für Deutschland. Da Finnland mit zu den Favoriten gehört, ist es für jeden in der Mannschaft ein besonderes Spiel, weil da ein jeder an seine Leistungsgrenze gehen muss – und noch einen Schritt weiter.
Voigts direkter Zug zum Tor zahlt sich auch für die deutsche Auswahl aus. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Noch nie musste eine deutsche Damen-Nationalmannschaft ein so anspruchsvollen Vorbereitungsprogramm absolvieren. Was hältst du vom finalen Kader? Gab es Spielerinnen, die dich überrascht haben?
Den Kader zu beurteilen ist nicht meine Aufgabe, das muss der Trainer machen. Es gibt immer Spieler, welche bei Turnieren über ihre Normalform noch hinauswachsen und eine Mannschaft damit nochmal puschen können.
Für deutsche Floorballfans warst du mit deinem Umzug nach Finnland vor geraumer Zeit von der Bildfläche verschwunden. Was hatte damals zu diesem Tapetenwechsel geführt und was hält dich bereits seit so vielen Jahren im kalten Norden? Steht eine Rückkehr nach Deutschland in Aussicht?
Die Liebe hat mich nach Finnland gezogen und festgehalten. An eine Rückkehr ist nicht mehr zu denken.Wenn es mich nach Deutschland zieht, dann um Freunde und vor allem meine Familie zu besuchen.
Spielerisch fühlst du dich in Finnland auch wohl? Welche Rolle soll die höchste finnische Spielklasse in Zukunft für dich spielen? Das Zeug dafür hast du ja.
Ich habe keine Ambitionen in der ersten Liga zu spielen, weil es mir gefällt so wie es zur Zeit ist. Zur Zeit spiele ich für Joutsenon Kataja in der 2. Division – eine junge, talentierte und sehr nette Mannschaft, mit der ich diese Saison den Aufstieg in die erste Division schaffen möchte. Nebenbei darf ich bei den Herren von Imatran Voima, ebenfalls 2. Division, mittrainieren.
Mit Antje Schmidt (1.v.l.) und Andrea Gerdes (2.v.l.) teilt Medeleine Voigt das Schicksal als deutsche Exotin in Finnland. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de
Gibt es besondere spielerische Fähigkeiten, die du dir in Finnland antrainiert hast, Unterschiede zwischen finnischem und deutschem Floorball, die dich zu einer besseren Spielerin gemacht haben? Gibt es vielleicht auch einen anderen Umgang miteinander in der Kabine?
Dass es Unterschiede zwischen dem finnischem und deutschem Floorball gibt, ist ja offensichtlich. Ob ich dadurch besser geworden bin, mag ich nicht zu beurteilen. Sicher hat es mir nicht geschadet.
Nun ist Andrea Gerdes auf deinen Reisen kaum von dir wegzudenken. Wie wichtig ist sie für dich als Freundin aber auch als Spielerin? Zusammen an einer WM zu starten, dürfte etwas besonderes sein, oder?
Als meine beste Freundin ist sie mir sehr wichtig. Wir haben schon viele schöne und auch schwere Zeiten erlebt und brauchen einander, auch wenn’s mal nicht so läuft. Als Spielerin ist sie nicht mehr wegzudenken aus der Mannschaft. Es ist das Größte, wenn zwei Bumse-Bienen summen zur WM. (jk)
















Jennifer Thomas
22. November 2011
Bumse-Bienen ahoi! ;o)