Kraftakt bleibt unbelohnt

Katja Timmel (#3; zu Deutschlands Spielerin der Partie gekürt) und Anika Mähler konnten zum WM-Auftakt keinen Punkterfolg feiern. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Katja Timmel (#3; zu Deutschlands Spielerin der Partie gekürt) und Anika Mähler konnten zum WM-Auftakt keinen Punkterfolg feiern. / Foto: Florian Büchting, unihockey-pics.de

Vor gut 600 Zuschauern im Athletik Zentrum St. Gallen scheitert die deutsche Auswahl nach einer beherzten und überzeugenden Leistung gegen Lettland unverhofft aber dennoch nicht unverdient mit 5:6 und schlittert knapp an der erhofften Sensation vorbei. Dennoch zeigte das deutsche Team seinen Anhängern bis zur letzten Spielminute eine Verfolgungsjagd nach Maß.

Lettland startet wacher und entschlossener in die Partie. Seina bringt die Baltinnen bereits nach 30 Sekunden in Führung. Weitere Chancen vereitelt entweder Deutschlands Schlussfrau Gatzsch oder das Metall hinter ihr. Doch die Auswahl von Simon Brechbühler findet zum ersten und nicht zum letzten Mal die passende Antwort. Liebing legt in der 9. Spielminute auf Baumgarten vor, die netzt ein. Gleich nach dem Bully bringt Ercena Lettland wieder in Führung, Dirksen markiert in der 12. Spielminute aber das 2:2.

Den ersten herberen Rückschlag erlebt die deutsche Auswahl zum Ende des ersten Drittels. Schmidt nimmt für zwei Minuten Platz auf der Strafbank (hoher Stock), Kuncite findet mit einem Querpass Bankava – 2:3. Augenblicke später lässt sich die deutsche Abwehr mit einem Doppelpass zu einfach aushebeln und Isjomina erhöht auf 2:4.

Im zweiten Drittel kann Lettland seine technischen und physischen Vorzüge vorerst nicht ausnutzen. Die deutsche Mannschaft überzeugt sogar in ihrer lange Zeit schwächsten Disziplin – in Zweikämpfen. Die Belohnung folgt in der 29. Spielminute, als sich die schlaksige Madeleine Voigt gegen zwei Gegenspielerinnen durchsetzt und den Anschluss markiert. Sieben Minuten später ist es erneut Voigt die einen langen Ball rechtzeitig unter Kontrolle bekommt und zum 4:4 ausgleicht. Einen Alleingang zum lupenreinen Hattrick Voigts kurz vor Drittelende verhindert Lettlands Schlussfrau Visnevska.

Die ersten Augenblicke des Schlussabschnitts beginnt Deutschland munter, gerät aber schnell unter Druck. Gatzsch kann zwar diverse Großchancen parieren in der 45. Minute ist sie gegen Bilinka dennoch machtlos. Erneut gelingt Deutschland aber die passende Antwort. Voigt findet im erweiterten Slotraum Schmidt und diese kehrt alle Spinnweben aus dem lettischen Netz – 5:5.

In Folge dessen wird die deutsche Mannschaft aber etwas schwerfälliger, der Ballbesitz liegt größtenteils auf Seiten Lettlands, die Torchancen ebenso. In der 49. Spielminute ist erst erneut Gatzsch zur Stelle bevor sie den Nachschuss aus größerer Distanz durch Lettlands Kapitänin Karklina zum 5:6 passieren lässt. In der Schlussphase setzt Lettland auf Ballkontrolle, Deutschland bleibt vor allem dank Gatzschs Paraden im Rennen. In den letzten Momenten des Spiels versucht es Deutschland mit einer sechsten Frau auf dem Platz. Dirksen scheitert aber an Visnevska, ebenso wie Sekunden später Mietzsch und Hönicke. Ein letztes Aufbäumen bleibt unbelohnt, Deutschland gelingt der erträumte Coup nicht.

Deutschland – Lettland 5:6 (2:4, 2:0, 1:2)
> Spielstatistik

Veranstalter-Interview mit Kapitänin Sandra Dirksen