Deutsche helfende Hände

Nadja Löffler bei der Arbeit im Communication Center als Übersetzerin bei der Damen WM in St. Gallen /Foto: L. Suhren

Eine WM lebt auch von ihren zahllosen freiwilligen Helfern. Bei der Damen WM in St. Gallen ist das nicht anders. Aber nicht nur einheimische Volunteers wuseln im Hintergrund für den Erfolg der Veranstaltung, auch ein deutscher Assistent ist mit am Start. Floorballmagazin fragte nach.

Heute haben die deutschen Damen spielfrei. Frei hat Nadja Löffler nicht. Sie studiert Maschinenbau, ist Torhüterin bei den Floor Fighters Chemnitz und leidenschaftliche Weltenbummlerin. Ihren letzten Schliff in Spanisch holte sie sich bei einem Auslandssemester in Peru. Für die WM in St. Gallen meldete sie sich jedoch spontan als Übersetzerin für Deutsch – Englisch.

Floorballmagazin: Hallo Nadja, du bist nun seit drei Tagen als Volunteer an der WM. Für welchen Bereich hast du dich beworben und wie kam es zu deiner Bewerbung in St. Gallen?

Nadja Löffler: Ich habe die Ausschreibung vor einem Monat bei Ladystrike.com gelesen. Da die U19 WM in Weißenfels für mich eine tolle Erfahrung war, dachte ich mir: “Warum nicht?”. Ganz spontan habe ich mich deswegen beworben und habe beinahe sofort eine Zusage bekommen. Zunächst musste ich noch Referenzen, wie frühere Übersetzer-Tätigkeiten bei diversen Ski-Sprung-Weltcups oder meinen zahlreichen Auslandsaufenthalten, vorweisen. Dann ging alles ganz schnell und jetzt erlebe ich die Damen WM hautnah.

Was sind denn bisher deine Erfahrungen hier in St. Gallen? Gibt es schon einen Lager-Koller?

Einen Lager-Koller gibt es zum Glück noch nicht, allerdings war vor allem der erste Tag schon sehr stressig. Mittlerweile arbeiten wir hier gut im Team und haben alles im Griff. Meist bereiten mir die verschiedenen Schweizer Dialekte Probleme. Wenn alle durcheinander reden, verstehe ich nur wenig. Sie verwende auch viele Redewendungen, die uns Deustchen nicht bekannt sind. Diese sind dann nicht ganz so einfach zu übersetzen. Ganz witzig finde ich, dass für die Schweizer Filterkaffee ein absolutes No-Go ist.

Im Mai 2011 warst du bereits bei der U19 Herren WM in Weißenfels als Team-Guide für die nachgerückten Spanier helferisch tätig. Dort hast du das WM-Treiben hautnah miterleben dürfen. Was machen die Schweizer anders als die Deutschen?

Nikolaus gibt es auch in der Schweiz, nur heißt es Samichlaus.

Da ich jetzt in einem anderen Bereich tätig bin, kann ich das gar nicht so genau beurteilen. Ich finde, die Volunteer-Bekleidung hier sehr schön und ich denke, dass die Helfer-Verpflegung sehr gut funktioniert. Alle Positionen sind klar strukturiert und jeder hat seinen Ansprechpartner. Das finde ich gut. Was ich nicht so mag, ist, dass man hier manchmal sehr unflexibel ist und in seiner Struktur sehr festgefahren. In Weißenfels hat man auch mal improvisiert. Aber damit lernt man um zugehen.

Gestern war der 6. Dezember, also Nikolaus-Tag. Gab es für euch Helferlein auch einen geputzten Schuh voll Schweizer Leckereien.

Ja, also hier wird das Samichlaus genannt. Es gab eine kleine Tüte mit Kleinigkeiten wie Erdnüssen, Schokolade und andere Süßigkeiten drin. Sie lagen im “Communication Center” auf unseren Plätzen als wir früh zum Dienst kamen.

Danke für dini ziit und frohs schaffe! (Schweizer Deutsch: “Danke für deine Zeit und frohes Schaffen noch”)

flattr this!

Was denkst du?

Du musst eingeloggt sein, um kommentieren zu können.

Floorballmagazin © 2012 All Rights Reserved

Designed by WPSHOWER

Powered by WordPress