Leipzigs Lebensretter

Mit dem Blick fürs Wesentliche - Julle Sumén. / Foto: Johannes Waschke

Mit dem Blick fürs Wesentliche - Julle Sumén. / Foto: Johannes Waschke

Mehr als die Hälfte aller Tore der Leipziger Löwen in dieser Saison netzte Julle Sumén persönlich ein. Gegen Hamburg waren es zuletzt gleich fünf am Stück. Nach einem holprigen Auftakt scheint nun aber der gesamte MFBC in Fahrt zu kommen. Das Floorballmagazin unterhielt sich mit Leipzigs finnischem Scharfschützen über seine märchenhafte Torquote und den Neustart der Löwen.

Floorballmagazin: Leipzig hatte zu Beginn der Saison seine Schwierigkeiten in Fahrt zu kommen. Nach der letzten Leistung gegen Hamburg (13:3 Sieg, Anm. d. Red.) scheint die Mannschaft aber wieder auf Kurs zu sein. Was hatte bislang gefehlt?

Julle Sumén: Ich denke, das Problem lag zunächst darin, dass wir zu Saisonstart so viele neue Spieler hatten und so dauerte es einfach, bis das Team seine Linie finden konnte. Das ist uns nun scheinbar gelungen und wir wachsen zu einer Einheit heran.

Während Christian Fritsche mit seiner mysteriösen Torflaute zu kämpfen hatte, sorgtest du für das Toreschießen. Jetzt hast du schon 34 Treffer auf dem Konto. Ist es tatsächlich so einfach wie es aussieht?

Fritsche hatte seine Schwierigkeiten zu Beginn der Saison und wenn das erste Tor lange auf sich warten lässt, wird es immer schwieriger und schwieriger. Aber ich denke, jetzt hat er langsam wieder seinen Spielwitz gefunden. Das Toreschießen ist an sich nicht einfach, wenn man aber so gute Sturmpartner hat, wird es einem einfacher gemacht. Es passt gerade sehr gut mit den Jungs und wir haben uns auf dem Platz gefunden.

Suméns Torquote in der Saison 2011/2012

34 Tore aber nur 4 Vorlagen…

Ich denke, die anderen Jungs, Peter Dietel und Nils Knothe, heben sich ihre Tore für später auf und deshalb wollen sie meine Vorlagen einfach nicht verwerten… oder sie haben was gegen meine Pässe. (lacht)

Du hattest es bereits angesprochen: Dieses Jahr baut Leipzig seine Mannschaft komplett um, mit den Spielern vom SC DHfK sowie mit euch neuen Legionären, dir, Eric Bergström oder Ondrej Kavalir. Welche Herausforderungen resultieren daraus?

Wie gesagt, langsam fängt es an, sich wie ein Team anzufühlen. Außerhalb des Spielfeldes ging das ganz schnell, auf dem Platz braucht so etwas einfach seine Zeit.

Was fehlt der Bundesliga, um sich als Wettbewerb weiterzuentwickeln?

Floorball ist in Deutschland eine noch sehr junge Sportart, es dauert etwas, bis man bekannt wird. Ich bin mir sicher, wenn wir uns weiterentwickeln und mehr und mehr junge Spieler dazustoßen, dann wird die Bundesliga immer stärker. Überrascht hat mich, dass einige Spieler auch als Schiedsrichter in der Liga unterwegs sind. Ich sage nicht, dass das etwas Schlechtes ist, es hat mich nur etwas überrascht.

Sumén schenkte Chemnitz in beiden Ligaspielen insgesamt 10 Tore ein. / Foto: Johannes Waschke

Sumén schenkte Chemnitz in zwei Ligaspielen insgesamt 10 Tore ein. / Foto: Johannes Waschke

Euer nächster Gegner werden die Wölfe aus Lilienthal sein. Im Hinspiel hattet ihr euch nur knapp mit 6:5 gegen den Neuling durchsetzen können.

In dem Spiel hatte uns Lilienthal überrascht. Wir waren nicht bereit, 60 Minuten richtig zu spielen. Ich bin mir sicher, sie sind wesentlich stärker, als es die aktuelle Tabelle zeigt. Wir müssen gegen Lilienthal erneut über die volle Distanz alles geben, dann werden wir aber auch gewinnen.

Dresden wird am Wochenende darauf aber nicht einfacher, oder?

Mit Sicherheit nicht. Im Hinspiel haben wir eine sehr starke Partie gemacht, Dresden nicht. Ich bin davon überzeugt, dass wir eine sehr gute Leistung bieten müssen, um Dresden zu schlagen. Sie haben sehr talentierte Spieler und das letzte Mal war es einfach nicht ihr Tag und auch das nötige Quäntchen Glück hatte gefehlt. (jk)

Kommentare